1. Horizontweg Marathon Hamburg

46 Runden auf Beton-Stelzen über Hamburg

Ein 914 Meter langes Stahlband auf Betonstelzen wurde für einen Nachmittag zu einer spektakulären Marathonstrecke hoch über Hamburg.

1. Horizontweg Marathon Hamburg 2014 - Fotos
1. Horizontweg Marathon Hamburg

Industriekulisse und die Silhouette Hamburgs wechselten auf der 914 Meter kurzen Runde.

Bild: Su Jin Jaitang

Christian Hottas ist in der Marathonszene kein Unbekannter. Über 2.200 Marathonläufe finishte er bislang erfolgreich, soviel wie kein anderer Mensch weltweit. Daneben veranstaltet er aber auch regelmäßig selbst Marathonläufe. Klein und überschaubar ist hier die Zahl der Teilnehmer, aber immer wieder sind echte Laufperlen darunter. Am 2. November veranstaltete der Arzt wieder einmal ein ganz besonderen Marathon: den Horizontweg Marathon in Hamburg.

Auf der ehemaligen Deponie Georgswerder wurden jahrelang Müll und giftige Industrieabfälle abgeladen. Doch nach der Schließung der Deponie 1979 traten giftige Stoffe aus dem Müllberg aus, so unter anderem das Seveso-Dioxin. Das führte damals zu einem der größten Umweltskandale der Bundesrepublik. In einem aufwändigen Verfahren wurde die Deponie dauerhaft abgedichtet und gesichert. Für die Internationale Bauausstellung in Hamburg wurde der Deponiehügel umgestaltet und zu einem wichtigen Energielieferanten. Durch Windkraft und Sonnenenergie versorgt der Energieberg Georgswerder inzwischen rund 4.000 Haushalte mit „grünem“ Strom.

914 Meter kurze Marathonrunde beim Horizontweg Marathon Hamburg

2014 präsentiert sich der Energieberg als grüner Hügel mit fantastischer Aussicht weit über Hamburg. Der Horizontweg, ein 914 Meter langer Weg auf Betonstelzen umrundet den Gipfel des Berges. Christian Hottas hat diese Runde am ersten Novembersonntag zur Marathonstrecke gemacht, was bedeutete, dass alle Läufer nach einer 200 Meter langen Auftaktpassage 46 volle Runden absolvieren mussten.

Wer Angst vor Langeweile auf der kurzen Runde hatte, der wurde an diesem Nachmittag eines Besseren belehrt. Denn der Ausblick über den Hamburger Hafen und die Silhouette der Großstadt mit Hochhäusern und Kirchtürmen blieb Runde für Runde beeindruckend und die Läufer konnten sich daran nicht sattsehen. Die Autobahnen und die Kupferhütte Aurubis setzten weitere Akzente beim Blick in die Ferne.

Zudem änderte sich die Stimmung während des bewusst erst um 13.00 Uhr gestarteten Rennens mehrmals. Herbstlich bewölkt und kühl war es in der ersten Stunde, angenehm warm und sonnig in der zweiten, als sich die Wolken verzogen hatten. In der vierten Stunde genossen die Läufer dann einen perfekten Sonnenuntergang. Dann schaltete sich das Lichterband im Geländer ein und sorgte noch einmal für eine völlig andere Atmosphäre auf dem Stahlband auf Stelzen, das für einen Tag lang zur Marathonstrecke wurde.

Die gigantischen Windräder drehten sich während des Marathons gemächlich. Die Marathonläufer wussten nach dem Lauf, warum sie ausgerechnet auf diesem Hügel stehen. Während nämlich in der Stadt an diesem Tag kein Lüftchen wehte, war der Wind auf dem Horizonteweg durchaus deutlich zu spüren.

Ein einsames Rennen an der Spitze lief Christian Siemers in 3:12:32 Stunden. Keiner konnte sein Tempo auch nur annähernd aufnehmen. Schnellste Läuferin war Kirsten Stahlberg in 4:03:20 Stunden. 35 Läufer schafften die kompletten 46 Runden und finischten den Marathon erfolgreich.

Das Video vom Horizonteweg Marathon Hamburg

Frank Pachura hat beim Horizonteweg Marathon während seines Laufes ein tolles Video gedreht, das die ganz beseondere Atmosphäre dieses kleinen aber besonders attraktiven Marathons sehr eindringlich wiedergibt. Hier ist es: