Salzburg Marathon 2017

6.457 liefen in Salzburg bei den „Get active days“

Der Kenianer Hosea Kiprotich Rutto siegte beim 14. Salzburg Marathon in 2:17:49 Stunden. Erstmals waren Start und Ziel vor dem prachtvollen Schloss Mirabell aufgebaut.

Salzburg-Marathon

Der Start zum 14. Salzburg-Marathon.

Bild: Salzburg Marathon / Uwe Brandl

Insgesamt hatten sich 6.457 Läufer aus rund 70 Nationen für einen der zahlreichen Bewerbe im Rahmen der „Get active days“ angemeldet. Der Kenianer Hosea Kiprotich Rutto ist der große Sieger des 14. Salzburg Marathon. Der als Favorit angetretene 25-Jährige setzte sich im letzen Viertel von seinem Landsmann Simon Njeri ab und überquerte die Ziellinie mit einer Zeit von 2:17:49 Stunden. Das ist die schnellste Siegerzeit in der Mozartstadt seit Eliud Kiplagats Streckenrekord im Jahr 2013. Simon Njeri (2:23:19 Stunden) und Abraham Limo (2:25:53 Stunden) mussten in der Schlussphase dem hohen Tempo der ersten Rennhälfte Tribut zollen, sicherten aber die Positionen zwei und drei ab.

Bei guten Laufbedingungen mit Temperaturen um 11°C und bedecktem Himmel, der aber die Regentropfen bis zu den Mittagsstunden zurückhielt, fiel erstmals in der Geschichte des Salzburg-Marathons am Mirabellplatz der Startschuss für den Marathon und den Halbmarathon. Rasch bildete sich eine flinke Spitzengruppe, in der die drei kenianischen Favoriten Unterstützung durch den eritreischen Halbmarathonläufer Filmon Abraham bekam. Das Quartett erreichte 10 km in einer Zeit von 31:15 Minuten. Als Abraham am Mirabellplatz seinen Sieg im Halbmarathon in einer Zeit von 1:06:34 Stunden fixierte, ging das kenianische Trio mit einer Zwischenzeit von 1:06:36 Stunden auf die zweite Runde.

Bis Kilometer 30 hielten die drei Spitzenläufer ein konstant hohes Tempo, der Streckenrekord ihres Landsmanns Eliud Kiplagat schien noch im Bereich des Möglichen. Im letzten Viertel des Marathons forderte die bisherige Renngestaltung in Kombination mit dem leicht störenden Wind aus nordwestlicher Richtung ihren Tribut. Limo und Njeri konnten das Tempo Ruttos nicht mehr halten, der sich als Solist absetzte und seinen Siegeslauf in einer Zeit von 2:17:49 Stunden finalisierte. Damit erzielte er die viertschnellste Marathon-Siegerzeit in der Geschichte der Lauffestspiele in der Mozartstadt.

Mit großem Jubel erreichte der Südtiroler Helmuth Mair (SG Eisacktal Marathon) als Vierter das Ziel. Seine Freude begründete sich in einer neuen persönlichen Bestleistung von 2:33:55 Stunden – und das im Alter von 46 Jahren. „Ich habe in der ersten Rennhälfte eine gute Gruppe an Halbmarathonläufern erwischt und habe dann durchgezogen“, so Mair. Knapp zwei Minuten hinter dem Russen Sergei Sorotkin erreichte Herbert Reiter (Bad Wimsbach Neydharting) als bester Österreicher das Ziel auf Rang sechs. „Traumhaft! Mein Ziel war eine Zeit unter 2:40 Stunden und die habe ich erreicht. Ich bin zwar ein bisschen zu schnell angelaufen und habe daher meine persönliche Bestleistung hauchdünn verpasst, aber es war ein tolles Erlebnis“, resümierte ein sichtlich begeisterter Herbert Reiter.

Dramatisches Finale bei den Frauen

Zu einem sportlichen Drama kam es in der Schlussphase des Frauen-Rennens. Die lange Zeit führende Kenianerin Pamela Talam, die den Halbmarathon in einer Zeit von 1:17:26 Stunden passiert hatte, brach bei ihrem ersten Marathon außerhalb der kenianischen Landesgrenzen und ihrem zweiten überhaupt völlig ein und gab den sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand. Die Ungarin Tünde Szabo, im vergangenen Herbst Siegerin beim Verona Marathon, zog rund 400 Meter vor der Ziellinie an Talam vorbei und feierte einen überraschenden Sieg. Schließlich hatte sie zu Halbzeit des Rennens über fünfeinhalb Minuten Rückstand auf die Kenianerin. Auch die Olympia-Teilnehmerin von Rio 2016 war im Ziel gezeichnet von Erschöpfung, der schmerzende hintere linke Oberschenkel setzte ihr zu. Mit letzter Kraft hatte die 28-Jährige die Ziellinie in einer Zeit von 2:54:06 Stunden überquert.

Gut eine Minute später „torkelte“ die völlig erschöpfte und entkräftete Talam über die Ziellinie und belegte Rang zwei. Beste Salzburgerin und gleichzeitig beste Österreicherin wurde die ehemalige, zweifache Siegerin des Salzburg Marathon, Sabine Hofer (LAC Salzburg). Die 55-Jährige lieferte eine beachtliche Leistung von 3:01:46 Stunden ab und wurde Fünfte. Insgesamt 998 Läufer hatten sich für die Marathon-Distanz angemeldet.

Marathon-Siegerin Tünde Szabo.

Bild: Salzburg Marathon / Bryan Reinhart


Eritreeischer Sieg im Halbmarathon

Einen deutlichen Sieg gab es im Halbmarathon der Männer durch den Eritreer Filmon Abraham, der in Traunstein lebt und für den bayrischen Verein LG Telis Regensburg startet. Er siegte in einer tollen Zeit von 1:06:34 Stunden, der schnellsten Halbmarathon-Siegerzeit in Salzburg seit 2011. „Das war mein erster Halbmarathon überhaupt. Ich habe mir eine 1:06er Zeit vorgenommen und die habe ich erreicht. Ich bin sehr zufrieden“, jubelte er.

Ein Jahr lang hat Cornelia Köpper den Laufsport aus beruflichen und privaten Gründen etwas in den Hintergrund schieben müssen. Der Halbmarathon in Salzburg war ihr erstes Rennen über eine längere Distanz und damit eine Art Comeback, das sie in einer Zeit von 1:22:54 Stunden siegreich gestalten konnte. „Es waren sehr gute Bedingungen, ideale Temperaturen, kein Regen und nur stellenweise etwas windig. Ich freue mich, dass ich aus meiner Pause so zurückgekommen bin“ sagte die Niederösterreicherin im Ziel. Andrea Oberbichler (Union Raika Lienz) und Inek Onaran, eine vom Salzburg Tourismus eingeladene Journalistin aus der Türkei, belegten die Ränge zwei und drei in Leistungen von 1:25:38 Stunden bzw. 1:26:13 Stunden. Der Sparkasse Halbmarathon war erneut der teilnehmerstärkste Bewerb im Rahmen der „Get active days“ mit 2.270 Anmeldungen.

Knapp 1.000 Teilnehmer bestritten den CityRun über 10 km, dessen Startschuss direkt am Leopoldskroner Weiher den Marathonsonntag in Salzburg um 8:45 Uhr eröffnete. Bereits früh zeichnete sich sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ein überlegener Sieg ab. Als erster Läufer des Tages erreichte der seit 2014 in Österreich lebende Somalier Mustafe Abdilaahi (Naturfreunde Wals) die Ziellinie vor Schloss Mirabell und freute sich über eine sehr starke Siegerzeit von 32:07 Minuten. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Lauf heute. Ich konnte frühzeitig einen großen Vorsprung herausgelaufen“, erzählte er in sehr gutem Deutsch und fügte an, erst in Österreich mit dem Laufen begonnen zu haben. Das Stockerl komplettierten der Deutsche Karsten Kruck (SV Schnöllnach) in einer Zeit von 34:40 Minuten und Andreas Raffler (Power Sport Team), der in einer Zeit von exakt 36 Minuten als erster Österreicher das Ziel erreichte.

„Das ist eine wunderschöne Strecke, eine herrliche Kulisse, wie von einem Künstler auf die Leinwand gemalt!“ Das sind die Worte der Frauen-Siegerin Marika Rubino direkt nach dem Zielleinlauf. Die aus der Region Friuli in Norditalien stammende Läuferin nahm zum ersten Mal beim Salzburg Marathon teil und siegte gleich in einer Zeit von 39:24 Minuten. Die Deutsche Lisa Bornscheuer (ASV Salzburg) und Sandra Kohlbrat aus der Ramsau belegten in Laufzeiten von 44:18 Minuten und 44:32 Minuten deutlich distanziert die Ränge zwei und drei. Großartige Stimmung an allen drei Tagen Tausende Zuschauer säumten am Sonntag die Marathonstrecke in Salzburg und feuerten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lautstark an. Die Tausenden Läuferinnen und Läufer genossen die einzigartige Atmosphäre der Lauffestspiele in der Mozartstadt sichtlich.