Tokio-Marathon

35.000 rennen im Tokio-Marathon gegen den Wind

35.000 rannten beim Tokio-Marathon gegen den Wind. Der Kenianer Salim Kipsang siegte in 2:10:27 Stunden.

Mit mächtigen Schritten entwickelt sich der Tokio-Marathon zu einem der wichtigsten Rennen der Welt über die klassischen 42,195 km. Früher ein reines Eliterennen der Männer, wurde die Veranstaltung nun bereits zum dritten Mal auch als Massenrennen gestartet. Dabei ging die Rekordzahl von 35.000 Läufern an den Start. Damit war dieses Rennen der größte Marathon, den Japan bisher gesehen hat. Wie schon bei der Massen-Premiere vor zwei Jahren litt die Veranstaltung allerdings unter schlechten Wetterbedingungen, obwohl das Rennen aus dem Februar in den März verlegt worden war. 2007 störte ein eiskalter Regen die Läufer, am Sonntag war es nun ein starker Gegenwind. Dadurch waren die Eliteathleten lange nicht so schnell wie Vorjahressieger Viktor Röthlin (Schweiz/2:07:23).

Rekordzahlen ja, Rekordzeiten nein: Beim größten Marathon in der Geschichte Japans verhinderte starker Gegenwind neue Spitzenzeiten.

Bild: photorun.net

Im Männerrennen fiel die Entscheidung bei Kilometer 36: Auf einer Brücke zog der 29-jährige Salim Kipsang das Tempo an und konnte seine letzten beiden Konkurrenten entscheidend hinter sich lassen. Sammy Korir (Kenia), mit einer Bestzeit von 2:04:56 Stunden der drittschnellste Läufer aller Zeiten, und der Japaner Kensuke Takahashi waren geschlagen. Die beiden mussten vier Kilometer vor dem Ziel sogar noch den am Ende stark aufholenden Japaner Kazuhiro Maeda vorbeiziehen lassen. Kipsang konnte Maeda allerdings nicht mehr gefährden.

Nach 2:10:27 Stunden war Salim Kipsang, der 2007 seine Marathon-Bestzeit von 2:07:29 Stunden als Dritter in Berlin aufgestellt hatte, im Ziel und feierte den bisher größten Sieg seiner Karriere. 2005 hatte er bereits den Paris-Marathon in 2:08:04 gewonnen. Im vergangenen Jahr war der Kenianer so gut wie nicht in Erscheinung getreten. Jetzt meldete er sich zurück. Zweiter wurde Kazuhiro Maeda mit 2:11:01 Stunden, der damit seinem drittplatzierten Landsmann Kensuke Takahashi (2:11:25) auf den letzten Kilometern noch den WM-Startplatz für Berlin wegschnappte. Auf Rang vier lief Sammy Korir mit 2:11:57.

Zum ersten Mal wurde bei dem neuen Tokio-Marathon auch ein Frauen-Eliterennen integriert. In den vergangenen Jahren hatten die Veranstalter darauf noch verzichtet, um keine Konkurrenz zum traditionellen Frauen-Elite-Marathon im November aufzubauen. Dieses Rennen findet jedoch zukünftig nicht mehr statt. Die neue Ära begann mit einem Heimsieg: Die 29-jährige Mizuho Nasukawa gewann das Rennen in flotten 2:25:38 Stunden. Es war ihr erster großer Sieg bei einem bedeutenden Straßenlauf, jedoch konnte sie sich nicht für die WM qualifizieren, da das Rennen in diesem Jahr noch nicht zu den japanischen Qualifikationsläufen gehörte.

Trotz des Windes steigerte Mizuho Nasukawa ihre bisherige Bestzeit von 2:29:49 Stunden deutlich. Sie hatte allerdings Glück, dass sie relativ windgeschützt in einer Männergruppe laufen konnte, nachdem sie sich kurz vor der 30-km-Marke an die Spitze gesetzt hatte. Über drei Minuten hinter ihr folgte Yukari Sahaku (Japan/2:28:55) auf Rang zwei. Dritte wurde die WM-Dritte von Osaka 2007, Reiko Tosa (Japan), in 2:29:19. Alevtina Biktimirova (Russland) lief auf Rang vier mit 2:29:33.

Durch die Integration des Frauen-Eliterennens erfüllt der Tokio-Marathon alle notwendigen Voraussetzungen für eine zukünftige Aufnahme in die World Marathon Majors (WMM).

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net