Interview

"Meine Grundschnelligkeit sollte mir helfen"

Günther Weidlinger blickt zuversichtlich nach Barcelona, obwohl dort hohe Temperaturen erwartet werden.

Haben Sie etwas anders gemacht in der Vorbereitung als zuletzt?

Günther Weidlinger: Nein, es hat sich nichts Grundlegendes verändert. Ich absolviere jetzt in St. Moritz annähernd dasselbe Training wie in der Vorbereitung auf den Frankfurt-Marathon 2009. Allerdings achte ich stärker auf die allgemeine Kräftigung, auch im Oberkörper, und ich habe vor dem Höhentraining zwei Wochen in einem Höhenzelt mit einer simulierten Höhe von 2.800 Metern geschlafen. Die Kilometerumfänge sind nicht anders als vor meinen letzten beiden Marathonrennen. In St. Moritz laufe ich rund 200 km pro Woche. 16 Tage vor dem Start in Barcelona werde ich aus der Höhe wieder nach Hause fahren und dann noch ein 10-km-Testrennen in Sunderland laufen.

In Barcelona erwartet Sie ein Hitze-Marathon. Sind Sie ein guter Hitze-Läufer und wie bereiten Sie sich auf die hohen Temperaturen vor?

Günther Weidlinger: Trockene Hitze, wie wir sie zum Beispiel bei der WM 1999 in Sevilla hatten, bereitet mir nicht so viel Probleme, feuchte Hitze wäre allerdings nicht so gut. Ich konnte das natürlich bisher nicht testen, aber ich hoffe, dass ich das Laufen bei hohen Temperaturen auch über die Dauer eines Marathons gut durchhalte. Die Spanier haben hier sicherlich einen Heimvorteil, aber zum Glück ist es zurzeit auch in St. Moritz mit 25 Grad ziemlich war. Und ich werde, wenn ich wieder zu Hause bin, auch eine Woche lang bewusst in der Mittagszeit trainieren. Man muss allerdings vorsichtig sein, dass ein Training in der Hitze nicht zu sehr an die Substanz geht. Daher glaube ich, dass es keinen Sinn gemacht hätte, jetzt in Spanien zu trainieren.

Es wird sich sicherlich kein schnelles sondern ein taktisches Rennen entwickeln, das dann im letzten Drittel schneller werden dürfte – ist das ein Vorteil für Sie aufgrund Ihrer Grundschnelligkeit?

Günther Weidlinger: Wir haben ja hier keinen Sammy Wanjiru im Rennen, der vom Start weg losstürmt. Insofern erwarte ich auch ein eher langsames Tempo, bei dem man sich längere Zeit belauern wird. In der letzten oder vorletzten Runde wird es dann sicher schneller. Ich bin bezüglich eines solchen Rennens guter Dinge. Meine Grundschnelligkeit sollte mir helfen, obwohl ich heute natürlich nicht mehr so schnell bin wie noch zu Zeiten vor dem Marathontraining.

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