Wien-Marathon

Anna Hahner gewinnt sensationell

Anna Hahner hat sensationell den Vienna City Marathon in 2:28:59 Stunden gewonnen. 300 Meter vor dem Ziel überholte sie die lange Zeit führende Kenianerin Chepkwony.

Anna Hahner hat sensationell den Vienna City Marathon gewonnen

Anna Hahner hat sensationell den Wien-Marathon gewonnen.

Bild: photorun.net

Erste deutsche Siegerin seit 1989 beim Wien-Marathon

Anna Hahner hat sensationell den Vienna City Marathon gewonnen und ihren ersten Sieg in einem Rennen über die klassische Distanz gefeiert. Die 24-jährige Läuferin aus Gengenbach (Schwarzwald), die für Run2Sky startet, überholte 300 Meter vor dem Ziel die lange Zeit deutlich führende Kenianerin Caroline Chepkwony, die auf den letzten Kilometern eingebrochen war. Anna Hahner war nach 2:28:59 Stunden vor Chepkwony (2:29:18) und der Äthiopierin Marta Lema (2:31:10) im Ziel. Sie ist die erste deutsche Siegerin in Wien seit Christa Vahlensiek 1989.

Für eine Weltklasseleistung sorgte im Männerrennen Getu Feleke. Der Äthiopier triumphierte in der Streckenrekordzeit von 2:05:41 Stunden mit deutlichem Vorsprung vor den Kenianern Alfred Kering (2:08:28) und Philip Kimutai Sanga (2:08:58). Für den 31. Vienna City Marathon hatte die Rekordzahl von 42.078 Läufern aus 127 Nationen gemeldet. Hier sind Rennen über kürzere Distanzen eingerechnet.

Die Topfavoritin Caroline Chepkwony kontrollierte das Frauenrennen vom Start weg. Die Kenianerin lief zusammen mit Lema, Alice Chelangat (Kenia) und Mai Ito (Japan) zunächst in einer Gruppe, während Anna Hahner mit ihren Tempomachern ihr eigenes Tempo gewählt hatte und ein gutes Stück zurücklag. Vor der 20-km-Marke löste sich Chepkwony und an der Halbmarathonmarke (1:12:13) hatte sie schon einen Vorsprung von rund 20 Sekunden.

Während Chelangat, Lema und Ito alle einbrachen, lief Chepkwony immer weiter davon. Weit dahinter lag Anna Hahner, die aber eine Läuferin nach der anderen überholte: Chelangat, Ito und auch Lema. „Ich wollte eigentlich die lachende Dritte sein mit Platz drei. Aber dann sah ich die Äthiopierin auch noch vor mir“, erzählte Anna Hahner, wie sie sich zunächst auf Rang zwei nach vorne schob. „Aber das war das Beste, was ich mir erhoffen konnte, denn der Abstand war ja zur Führenden beträchtlich. An einem Wendepunkt hatte ich gesehen, dass Chepkwony ein paar Minuten voraus war.“ Bei Kilometer 35 war die Kenianerin 2:23 Minuten vor Hahner, die im vergangenen Jahr in Frankfurt zum ersten Mal unter 2:30 Stunden gelaufen war (2:27:55).

Chepkwony sah in der Tat wie die sichere Siegerin aus. Doch dieses Bild änderte sich plötzlich rapide. Auf den letzten Kilometern brach die von Unterleibsproblemen geplagte Kenianerin derart ein, dass sie kaum noch ein Joggingtempo halten konnte. Anna Hahner holte auf, doch bei 40 km betrug der Rückstand immer noch 1:24 Minuten. Dann aber tauchte die Kenianerin in Sichtweite auf und Anna Hahner gab alles, als sie merkte wie schnell sie deutlich Boden gutmachen konnte. „Ich habe mir gesagt, wann hast du noch einmal eine solche Chance, den Wien-Marathon zu gewinnen.“ 300 Meter vor dem Ziel lief sie schließlich vorbei. „Ich bin überwältigt, ich glaube ich träume noch“, sagte Anna Hahner im Ziel, wo sie getreu des Veranstaltungsmottos „Alles Walzer“ und ihrer Ankündigung mehrmals Walzer tanzte.

Es war der erste deutsche Sieg beim Vienna City Marathon seit Christa Vahlensiek, die 1989 mit 2:34:46 gewann. Davor hatte es zwei weitere deutsche Erfolge gegeben: Renate Kieninger gewann 1984 die Premiere in 2:47:32 und Birgit Lennartz siegte 1986 mit 2:38:31. Die letzte deutsche Läuferin, die in Wien den Sprung auf das Podest geschafft hatte, war Sonja Oberem. Sie war vor zehn Jahren Dritte mit 2:30:58.

Getu Feleke läuft eine Weltklassezeit in Wien.

Bild: photorun.net

Getu Feleke bricht Kursrekord beim Wien-Marathon

Bei den Männern entwickelte sich von Beginn an ein sehr schnelles Rennen bei insgesamt guten Wetterbedingungen. Zwölf Läufer passierten die 10-km-Marke nach 29:45 Minuten. Aufgrund des hohen Tempos reduzierte sich die Gruppe bis zur Halbmarathonmarke, die nach 62:42 Minuten passiert wurde, auf acht Läufer. Überraschend war einer der Topfavoriten zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr dabei: Titelverteidiger Henry Sugut, der mit 2:06:58 auch den Streckenrekord hielt und als erster Läufer zu einem vierten Wien-Triumph rennen wollte, hatte schon nach rund 15 km Probleme und stieg später aus.

Nach 25 km waren vier Läufer hinter zwei Tempomachern noch im Rennen um den Sieg: Neben Getu Feleke waren dies die Kenianer Philip Kimutai Sanga, Felix Kiprotich und Wilfred Kirwa Kigen. In superschnellen 14:32 wurden die 5 km zwischen 20 und 25 km gelaufen. Als dann bei 30 km (1:28:48) der letzte Tempomacher aus dem Rennen ging, war es Feleke, der die Initiative ergriff. Der 27-Jährige, der eine Bestzeit von 2:04:50 hat, flog förmlich davon. In 2:46 Minuten lief er den nächsten Kilometer und sorgte damit für die Entscheidung, obwohl noch ein gutes Stück zu laufen war. Keiner konnte ihm folgen. „Ich hatte mir meine Konkurrenten vorher angeschaut und mich dann entschlossen, zu attackieren“, sagte Feleke. „Es war mein Ziel zu gewinnen und unter 2:06 Stunden zu laufen. Wenn ich in der Schlussphase noch Konkurrenz gehabt hätte, hätte ich heute sicherlich unter 2:05 laufen können.“ Feleke brach den Streckenrekord um über eine Minute und lag fast drei Minuten vor dem zweitplatzierten Kering.

Die Ergebnisse beim Wien-Marathon 2014

Männer:
1. Getu Feleke ETH 2:05:41
2. Alfred Kering KEN 2:08:28
3. Philip Kimutai-Sanga KEN 2:08:58
4. Duncan Koech KEN 2:09:17
5. Oleksandr Sitkovskyy UKR 2:10:44
6. Ryo Yamamoto JPN 2:10:59

Frauen:
1. Anna Hahner GER 2:28:59
2. Caroline Chepkwony KEN 2:29:18
3. Marta Lema ETH 2:31:10
4. Alice Chelangat KEN 2:32:46
5. Olga Glok RUS 2:33:23