Tokio-Marathon 2014

14 Läufer unter 2:10 Stunden und 34.146 Finisher

Der Kenianer Dickson Chumba gewann den Tokio-Marathon 2014 in 2:05:42, bei den Frauen siegte Äthiopierin Tirfi Tsegaye in 2:22:23 Stunden. Unser Bericht mit ausführlicher Fotogalerie.

Tokio Marathon 2014 - Die Fotos
Tokyo-Marathon 2014

Buntes Treiben auf der Strecke des Tokio-Marathon 2014. Viele Teilnehmer traten in kreativen Outfits an.

Bild: Norbert Wilhelmi

Gleich beide Streckenrekorde fielen am Sonntag beim Tokio-Marathon. Dickson Chumba gewann das Rennnen in 2:05:42 Stunden, Tirfi Tsegaye war nach 2:22:23 im Ziel. Der 27-jährige Kenianer unterbot bei kühlen aber insgesamt guten Wetterbedingungen mit anfangs vier Grad Celsius den vor einem Jahr von seinem Landsmann Dennis Kimetto aufgestellten Kursrekord von 2:06:50 um über eine Minute. Gleich um gut drei Minuten verbesserte die 29-jährige Äthiopierin Tsegaye den allerdings zuvor zweitklassigen Streckenrekord von 2:25:28 Stunden. Diesen hatte Atsede Habtamu (Äthiopien) 2012 aufgestellt.

Fotograf Norbert Wilhelmi war für runnersworld.de vor Ort. Seine besten Bilder vom Tokio-Marathon 2014 finden Sie in der ausführlichen Bildergalerie über diesem Artikel.

Für eine Jahresweltbestzeit reichten die Leistungen beim ersten World Marathon Majors (WMM)-Rennen dieses Jahres jedoch nicht. Diese halten die Äthiopier Tsegaye Mekonnen, der den Dubai-Marathon im Januar mit 2:04:32 gewonnen hatte, und Mare Dibaba, die in Xiamen (China) 2:21:36 gelaufen war. Der Tokio-Marathon hatte bei den Männern aber eine sehr starke Breite in der Spitze. 14 Läufer blieben unter 2:10 Stunden. Von 35.556 Startern erreichten am Sonntag 34.146 das Ziel.

Die Männer lagen durchweg auf Kurs für einen neuen Streckenrekord. Eine Gruppe von rund 20 Läufern passierte die Halbmarathonmarke nach 63:03 Minuten. Nachdem an der 30-km-Marke (1:30:02 Stunden) dann die beiden Tempomacher ihre Arbeit beendet hatten, kam Bewegung in die Spitzengruppe. Es war zunächst der Paris-Marathon-Sieger Peter Some, der das Tempo forcierte. Geschlagen war zu diesem Zeitpunkt unter anderen der zweifache Marathon-Weltmeister und Olympia-Zweite Abel Kirui (Kenia), der am Ende als Zehnter ins Ziel kam. Sieben Läufer waren noch an der Spitze, als dann Dickson Chumba nach 35 km die Initiative ergriff. Er lief den nächsten 5-km-Abschnnitt in sehr schnellen 14:21 Minuten. Nur einer konnte zunächst noch mithalten: Tadese Tola, der innerhalb von 13 Monaten bereits seinen fünften Marathon lief und vor gut einem Jahr in Dubai mit 2:04:49 seine Bestzeit erreichte. Doch jenseits der 40-km-Marke war dann auch der Äthiopier geschlagen.

„Es war mein Plan, nach 35 Kilometern das Tempo zu verschärfen. Ich wusste, dass Tola ein starker Läufer ist und war mir daher bis zur 40-km-Marke nicht sicher, wer von uns gewinnen würde“, wird Dickson Chumba auf der Internetseite des internationalen Leichtathletik-Verbandes (iaaf.org) zitiert. Chumbas größter Erfolg war zuvor der Sieg beim Eindhoven-Marathon 2012 mit 2:05:46. In Tokio hatte er nicht zu den großen Favoriten gehört, da der Kenianer im vergangenen Jahr bei seinen beiden Marathonrennen nicht über Rang sieben (Boston in 2:14:08) beziehungsweise acht (Amsterdam mit 2:10:15) hinaus gekommen war.

Einen starken zweiten Platz erreichte Tadese Tola, der in 2:05:57 ins Ziel kam. Der drittplatzierte Sammy Kitwara blieb mit 2:06:30 ebenfalls noch unter dem alten Streckenrekord. Vierter wurde sein kenianischer Landsmann Michael Kipyego in 2:06:58.

Nach einer Halbmarathon-Zwischenzeit von 1:11:48 reduzierte sich im Rennen der Frauen die Spitzengruppe bis zur 30-km-Marke (1:41:27) auf vier Läuferinnen. Zwei Kenianerinnen und zwei Äthiopierinnen liefen in dieser Gruppe. Es waren dann die Äthiopierinnen Tirfi Tsegaye und Birhane Dibaba, die sich im Bereich um 35 km absetzen konnten. Lucy Kabuu, die einzige Läuferin im Feld mit einer Bestzeit von unter 2:20 Stunden (2:19:34), und Caroline Rotich waren geschlagen. Die Entscheidung fiel dann erst auf dem letzten Kilometer. Tsegaye sprintete an der vor ihr laufenden Dibaba vorbei und ließ ihrer Konkurrentin keine Chance. Mit sieben Sekunden Vorsprung lief Tsegaye schließlich in 2:22:23 Stunden ins Ziel. Hinter Dibaba, die mit 2:22:30 eine persönliche Bestzeit erreichte, belegten Kabuu (2:24:16) und Rotich (2:24:35) die nächsten Ränge.

Für Tirfi Tsegaye ist der Sieg in Tokio der dritte große Marathon-Triumph ihrer Karriere. Vor zwei Jahren hatte sie in Paris gewonnen (2:21:40), 2013 entschied sie den Dubai-Marathon für sich (2:23:23). Ihre nach wie vor aktuelle Bestzeit von 2:21:19 hatte sie als Zweite des Berlin-Marathons 2012 erreicht. In Tokio ist Tirfi Tsegaye nun Streckenrekordlerin, allerdings war es nicht die schnellste je in Tokio gelaufene Marathonzeit. Bei dem früheren reinen Eliterennen für Frauen war die Olympiasiegerin von 2004, Mizuki Noguchi (Japan), im Jahr 2007 2:21:37 gelaufen.

Ergebnisse

Männer:

1. Dickson Chumba KEN 2:05:42
2. Tadese Tola ETH 2:05:57
3. Sammy Kitwara KEN 2:06:30
4. Michael Kipyego KEN 2:06:58
5. Peter Some KEN 2:07:05
6. Geoffrey Kipsang KEN 2:07:37
7. Deressa Chimsa KEN 2:07:40
8. Kohei Matsumura JPN 2:08:09
9. Koji Kobayashi JPN 2:08:51
10. Abel Kirui KEN 2:09:04

Frauen:
1. Tirfi Tsegaye ETH 2:22:23
2. Birhane Dibaba ETH 2:22:30
3. Lucy Kabuu KEN 2:24:16
4. Caroline Rotich KEN 2:24:35
5. Janet Rono KEN 2:26:03
6. Albina Mayorova RUS 2:28:18
7. Mai Ito JPN 2:28:36
8. Rika Shintaku JPN 2:31:15

Text: race-news-service.com