MIt 41 Jahren

Abschiedsrennen für Zaituc beim Frankfurt-Marathon

Luminita Zaituc und Günther Weidlinger rücken in den Blickpunkt beim Frankfurt-Marathon.

Weidlinger und Zaituc vor dem Marathon in Frankfurt

Günther Weidlinger und Luminita Zaituc vor dem Marathon in Frankfurt.

Luminita Zaituc (LG Braunschweig) wird am Sonntag beim Commerzbank Frankfurt-Marathon ihre leistungssportliche Karriere beenden. Die 41-jährige Langstrecklerin hat nicht zufällig das Rennen am Main als letzten Lauf gewählt. Es war hier, wo sie bereits am Anfang ihrer Marathonkarriere im Jahr 2001 mit 2:26:01 Stunden gewann. Dieses Ergebnis ist ihre Bestzeit geblieben. Und das wird auch am Sonntag so bleiben, denn in Höchstform ist Luminita Zaituc nicht mehr. Trotzdem will sie noch einmal einen Marathon laufen, „mit dem ich zufrieden bin, wenn ich im Ziel bin“. Ein Ergebnis von unter 2:30 Stunden wäre ein Abschied mit dem sie sehr zufrieden wäre.

„Gemessen an meinem Training müsste eine Zeit von knapp unter 2:30 Stunden möglich sein, aber man weiß natürlich bei einem Marathon nie, ob das am Ende auch so klappt“, sagt Luminita Zaituc, die sich keinen besseren Abschiedslauf als den in Frankfurt vorstellen konnte. „Das passt perfekt, denn hier hatte ich schöne Erfolge.“ Nach ihrem Sieg 2001 wurde sie ein Jahr später Zweite und 2003 triumphierte sie ein zweites Mal am Main. Bezüglich einer Top-Platzierung macht sich Luminita Zaituc allerdings keine Illusionen. Sie weiß um die Stärke ihrer Konkurrentinnen. „Das Feld ist in diesem Jahr besonders stark. Das ist schon bald wie beim New York-Marathon“, sagt Luminita Zaituc, die 2004 in New York einen starken sechsten Platz belegt hatte und dieses Ergebnis zu den besten ihrer Laufbahn zählt.

Der größte Erfolg bei einer internationalen Meisterschaft gelang der aus Rumänien stammenden Athletin 2002 bei den Europameisterschaften in München. Damals gewann sie im Marathon eine Silbermedaille. Durchaus beachtlich war auch ihr Olympiarennen 2004. im brütend heißen Athen belegte sie auf dem harten Original-Marathonkurs von Marathon nach Athen Platz 18. Pech hatte sie allerdings vor gut zwei Monaten beim WM-Marathon in Berlin, als ihr die falsche Flasche am Verpflegungspunkt gereicht wurde. Ausgerechnet bei der Heim-WM bekam sie die Flasche von Ulrike Maisch, die mit Tee und Honig gefüllt war. Diese Kombination war so ungewohnt für Luminita Zaituc, dass sie starke Seitenstiche bekam und das Rennen schließlich aufgab. Das war ärgerlich und schade zugleich. „Aber auch wenn ich in Berlin bei der WM ein gutes Resultat erreicht hätte, wäre ich zum Abschluss in Frankfurt gestartet“, sagt Luminita Zaituc, die bis zu 180 km pro Woche trainiert hat, um sich für das Rennen am Sonntag in Form zu bringen. Ganz mit dem Laufen aufhören wird Luminita Zaituc nach dem Frankfurt Marathon aber nicht. Was sie genau machen wird, wollte die viertschnellste deutsche Marathonläuferin aller Zeiten aber noch nicht verraten.

Während Luminita Zaituc sich auf ihr Abschiedsrennen freut, hofft Günther Weidlinger auf einen ebenso unbeschwerten Marathon, der ihn am Ende vielleicht doch zum dieses Mal ungeplanten österreichischen Rekord führen könnte.

In Österreich ist der 31 Jahre alte Läufer schon so etwas wie eine Leichtathletik-Legende, hat er doch auf den Mittel- und Langstrecken fast alle nationalen Rekorde in seinem Besitz. Unter anderen auf den Bahndistanzen 1500 Meter (3:34,69 Minuten), 3000 Meter Hindernis (8:10,83), 5000 Meter (13:13,44) und 10.000 Meter (27:36,46). Hinzu kommen zwei österreichische Bestmarken auf der Straße: 10 Kilometer in 28:10 Minuten, Halbmarathon in 61:42 Minuten. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney erreichte der Weltklasseläufer über 3000 Meter Hindernis den achten Platz. Bei der WM 2007 gingen Bilder seines brutalen Sturzes um die Welt. Weidlinger war in Osaka im Vorlauf so unglücklich gestolpert, dass er mit dem Gesicht auf den Hindernisbalken knallte. Unabhängig von diesem Sturz konzentrierte sich der Österreicher danach auf die Straßen-Langstrecken.

Günther Weidlinger debütierte im April 2009 in Wien über die Marathondistanz. Dabei lief er 2:12:39 Stunden und verpasste den avisierten Landesrekord von Gerhard Hartmann aus dem Jahr 1986 nur um 17 Sekunden. Doch in Wien konnte er nicht sein 100-prozentiges Leistungsvermögen abrufen. Er lief mit einem Verletzungsproblem, das zudem nicht richtig diagnostiziert worden war. Zunächst nahm man an, es handele sich um einen Leistenbruch. Umsonst wurde er nach dem Vienna City-Marathon an der Leiste operiert. Diagnostiziert wurde dann ein Ermüdungsbruch im Becken, doch auch das war falsch. Es handelte sich um eine Muskelansatzentzündung im Becken.

Durch die mehrfachen Fehldiagnosen hat Günther Weidlinger im Frühjahr und Sommer viel Zeit verloren, doch er scheint rechtzeitig vor dem Frankfurt-Marathon in Form zu kommen. Im September lief er in Sheffield ein gutes Comeback-Rennen. Bei dem hochkarätigen 10-km-Rennen wurde er Siebenter in 29:46 Minuten. „Ich bin sehr zufrieden, dass ich nach nur vier Wochen Training so ein gutes Rennen hingelegt habe“, sagte Günther Weidlinger damals gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

„In der letzten Zeit lief es besser als erwartet im Training“ erklärte Günther Weidlinger nun am Freitag in Frankfurt. „Und da ich jetzt hier erfahren habe, dass es eine Tempomachergruppe geben wird, die eine Halbmarathon-Zwischenzeit von 66 Minuten anpeilt, werde ich dort mitlaufen. Das ist die schnellstmögliche Zeit, die mit dem Trainer verabredet wurde. Vielleicht läuft es am Ende ohne Druck besser für mich und ich kann sogar schneller als in Wien sein.”

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net

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