30. Jubiläums-Ausgabe

40.000 Meldungen für den Wien-Marathon

Bei der 30. Jubiläums-Ausgabe des Wien-Marathons sind über 40.000 Läufer gemeldet, darunter zehn Topläufer mit Bestzeiten unter 2:10 Stunden.

Yegon_Sugat_Kebebush_Kipchumba

Schnelle Rennen planen Gilbert Yegon, Henry Sugut, Kebebush Haile und Jafred Kipchumba (von links) am Sonntag bei der 30. Jubiläums-Ausgabe des Vienna-City-Marathons am 14. April in Wien.

Bild: Giancarlo Colombo/photorun.net

Vor einem Jahr war der Vienna-City-Marathon, wie der Wien-Marathon offiziell heißt, ganz einfach: „Su gut!” Der Kenianer Henry Sugut hatte mit 2:06:58 Stunden die schnellste je in Österreich gelaufene Zeit erzielt. Auf die Frage, wie war der Marathon, lautete die Antwort im österreichischen Dialekt „Su gut!“. Vielleicht wird es am Sonntag, wenn die 30. Jubiläums-Ausgabe des Rennens gestartet wird, noch besser. Zehn Läufer gehen mit Bestzeiten von unter 2:10 Stunden ins Rennen. Darunter ist neben dem Titelverteidiger Henry Sugut mit Jafred Kipchumba der schnellste Läufer, der je für die Marathondistanz in Wien verpflichtet wurde. Der Kenianer hat eine Bestzeit von 2:05:48. Auch das Frauen-Elitefeld ist gut besetzt. Sieben Läuferinnen haben Bestzeiten von unter 2:28 Stunden. Alle Wettbewerbe zusammengerechnet, hat sich für die Veranstaltung die Rekordzahl von 40.957 Läufern gemeldet.

„Wenn ich nach Wien zurückkomme, gibt mir das ein gutes Gefühl. Ich fühle mich zuversichtlich, denn ich habe hier zweimal gewonnen und kenne das Rennen gut“, sagte Henry Sugut, der bereits 2010 in Wien triumphiert hatte (2:08:40).

Sein zweiter Marathon im vergangenen Jahr lief nicht so gut wie in Wien. In Amsterdam wurde er im Oktober Neunter mit 2:09:07. „Die Strecke in Amsterdam ist gut, aber es war sehr windig“, erklärte Henry Sugut. „Jetzt bin ich in guter Form. Ich habe mich vollkommen auf den Wien-Marathon konzentriert und bin daher keine anderen Rennen gelaufen.“ Angesprochen auf das voraussichtliche Tempo – mit einer geplanten Halbmarathon-Zwischenzeit von rund 63:30 Minuten – sagte er: „Dieses Tempo ist in Ordnung für mich.“

Einer von Henry Suguts Trainingspartnern, Gilbert Yegon, ist einer seiner stärksten Rivalen am Sonntag. „Es ist immer gut, wenn du in der Führungsgruppe läufst und es ist noch ein Trainingspartner dabei“, erklärte der Titelverteidiger Sugut. Es ist aber zugleich auch eine Revanche für 2012. Denn vor einem Jahr war Gilbert Yegon Zweiter in Wien hinter Henry Sugut mit 2:07:38. Das ist die zweitschnellste je in Wien gelaufene Zeit. Gleich bei seinem Debüt hatte Gilbert Yegon 2009 seine Bestzeit aufgestellt. Damals siegte er in Amsterdam mit 2:06:18 Stunden. „Danach hatte ich lange Zeit Probleme mit der Wadenmuskulatur. Jetzt ist alles in Ordnung, und ich hoffe auf eine persönliche Bestzeit am Sonntag in Wien“, sagte der 24-Jährige.

Jafred Kipchumba ist nach einem Jahr Verletzungspause wieder "guter Form".

Bild: photorun.net / Jean-Pierre Durand

Auch Jafred Kipchumba hat gute Erinnerungen an Wien. 2009 war er in jenem Rennen gelaufen, in dem sich das Elitefeld ausschließlich aus Debütanten zusammensetzte. Damals wurde er Sechster mit 2:10:42. „Der Wien-Marathon hat damals mein Leben verändert. Fortan habe ich höhere Preisgelder verdient und konnte mir zum Beispiel ein Haus in Kenia bauen“, sagte Jafred Kipchumba, der 2010 den Mailand-Marathon gewann (2:09:15), sich dann als Zweiter in Toronto auf 2:08:10 verbesserte und 2011 in Eindhoven mit der Weltklassezeit von 2:05:48 triumphierte. „Nach Eindhoven hatte ich eine Verletzung, so dass ich im vergangenen Jahr keine Rennen laufen konnte. Aber jetzt bin ich in guter Form”, sagte Jafred Kipchumba.

Auch das Frauen-Elitefeld ist stäker besetzt als zuletzt. Sechs Läuferinnen haben Bestzeiten von unter 2:27 Stunden. Die Äthiopierin Kebebush Haile ist die schnellste im Feld mit 2:24:09. Mit dieser Zeit hatte sie 2011 in Shanghai gewonnen. Danach folgte ein eher enttäuschender fünfter Rang in Düsseldorf, wo sie aufgrund eines Hüftproblems nicht über 2:29:02 hinauskam. Seitdem ist sie kein Rennen mehr gelaufen. Ihr Ziel am Sonntag ist eine persönliche Bestzeit im Bereich unter 2:24 Stunden. „Mit solch einer Leistung hoffe ich auf eine Nominierung für den WM-Marathon in Moskau“, sagte die 27-Jährige, die auch auf starke Konkurrenz aus dem eigenen Lande trifft. Darunter sind Eyerusalem Kuma und Meskerem Assefa. Kuma war 2011 Zweite in Amsterdam hinter der späteren Marathon-Olympiasiegerin Tiki Gelana (Äthiopien). Sie erreichte damals mit 2:24:55 ihre Bestzeit. Assefa lief im vergangenen Jahr bei Olympia noch über 1500 m, schied allerdings im Vorlauf aus. Im Januar rannte sie beim Houston-Marathon erstmals über die klassische Distanz und kam bei ungünstigen Wetterbedingungen nach 2:25:17 als Dritte ins Ziel. Vielleicht fällt am Sonntag der bereits 13 Jahre alte Streckenrekord der Italienerin Maura Viceconte (2:23:47).


runnersworld.de ist vor Ort. Eine ausführliche Fotogalerie vom Wien-Marathon erscheint noch am Sonntagabend.

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