Frankfurt-Marathon 2013

Äthiopiens Asse wollen Kenias Siegesserie brechen

Die beiden favorisierten Äthiopier Dino Sefir und Feyisa Lilesa wollen beim Frankfurt-Marathon 2013 die Herbst-Siegesserie der Kenianer brechen.

BMW Frankfurt-Marathon 2012 - Bilder
Frankfurt Marathon 2013 Lilesa Kipruto Sefir Kirwa

Feyisa Lilesa, Vincent Kipruto, Dino Sefir und Gilbert Kirwa wollen am Sonntag in Frankfurt schnell laufen.

Bild: photorun.net

Die Kenianer haben die bisherigen großen Herbst-Marathonrennen dominiert und in den letzten Wochen die sechs schnellsten Zeiten in dieser Phase erzielt. Sie gewannen die Rennen in Berlin, Chicago und Amsterdam. Auch die Frauen-Siegerinnen bei diesen Läufen kamen aus Kenia. Am Sonntag hoffen die Äthiopier jedoch darauf, sich beim BMW Frankfurt-Marathon zurückmelden zu können. Die zweitschnellste Strecke der Welt – Wilson Kipsang (Kenia) lief hier vor zwei Jahren 2:03:42 Stunden – bietet eine gute Möglichkeit für einen markanten Sieg.

Mit Dino Sefir (2:04:50) und Feyisa Lilesa (2:04:52) kommen die beiden schnellsten Läufer im Feld aus Äthiopien. Aber natürlich werden die Kenianer alles versuchen, um eine außergewöhnliche Siegserie fortzusetzen, die 2002 begann und seitdem acht Streckenrekorde produzierte. Die Kenianer Vincent Kiprutu (2:05:13), Levy Matebo Omari (2:05:16), Albert Matebor (2:05:25), Eric Ndiema (2:06:07) und Gilbert Kirwa (2:06:14) sind die voraussichtlich schärfsten Konkurrenten der Äthiopier. Noch nie gab es im deutschsprachigen Bereich ein Marathonrennen, das in der absoluten Spitze so stark besetzt war – mit fünf Läufern, die bereits unter 2:05:30 Stunden gelaufen sind.

Dino Sefir und Feyisa Lilesa haben beide ein Vorbild – und der Name ist keine Überraschung: Haile Gebrselassie. „Seine Erfolge und seine mentale Stärke sind unglaublich. Ich habe ihn nie getroffen, aber ich weiß genau, wie er trainiert. Ich will schneller sein als er“, erklärte Dino Sefir, während Feyisa Lelisa sagt: „Als ich in die Schule ging, hörte ich von Hailes Erfolgen. Sogar in einem unserer Schulbücher war ein Foto von Haile Gebrselassie. Er ist mein Idol.“

Feyisa Lilesa, der in Addis Abeba unter anderem mit dem aktuellen Dubai- und Boston-Marathon-Sieger Lelisa Desisa trainiert, hat gleich vier Zeiten im Kopf, wenn er in Frankfurt an den Start geht: Den Weltrekord (2:03:23), den Streckenrekord (2:03:42), den äthiopischen Rekord von Haile Gebrselassie (2:03:59) und seine persönliche Bestzeit (2:04:52). „Wenn die Tempomacher einen sehr guten Job machen, dann will ich versuchen 2:03 Stunden zu laufen. Den äthiopischen Rekord von Haile habe ich immer im Kopf. Aber ich möchte zumindest eine persönliche Bestzeit erreichen.“

Genau mit den gleichen Zeitzielen geht auch Dino Sefir ins Rennen. „Ich mag es, auf flachen Strecken zu laufen, deswegen bin ich hier. Ich habe den BMW Frankfurt-Marathon im Fernsehen gesehen. Und ich möchte der erste sein, der auf dem roten Teppich in der Festhalle ins Ziel läuft“, sagte Dino Sefir.

Die Kenianer sind vorbereitet auf starke äthiopische Konkurrenz. Aber sowohl Gilbert Kirwa als auch Vincent Kipruto, der unter 2:05 laufen möchte, sind zuversichtlich: „Ich weiß, dass die Äthiopier sehr motiviert sein werden. Aber wir werden es für sie nicht leicht machen“, sagte Kipruto, der sich bereits seit Juni auf den BMW Frankfurt-Marathon vorbereitet hat und dabei in Höhen von 3.000 Meter trainiert hat.

Eine prominente Absage mussten die Veranstalter bezüglich des Frauen-Rennens hinnehmen. Meslech Melkamu kann am Sonntag verletzungsbedingt nicht starten. Die äthiopische Titelverteidigerin und Streckenrekordlerin (2:21:01) zog sich bei einer ihrer letzten Trainingseinheiten vor dem Flug nach Frankfurt eine Zerrung zu.

Aber das Frankfurter Feld ist immer noch hochklassig besetzt. Tirfi Tsegaye Beyene (Äthiopien/2:21:19), Eunice Jepkirui Kirwa (Kenia/2:21:41), Mamitu Daska (Äthiopien/2:21:59) und Caroline Kilel (Kenia/2:22:36) sind die schnellsten im Feld. Dass drei Läuferinnen mit Bestzeiten unter 2:22 am Start sind, ist einmalig bei einem Marathon in Deutschland – inklusive des WM-Rennens von Berlin 2009.

Und dann gibt es noch die Debütantin Gelete Burka, der Insider sogar den Sieg zutrauen. Dies wäre eine Parallele zu Meselech Melkamu, die 2012 ihr Debüt in Frankfurt gewann. Ebenso wie ihre Landsfrau ist auch Burka im Wettkampf bisher nicht weiter als 15 km gelaufen. „Aber im Training bin ich 40 Kilometer gerannt, es ging gut“, sagte die 27-jährige frühere Crosslauf-Weltmeisterin und 1.500-m-Hallen-Weltmeisterin. „Ich weiß nicht, was im Marathon passieren wird, aber ich freue mich auf das Debüt. Ich werde einfach dem Tempo der ersten Gruppe folgen – egal, wie schnell sie laufen. Ich würde gerne 2:20 Stunden laufen, damit wäre ich sehr zufrieden“, sagte Gelete Burka.

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