Neue Streckenrekorde

10.310 liefen beim Hamburg-Marathon 2012 ins Ziel

Neue Streckenrekorde und das Aussteigen von Falk Cierpinski und Martin Beckmann, die sich für Olympia qualifizieren wollten, prägten den Hamburg-Marathon 2012.

Hamburg-Marathon 2012
Hamburg-Marathon 2012

Das Läuferfeld am Hamburger Hafen.

Bild: ©NDR/Herzig

Beim Hamburg-Marathon 2012 wurde gleich zweimal ein neuer Streckenrekord gelaufen: Shami Dawit aus Äthiopien siegte bei den Männern überlegen in 2:05:58 Stunden. Bei den Frauen setzte sich Rael Kiyara aus Kenia in 2:23:47 Stunden durch.

Bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen strömten 800.000 Besucher an die Strecke, um die Marathonis anzufeuern. 10.724 Marathonläufer gingen in Hamburg an den Start. 10.310 Marathonläufer finishten bei guten Laufbedingungen. Nicht darunter waren die beiden deutschen "Olympiaträumer" Falk Cierpinski und Martin Beckmann. Beide stiegen aus. Ganz stark lief dagegen Sören Kah. Als 14. im Gesamteinlauf und bester Deutscher erreichte er das Ziel nach 2:14:25 Stunden und steigerte seine Bestzeit damit ganz erheblich.

Die akutellen Fotos vom Hamburg-Marathon 2012 finden Sie in der Bildergalerie oben.

Bei teilweise etwas windigen Wetterbedingungen erreichte die 15-köpfige Spitzengruppe der Männer die Halbmarathonmarke nach 63:27 Minuten. Deutlich schneller war das Tempo von Shami Dawit dann auf der zweiten Streckenhälfte, wobei der Wind hier günstiger wehte als in der ersten Phase. Lange Zeit hatte sich der Äthiopier, der sich im Januar in Dubai auf 2:05:42 Stunden gesteigert hatte, zurückgehalten. Doch bei Kilometer 30 hatte er einen leichten Rückstand auf seinen Landsmann Dadi Yami aufgeholt. Während Yami in Dubai noch eine Sekunde schneller gewesen war, hatte er dieses Mal keine Chance. Dawit lief den 10-km-Abschnitt zwischen 30 und 40 in 29:07 Minuten und entschied das Rennen damit für sich. Mit großem Vorsprung erreichte der 27-Jährige in 2:05:58 das Ziel und blieb zum zweiten Mal innerhalb von gut drei Monaten unter 2:06 Stunden. Den sechs Jahre alten Kursrekord von Julio Rey (Spanien/2:06:52) verbesserte er um fast eine Minute.

Shami Dawit aus Äthiopien siegte beim Hamburg-Marathon 2012.

Bild: Hamburg-Marathon/Hochzwei

Auch die Breite in der Spitze überzeugte in Hamburg: Die folgenden fünf Athleten hinter Shami Dawit erreichten noch Zeiten unter 2:10 Stunden. Dadi Yami wurde mit 2:07:01 Zweiter vor Augustine Ronoh (Kenia/2:07:23), Shumi Dechasa (Äthiopien/2:07:56), Ahmed Abdullah (Katar/2:08:36) und Fikadu Lemma (Äthiopien/2:09:50).

Eine überzeugende Vorstellung zeigte Sören Kah (LG Lahn), der als 14. mit 2:14:25 Stunden als bester Deutscher ins Ziel kam. Dabei lief er nach einer Halbmarathon-Durchgangszeit von 67:47 Minuten die zweite Hälfte sogar schneller als die erste. Sören Kah war mit einer Bestzeit von 2:17:58, die er im vergangenen Herbst in Frankfurt gelaufen war, an den Start gegangen. Von ihm durfte man keine Zeit im Bereich der deutschen Olympianorm von 2:12:00 erwarten. Trotzdem kam er am Ende am dichtesten heran.

Einmal mehr gab es dagegen eine Pleite für Falk Cierpinski und Martin Beckmann. Cierpinski lief anfangs im richtigen Tempo für die Norm (10 km in 31:05), doch nach einer Halbmarathonzeit von 66:24 ging er wenige Kilometer später mit Krämpfen aus dem Rennen. Beckmann lag schon frühzeitig nicht im Bereich der Norm, erreichte dann die Halbmarathonmarke nach 69:10 und stieg später ebenfalls aus.

Bei den Frauen ging die spätere Siegerin Rael Kiyara etwas defensiver ins Rennen als zwei ihrer Rivalinnen. Die Kenianerin Valentine Kipketer und Netsanet Abeyo (Äthiopien) liefen die erste Hälfte in sehr schnellen 70:24 Minuten. Kiyara, die mit einer Marathon-Bestzeit von 2:25:23 nach Hamburg gereist war, erreichte die Halbmarathonmarke als Siebente nach 71:43 – doch sie hatte den längeren Atem. Eine nach der anderen überholte sie, und bei Kilometer 30 war Rael Kiyara Dritte. Der Abstand zu Abeyo betrug immer noch gut eine Minute, aber 10 Kilometer später hatte Rael Kiyara auch die Äthiopierin erreicht. In 2:23:47 stellte die Kenianerin schließlich einen Kursrekord auf. Die alte Marke war Irina Timofeyeva (Russland/2:24:14) im Jahr 2008 gelaufen.

Auch Netsanet Abeyo blieb mit 2:24:12 als Zweite noch knapp unter dem alten Streckenrekord. Rang drei belegte Etalemehu Kidane (Äthiopien) mit 2:25:49, gefolgt von Beatrice Torotich (Kenia/2:27:41). Fünfte wurde Valentine Kipketer in 2:28:02. Deutsche Topläuferinnen waren in Hamburg nicht am Start. Schnellste Deutsche war Mona Stockhecke (TV Unterstrass) als Zehnte mit 2:43:15.