Berlin-Marathon 2015

Aberu Kebede und Gladys Cherono favorisiert

In den letzten Jahren liefen die Frauen beim Berlin-Marathon nicht unter 2:20 Stunden. Aberu Kebede und Gladys Cherono haben gute Chancen, mit der Tradition zu brechen.

Fate Tola und Anna Hahner Wien 2015

Im Frühjahr blieben Fate Tola und Anna Hahner in Wien noch etwas unter ihren Möglichkeiten.

Bild: photorun.net

Die 2:20 Stunden sind nach wie vor eine sehr große Barriere im Frauen-Marathon. Im Jahr 2001 durchbrach die erste Frau diese Traumgrenze: Naoko Takahashi lief in Berlin 2:19:46 Stunden. Doch erst eine handvoll Zeiten unter 2:20 Stunden gab es in Berlin bisher – zuletzt durch Florence Kiplagat, die 2011 mit 2:19:44 Stunden gewann.

Keine klare Favoritin bei den Frauen

Eine die schon mehrfach Zeiten zwischen 2:20 Stunden und 2:23 Stunden gelaufen ist, trifft am Sonntag auf eine Marathon-Newcomerin, die im ersten Versuch nur haarscharf eine Zeit unter 2:20 Stunden verpasste. Die Äthiopierin Aberu Kebede hat in Berlin bereits 2010 und 2012 gewonnen. Sie ist eine Siegläuferin: 2010 gewann sie in Rotterdam, 2013 zunächst in Tokio sowie dann in Shanghai und 2014 in Frankfurt. Doch Sieg Nummer drei könnte in Berlin sehr schwierig werden. Denn Gladys Cherono ist Kenias neueste Marathon-Weltklasseläuferin. Sie lief in Dubai im Januar das drittschnellste Marathon-Debüt aller Zeiten und war nur eine Sekunde hinter Aselefech Mergia (Äthiopien) mit 2:20:03 Stunden im Ziel. Die amtierende Halbmarathon-Weltmeisterin verfügt über eine sehr starke Grundschnelligkeit, was ihr zweiter Platz bei der WM 2013 im 10.000-m-Finale beweist. Gladys Cherono sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr in Berlin starten. Doch eine Verletzung führte zur Verschiebung ihres Marathon-Debüts. Wenn sie am Sonntag in guter Form ist, darf man einiges erwarten.

Eine gute Rolle spielen könnte in Berlin auch Meseret Hailu (Ähtiopien). Sie hat eine Bestzeit von 2:21:09 Stunden, an die sie allerdings in den letzten zwei Jahren nicht mehr herangekommen ist. Immerhin zeigte Hailu im Frühjahr einen Aufwärtstrend: Sie gewann in Hamburg mit 2:25:41 Stunden. Stärker einzuschätzen ist zurzeit aber ihre Landsfrau Tadelech Bekele, die im vergangenen Jahr in Berlin ein starkes Marathon-Debüt lief. Mit 2:23:02 Stunden wurde sie damals Vierte. Diese Zeit verbesserte Bekele im Januar in Dubai auf 2:22:51 Stunden.

Anna Hahner will über den Berlin-Marathon zu den Olympischen Spielen

Anna Hahner wird zum dritten Mal in ihrer Karriere beim BMW Berlin-Marathon an den Start gehen. Die 25-jährige Athletin, die in Gengenbach (Schwarzwald) wohnt und für Run2Sky startet, ist zurzeit Deutschlands beste Marathonläuferin. Seit ihrer Marathon-Premiere 2012 hat sie sich kontinuierlich gesteigert. Anna Hahner lief im vergangenen Jahr in Berlin mit 2:26:44 Stunden ihre aktuelle persönliche Bestzeit. Ihr größter Erfolg gelang ihr im Frühjahr 2014. Damals gewann sie sensationell den Vienna City Marathon in 2:28:59 Stunden. Am Sonntag hat sie zwei Zeiten im Blick: Ihren persönlichen Rekord und die Olympianorm von 2:28:30 Stunden.

Nach ihren letzten Rennen lässt sich die Form von Anna Hahner schwer einschätzen. Einen Aufwärtstrend verzeichnete Fate Tola (LG Braunschweig), die bei den Deutschen Meisterschaften über zehn Kilometer Anfang September 31:56 Minuten lief und gewann. Die Äthiopierin, die seit Jahren in Deutschland lebt und hier eine Familie gründete, hat die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt. Fate Tola hat eine Bestzeit von 2:25:14 Stunden. Nach einer Babypause lief sie im April in Wien ihr Marathon-Comeback, brach dort jedoch in der zweiten Hälfte des Rennens ein und belegte schließlich Rang sieben mit 2:34:43 Stunden – zwei Plätze hinter Anna Hahner.

Marathon-Weltrekorde in Berlin

1977 Christa Vahlensieck (Wuppertal) 2:34:48 *
1998 Ronaldo da Costa (BRA) 2:06:05
1999 Tegla Loroupe (KEN) 2:20:43
2001 Naoko Takahashi (JPN) 2:19:46
2003 Paul Tergat (KEN) 2:04:55
2007 Haile Gebrselassie (ETH) 2:04:26
2008 Haile Gebrselassie (ETH) 2:03:59
2011 Patrick Makau (KEN) 2:03:38
2013 Wilson Kipsang (KEN) 2:03:23
2014 Dennis Kimetto (KEN) 2:02:57

* bei den Deutschen Meisterschaften, die im Rahmen des Berlin-Marathon stattfanden

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Eliud Kipchoge und Emmanuel Mutai gehen in Berlin auf Weltrekordjagd


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