Dubai-Marathon

Äthiopier melden sich in Dubai zurück

Der gerade erst 21-jährige Ayele Abshero triumphierte beim Dubai-Marathon in 2:04:23 Stunden und lief das zweitschnellste Marathondebüt aller Zeiten.

Der Rekord-Marathon in Dubai: 100 Fotos

Dubai-Marathon 2012

Ayele Abshero lief zu einem sensationellen Sieg in Dubai.

Bild: Standard Chartered Dubai Marathon

Äthiopiens Marathonläufer haben sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten in sensationeller Manier zurückgemeldet. Beim Standard Chartered Dubai-Marathon dominierten sie das Geschehen gegen die favorisierten Läufer aus Kenia und belegten neun der ersten zehn Plätze. Ein Marathon-Nobody gewann das Rennen und die damit verbundene Prämie von 250.000 Dollar: Der gerade erst 21-jährige Ayele Abshero triumphierte in 2:04:23 Stunden und lief das zweitschnellste Marathondebüt aller Zeiten. Schneller war lediglich der Kenianer Moses Mosop, der im vergangenen Jahr in Boston 2:03:06 lief. Aufgrund des insgesamt abfallenden Kurses können die Zeiten von Boston jedoch nicht als Rekorde gewertet werden. Die Ergebnisse des US-Rennens eingeschlossen, lief Ayele Abshero am Freitag die sechstbeste Zeit aller Zeiten.

Hinter Ayele Abshero rannten seine beiden Landsleute Dino Sefir (2:04:50) und Markos Geneti (2:04:54) ebenfalls absolute Weltklassezeiten. Als Vierter folgte der beste Kenianer des Tages, Jonathon Maiyo, der mit 2:04:56 ebenfalls noch unter 2:05 Stunden blieb. Vier Läufer unter 2:05 Stunden gab es bisher im Marathon lediglich einmal: beim Boston-Marathon 2011. Die perfekten Wetterbedingungen mit Temperaturen von 12 Grad Celsius zur Startzeit und keinem Wind nutzten vier weitere Äthiopier für Topzeiten von unter 2:06 Stunden: Tadese Tola wurde Fünfter mit 2:05:10, gefolgt von Yami Dadi (2:05:41), Abdullah Dawit (2:05:42) und Desressa Chimsa (2:05:42). Neunter wurde Seboka Tola (2:06:17), Rang zehn belegte in dem einmaligen Rennen Yemane Tsegay mit 2:06:29. Nie zuvor reichte in einem Marathon ein Ergebnis von unter 2:06:30 Stunden nur für Platz zehn. 15 Athleten blieben unter 2:09 Stunden, 17 liefen schneller als 2:10 – auch das sind jeweils Rekorde. Zuletzt hatte der Frankfurt-Marathon im vergangenen Oktober mit 14 Athleten unter 2:10 Stunden eine Bestmarke aufgestellt.

Der Newcomer Ayele Abshero, der 2009 Junioren-Weltmeister im Crosslauf war, danach jedoch keine vergleichbaren Erfolge mehr vorweisen konnte, brach in Dubai auch den Streckenrekord von Haile Gebrselassie. Äthiopiens Superstar hatte das Rennen vor vier Jahren in 2:04:53 Stunden gewonnen. Aufgrund der Kette von Topzeiten seiner Landsleute in Dubai wird es für Haile Gebrselassie nunmehr extrem schwer, sich für den olympischen Marathon in London zu qualifizieren. Wenn er am 26. Februar in Tokio startet, bräuchte er zumindest eine Zeit von unter 2:05 Stunden, um einen der drei Startplätze zu ergattern. Mit Tsegaye Kebede wird zudem noch ein weiterer äthiopischer Top-Marathonläufer in London starten. Auch der Marathon-Olympiadritte von Peking 2008 steht nach den Weltklassezeiten von Dubai mächtig unter Druck.

Bei den perfekten Wetterbedingungen erreichte eine große Gruppe von mehr als 30 Läufern die Halbmarathonmarke nach 62:22 Minuten. Erst ein gutes Stück hinter der 30-km-Marke verkleinerte sich die Spitzengruppe deutlich. Fünf Läufer kämpften fünf Kilometer vor dem Ziel noch um den Sieg und um die höchste Siegprämie, die es im Marathonlauf zu verdienen gibt: Ayele Abshero, Dino Sefir, Markos Geneti, Jonathon Maiyo und Tadese Tola. Kurz vor der 40-km-Marke löste sich dann Ayele Abshero von seinen Konkurrenten und riss damit die Gruppe auseinander. „Ich dachte mir, dass ich 2:04 Stunden laufen kann. Aber das ist bei einem Marathondebüt natürlich schwer zu planen, denn ich wusste nicht, was passieren würde. Jetzt bin ich sehr glücklich“, erklärte Ayele Abshero und fügte hinzu: „Ich bin jetzt der zurzeit schnellste Äthiopier und denke, dass ich mich damit für Olympia qualifiziert haben dürfte.“


Aselefech Mergia verteidigt Titel mit Topzeit

Auch bei den Frauen gab es bei der 13. Auflage des Dubai-Marathons hochklassige Zeiten, wobei dieses Rennen ebenfalls von Äthiopien dominiert wurde. Vorjahressiegerin Aselefech Mergia verteidigte ihren Titel mit einer Steigerung auf 2:19:34 Stunden. Dies ist die elftbeste Zeit aller Zeiten und die 27-Jährige wurde zur siebtschnellsten Läuferin in der Marathongeschichte. Noch zwei weitere Athletinnen kamen auf der superflachen Strecke von Dubai unter 2:20 Stunden ins Ziel: Lucy Kabuu lief dabei das zweitschnellste Debüt aller Zeiten. Die Kenianerin war nach 2:19:34 mit lediglich drei Sekunden Rückstand im Ziel. Schneller war im Debütrennen lediglich Paula Radcliffe (Großbritannien), die 2002 in London mit 2:18:56 Stunden gewonnen hatte. Dritte wurde am Freitag Mare Dibaba (Äthiopien), die sich auf 2:19:52 steigerte. Zum ersten Mal blieben damit drei Frauen in einem Marathon unter 2:20 Stunden. Aselefech Mergia brach in Dubai auch den Streckenrekord, den ihre Landsfrau Berhane Adere 2008 aufgestellt hatte (2:22:42).

Die Dichte in der Spitze war aber auch auf den folgenden Plätzen außerordentlich stark: Die viertplatzierte Bezunesh Bekele erzielte mit 2:20:30 Stunden ebenso eine Weltklassezeit wie Aberu Kebede (beide Äthiopien/2:20:33) auf Rang fünf. Ihr folgten Lydia Cheromei (2:21:30), Sharon Cherop (beide Kenia/2:22:39) sowie die Äthiopierinnen Atsede Baysa (2:23:13) und Mamitu Daska (2:24:24). Damit blieben neun Läuferinnen unter 2:25 Stunden.

Sehr ausgeglichen war das Tempo von Beginn an bei den Frauen. Eine neunköpfige Spitzengruppe erreichte die Halbmarathonmarke nach 69:42 Minuten. Auf den letzten Kilometern entwickelte sich ein Zweikampf zwischen Aselefech Mergia und Lucy Kabuu. Die Äthiopierin, die noch eine Woche zuvor neben einer Reihe von weiteren Landsleuten von ihrem Verband gesperrt worden war, weil sie nicht bei einem Training des Verbandes erschienen war, profitierte dann von ihrer Erfahrung. „Ich hatte gut trainiert, kannte den Kurs und war daher zuversichtlich“, erklärte Aselefech Mergia, die ebenfalls 250.000 Dollar für ihren Sieg erhielt. „Mit meiner Zeit von heute hoffe ich, dass ich für Olympia nominiert werde.“

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