Berliner Halbmarathon 2014

André Pollmächer visiert Bestzeit an

André Pollmächer will seinen Aufwärtstrend fortsetzen. Der schnellste deutsche Marathonläufer im letzten Jahr (2:13:05 Stunden/Berlin) will seine Halbmarathon-Bestzeit beim Berliner Halbmarathon knacken.

André Pollmächer will in Berlin erneut eine Bestzeit laufen.

André Pollmächer will in Berlin erneut eine Bestzeit laufen.

Bild: photorun.net

André Pollmächer will das schnelle Berliner Pflaster für eine weitere Bestzeit nutzen. Nachdem er beim Berlin-Marathon im vergangenen September mit 2:13:05 Stunden die schnellste Zeit eines deutschen Marathonläufers seit 13 Jahren erreicht hatte, startet er nun am kommenden Sonntag beim Vattenfall Berliner Halbmarathon. Dieses Rennen ist für ihn der wichtigste Test für den Düsseldorf-Marathon am 27. April. „In Berlin möchte ich meine Bestzeit knacken und im Bereich von 63 Minuten laufen“, sagt der 31-Jährige, dessen persönlicher Rekord zurzeit bei 64:16 Minuten steht. Mit dieser Zeit wurde er 2011 in Griesheim Deutscher Halbmarathon-Meister.

„Der Vattenfall Berliner Halbmarathon ist für mich ideal: Die Strecke ist schnell, und der Termin liegt vier Wochen vor dem Rennen in Düsseldorf“, sagt André Pollmächer und fügt hinzu: „Der Metro Group Marathon Düsseldorf ist dann der Höhepunkt des gesamten Jahres.“ Diese Aussage mag überraschen, jedoch gibt es dafür eine einfache Erklärung: André Pollmächer startet seit 2011 für den Verein Rhein-Marathon Düsseldorf. Ohne das Engagement des dortigen Race-Direktors Jan Winschermann hätte der Läufer, den in den vergangenen Jahren immer wieder Verletzungen und Krankheiten zurückgeworfen hatten, seine leistungssportliche
Karriere wahrscheinlich längst beenden müssen.

Als André Pollmächer im vergangenen September am Brandenburger Tor das Ziel des Berlin-Marathons erreicht hatte, war dies für ihn der erste Marathon-Zieleinlauf seit den Weltmeisterschaften 2009, wo er an gleicher Stelle einen ordentlichen 18. Rang belegt hatte. Zunächst hatte er danach seine Karriere für gut ein Jahr unterbrochen, um als Trainer zu arbeiten. Nach seinem Comeback ging dann über Jahre hinweg vieles schief.

„Das Rennen in Berlin im vergangenen September war für mich ganz entscheidend. Bei einem Ausstieg oder einem schlechten Resultat wäre wohl Schluss gewesen“, erzählt André Pollmächer, der nun für weitere Jahre auf die Unterstützung von Jan Winschermann bauen und sich am Ende vielleicht doch noch seinen ganz großen Traum erfüllen kann. „Ich war bei Welt- und Europameisterschaften oder auch beim Europacup, aber noch nie bei Olympischen Spielen. Der Marathon in Rio 2016 ist das große Fernziel. Allerdings denke ich jetzt nicht so sehr daran, denn ich plane von Jahr zu Jahr“, sagt André Pollmächer, der vor sieben Jahren als die große deutsche Nachwuchshoffnung für die Langstrecken galt.

Damals, im Jahr 2007, gewann er Anfang April überraschend den 10.000-m-Europacup, was zuvor nur einem Deutschen gelungen war: Olympiasieger Dieter Baumann. Knapp zwei Monate später steigerte Pollmächer dann seine 10.000-m-Bestzeit auf 27:55,66 Minuten. Damit war er so schnell wie kein anderer Deutscher seit Dieter Baumann. Nachdem der Bahn-Langstreckler in der Folge jedoch immer wieder unter Verletzungsproblemen gelitten hatte, wechselte er frühzeitig auf die Straße und zum Marathon. 2008 lief er sein Marathondebüt in Frankfurt und kam nach 2:14:18 Stunden ins Ziel, in Düsseldorf steigerte er sich dann im Frühjahr 2009 auf 2:13:09 und belegte einen beachtlichen dritten Rang. Doch nach dem WM-Marathonrennen in Berlin 2009 lief lange Zeit nicht mehr viel für André Pollmächer.

Erst im vergangenen Sommer wendete sich das Blatt. In der Zwischenzeit trainierte André Pollmächer sich selbst und war nach Düsseldorf gezogen. Dort stellte er beim Kö-Lauf Anfang September zunächst eine 10-km-Bestzeit von 28:46 Minuten auf, dann folgten die 2:13:05 in Berlin. Den persönlichen Rekord im Halbmarathon will André Pollmächer nun am Sonntag nachreichen.

„Es läuft alles planmäßig, ich konnte gut trainieren“, sagte André Pollmächer, der seit Jahresbeginn zweimal im Trainingslager in Portugal war. „Ich werde mit einem guten Gefühl nach Berlin kommen.“ Eine Bestzeit und eine mögliche Platzierung unter den besten zehn Läufern wäre sicherlich die ideale Motivation für den Marathon in Düsseldorf am 27. April. „In Düsseldorf will ich auf Angriff laufen.“ Vielleicht schafft André Pollmächer mittelfristig doch noch den Anschluss an die europäische Marathonspitze.

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