Geschichte des Stadtmarathons

25 Jahre City-Marathon, Teil 1

Der Berlin-Marathon: vom Grunewald in die Champion´s League der Marathons

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Das Feld der 25.000 Läufer passiert am 30. September 1990 nach kurzem Anlauf das historische Wahrzeichen Berlins: das Brandenburger Tor.

Bild: Archiv

Der Platzierung im Kalender ist es zu verdanken, dass der Hoechst-Marathon in Frankfurt im Mai 1981 Deutschlands erster Stadtmarathon war; weniger als vier Monate später folgte Berlin mit seinem Stadtmarathon.

In Berlin gab es schon seit 1974 einen Marathon, den der Sportclub Charlottenburg (SCC) unter Leitung von Horst Milde im Grunewald ausrichtete. Ähnlich wie in New York, wo der damalige Race Director Fred Lebow den dortigen Marathon seit 1970 im Central Park veranstaltet hatte und ihn 1976 auf die Straßen der fünf Stadtteile brachte, gelang es Horst Milde, die Behörden davon zu überzeugen, dass es eine gute Idee sei, anstatt im Grunewald über die Straße des 17. Juni und den Ku’damm zu laufen. Die New Yorker Erfolgsgeschichte ist bekannt, die des Berlin-Marathons ebenfalls. Beide stehen stellvertretend für die Spitze des Eisbergs von weltweit vielen Millionen Läuferinnen und Läufern.

Berlin als Touristenattraktion
Nachdem in Frankfurt der Hauptsponsor Hoechst AG nach der durchaus großartigen fünften Auflage 1985 (erstmals wurden Deutsche Marathonmeisterschaften in einen Stadtmarathon integriert) das Handtuch geworfen und sein Engagement, das rund 1,5 Millionen Mark betrug, beendet hatte, gab es in Frankfurt bis zum Wiederaufleben 1987 im Jahr 1986 eine Marathonpause.

Nach dem Verschwinden des Hoechst-Marathons war der Berlin-Marathon unumstritten die Nummer eins in Deutschland. Bis 1990 war hier nie das große Sponsorengeld im Spiel wie in Frankfurt, dafür trumpfte neben einer schnellen Strecke und dem begeisternd mitgehenden Publikum eine reibungslose Organisation auf, dazu kam der touristische Attraktionswert der bis Ende 1989 geteilten Stadt. Schon in den achtziger Jahren hatte der Berlin-Marathon in den mit Abstand höchsten Anteil von touristischen Ausländern im Teilnehmerfeld.

Historischer Schritt: Der Lauf durchs Brandenburger Tor
Berlin übertraf in jedem Jahr die Frankfurter Vorgabe an Teilnehmern, nicht jedoch die Siegerzeiten. Bei der Premiere 1982 wurden 3400 Meldungen verzeichnet (Frankfurt 3150). Mittlerweile waren in aller Welt Stadtmarathons entstanden, von Paris bis Chicago, von Helsinki bis Miami. Die Berliner katapultierten sich 1990 ins Vorderfeld der Weltliga, denn nach der Maueröffung Ende 1989 erlebte der Marathon mit der neuen Strecke durch das Brandenburger Tor einen Boom. Auf 25000 war das Teilnehmerfeld im September 1990 limitiert, das bedeutete einen Zuwachs von 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr; 1991 ging die Läuferzahl wieder um acht Prozent zurück. Seit 2000 ist das Teilnehmerfeld in Berlin begrenzt, zunächst auf 27000, 2001 auf 30000 und seit letztem Jahr auf 40000. Die Beliebtheit wird seither daran gemessen, wie früh der Lauf ausgebucht ist. In diesem Jahr war dies Ende Juni der Fall.

Die Weltrekordstrecke
Der Marathon durch die Hauptstadt glänzte mit zunehmender Größe auch mit immer mehr Weltklasse-Zeiten bei den schnellsten Männern und Frauen. Den ersten Weltrekord erlebten die Berliner 1998 durch den Brasilianer Da Costa, ein Jahr später lief die Kenianerin Tegla Loroupe so schnell wie noch keine Frau zuvor. 2001 unterbot die Japanerin Takahashi als erste Frau der Welt die Marke von 2:20 Stunden und 2003 lief der Kenianer Paul Tergat den heute noch gültigen Weltrekord von 2:04:55 (siehe unsere große Bildergalerie Berlin unten). Berlin ist seither ganz oben angelangt und der einzige deutsche Marathon in der Champion’s League zusammen mit den Läufen von New York, Boston, Chicago und London.

Ein Beitrag zu diesem Thema findet sich auch in der Oktober-Ausgabe 2006 von Runner's World

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