Hongkong-Marathon

Äthiopier dominieren Hongkong-Marathon

Auf eigene Faust reisten Feyera Gemeda und Rehima Kedir beim Hongkong-Marathon an. Eine Investition, die sich angesichts des Preisgelds von 65.000 Dollar auszahlen sollte.

Feyera Gemeda gewinnt den Hongkong-Marathon

Feyera Gemeda gewinnt den Hongkong-Marathon.

Bild: Standard Chartered Hong Kong Marathon

Die Äthiopier Feyera Gemeda und Rehima Kedir haben viel auf eine Karte gesetzt und am Ende alles gewonnen. Dabei sind sie nicht zum Roulette nach Hongkong gereist, sondern um dort Marathon zu laufen. Gemeda und Kedir gehörten nicht zu den eingeladenen Topathleten der Veranstaltung. Sie investierten selbst in die Flüge aus Addis Abeba und hofften angesichts des üppigen Preisgeldes von insgesamt 300.000 US-Dollar am Ende einen Gewinn zu machen. Es hätte nicht besser laufen können für die beiden. Gemeda gewann das Rennen in 2:15:05 Stunden, Kedir siegte mit 2:34:53. Beide erhielten für Platz eins jeweils 65.000 Dollar. Das ist im Laufsport eine hohe Summe für einen Sieg – mehr als zum Beispiel die prestigeträchtigen Marathonrennen von London oder Berlin zahlen.

„Finanziell gesehen, war dies das beste Rennen meines Lebens“, erklärte der 31-jährige Gemeda, dessen Marathon-Bestzeit bei 2:11:45 steht. In Hongkong verwies er bei relativ kühlem Wetter für diese Region (Temperaturen unter 20 Grad) seinen Landsmann Bedada Abdisa (2:15:11) und Elisha Kiprop (Kenia/2:15:12) auf die Ränge zwei und drei. Gemeda ließ aber auch zwei prominentere Athleten hinter sich: Der Marathon-Weltmeister von 2007, Luke Kibet (Kenia), wurde Siebenter mit 2:16:42, und der Dubai-Marathon-Sieger von 2011, David Barmasai (Kenia/2:16:55), belegte Rang zehn. „Mit der Siegprämie werde ich meine Familie unterstützen. Aber ich werde das Geld auch dafür verwenden, damit ich mich auf mein nächstes Rennen besser vorbereiten kann“, erklärte Gemeda und fügte hinzu: „Falls mich die Veranstalter im nächsten Jahr nach Hongkong einladen, werde ich gut vorbereitet sein.“

Im Rennen der Frauen siegte Rehima Kedir in 2:34:53 vor ihren äthiopischen Landsfrauen Misiker Mekonnin (2:35:05) und Shitaye Gemechu (2:35:18). Für Kedir ist es der zweite Marathon-Sieg in Serie, nachdem sie im November bereits in Beirut gewonnen hatte. Bei der größten Laufveranstaltung im südostasiatischen Raum gingen am Sonntag über 60.000 Teilnehmer über verschiedene Distanzen an den Start.