Jan Fitschen

„Marathon ist meine Zukunft“

Jan Fitschen läuft am Sonntag beim BMW Frankfurt-Marathon zum zweiten Mal 42,195 km. Das Interview.

Jan Fitschen

Jan Fitschen, hier bei seinem Marathondebüt in Düsseldorf, startet am Sonntag in Frankfurt.

Bild: photorun.net

Jan Fitschen läuft am Sonntag beim BMW Frankfurt-Marathon zum zweiten Mal über die klassische Distanz von 42,195 km. Der 34-jährige Athlet des TV Wattenscheid hatte bei seinem Debüt im Mai Pech, da er in Düsseldorf ein Hitze-Rennen erwischte. In 2:20:15 Stunden quälte er sich ins Ziel. Der 10.000-m-Europameister von 2006 gab vor seinem Rennen in Frankfurt das folgende Interview:

Mit welchen Zielen gehen Sie am Sonntag an den Start – ist die Olympianorm von 2:12:00 Stunden das Ziel?

Jan Fitschen: Die Olympianorm ist leider in Frankfurt noch kein Thema für mich. Nach dem Marathon in Düsseldorf geht es jetzt erst einmal um ein Ergebnis im Bereich von 2:15 Stunden. Das Risiko wäre zu groß, wenn ich versuchen würde, die Norm zu erreichen, denn ich konnte für ein solches Ergebnis nicht entsprechend trainieren. Das Problem war, dass in Düsseldorf bedingt durch die Hitze die Quälerei schon bei Kilometer 25 begann und nicht nach 35 km. Ich habe danach wesentlich länger gebraucht als gedacht, um mich zu erholen. Es dauerte rund drei Monate und dadurch fehlte mir diese Zeit in der Vorbereitung für Frankfurt.

Werden Sie dann im Frühjahr 2012 noch einen Versuch starten, um die Olympianorm zu erreichen?

Jan Fitschen: Ja, ich werde sicherlich im Frühjahr wieder einen Marathon laufen und es probieren. Es wird natürlich eng, denn es bleibt nur noch ein Versuch. Wenn das Wetter dann nicht mitspielt, ist die Chance dahin. Ich kann jetzt auch noch nicht sagen wo und wann ich im Frühjahr starten werde. Das wird sich in der Zeit nach dem Frankfurt-Marathon entscheiden und wenn ich sehe, wie die Erholungsphase dieses Mal verläuft.

Obwohl Düsseldorf in der Hitze zur Qual wurde, sagten Sie gleich danach: „Marathon ist mein Ding!“ Gilt das weiterhin?

Jan Fitschen: Auf jeden Fall. Ich sehe meine Zukunft auf der Marathonstrecke. Natürlich war Düsseldorf eine Quälerei, aber es war trotzdem zugleich auch eine tolle Atmosphäre. Das ganze Drumherum bei einem Marathon ist einfach irre. Auch das Training macht mir Spaß – wenn das nicht so wäre, könnte ich gar nicht diese hohen Umfänge laufen. Marathon ist etwas Besonderes, das merke ich auch wenn ich mit anderen Menschen spreche und erzähle, dass ich Marathon laufe. Das wirkt beeindruckend. Der Vergleich ist etwas weit hergeholt, aber selbst bei Haile Gebrselassie liefen die ersten Marathonrennen nicht so wie er sich das vorgestellt hatte. Und ich bin ja erst ganz am Anfang meiner Marathonkarriere.

War es vom Gefühl her in der Vorbereitung auf Frankfurt gut, dass Sie in Düsseldorf trotz der Hitze-Probleme nicht ausgestiegen sind?

Jan Fitschen: Für die Beine wäre es besser gewesen, wenn ich ausgestiegen wäre. Aber für den Kopf war es richtig, dass ich durchgelaufen bin. Beim ersten Marathon aufzugeben, wäre nicht gut gewesen. Dieser vermeintlich einfache Weg war noch nie mein Ding. Ich habe mich auch früher bei Bahnrennen immer durchgekämpft, wenn es nicht lief.

Vor ihrem Debüt in Düsseldorf trainierten sie bereits über 200 Kilometer pro Woche. Wie ist Ihre Form jetzt verglichen zum Frühjahr?

Jan Fitschen: Ich habe ganz ähnlich trainiert wie vor Düsseldorf und war dabei zweimal für jeweils drei Wochen im Höhentraining in St. Moritz. Ich bin fest davon überzeugt, dass im Langstreckenlauf das Höhentraining das A und O ist. Das hat insgesamt gut geklappt, und ich konnte mein Dauerlaufniveau etwas steigern. Ich hoffe, dass sich das gesamte Training dieses Jahres auszahlen wird und meine Form etwas besser ist als im Frühjahr. Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass das Wetter dieses Mal mitspielt.

Haben Sie eine Marathon-Traumzeit, die Sie eines Tages einmal erreichen möchten?

Jan Fitschen: Ja, die gibt es. Aber die möchte ich noch für mich behalten. Es soll jedenfalls nicht bei der Olympianorm Schluss sein.