Mailand-Marathon 2008

,La Maratona di Milano’ will zum Aushängeschild werden

Mailand-Marathon glänzt 2008 mit einem Elitestartfeld, dass die schnellste in Italien gelaufene Zeit erreichen will.

Mailand ist bekannt für Mode, das Opernhaus Scala, den Dom oder in sportlicher Hinsicht für die beiden Fußball-Giganten AC und Inter. Verglichen zu diesen Synonymen der norditalienischen Stadt spielt der Marathon noch keine so große Rolle – doch das soll sich ändern. Und im Vergleich zu Mailands Aushängeschildern ist ,La Maratona di Milano’ noch ein kleines Kind mit viel Potenzial, das es in der Zukunft zu entwickeln gilt. Wenn der Mailand-Marathon am 23. November zum neunten Mal gestartet wird, erwarten die Veranstalter ein Feld von rund 6.000 Läufern. Darunter werden eine Reihe von Weltklasseathleten sein, die schnelle Zeiten anpeilen. Bei den Männern dürfte der Mailand-Marathon seine Position als schnellster italienischer Marathon bestätigen.

Das Läuferfeld kurz nach dem Start zum Mailand-Marathon.

„Es ist unser Ziel, die schnellste je in Italien gelaufene Zeit zu erreichen“, kündigte Federico Rosa an, der bei dem Rennen für das Elitefeld verantwortlich ist. Diese Marke steht bei 2:07:45 Stunden und ist bereits siebeneinhalb Jahre alt. Der Äthiopier Semretu Alemayehu hat sie bei seinem Sieg in Turin 2001 aufgestellt. Der Kursrekord in Mailand ist nur 13 Sekunden langsamer. Benson Cherono (Kenia) rannte vor zwei Jahren 2:07:58. Wenn die Topläufer hochklassige Zeiten jagen, wird ihnen eine Streckenänderung zugute kommen. Der flache City-Kurs wurde leicht verändert und soll noch etwas schneller sein. Start und Ziel befinden sich nun am Piazza Castello, was auch den Freizeitläufern entgegen kommt.

Nach einem überzeugenden Marathon-Debüt in Wien im Frühling gehört Duncan Kibet in der nächsten Woche in Mailand zu den Favoriten. Der 30-jährige Kenianer war in Österreich in 2:08:33 Stunden Zweiter. Seine hochklassige Halbmarathon-Bestzeit von 60:22 Minuten deutet darauf hin, dass er deutlich unter 2:08 Stunden laufen könnte. Einer seiner Rivalen wird der Marathon-Vize-Weltmeister des Jahres 2005 sein: Nur wenige werden sich an den Namen Christopher Isegwe erinnern, der in Helsinki vor drei Jahren für eine große Überraschung sorgte. Der Tansanier lief bei den Titelkämpfen mit 2:10:21 Stunden eine persönliche Bestzeit, stieg dann aber bei seinen folgenden beiden Marathonrennen in Melbourne und London 2006 jeweils aus. Nachdem er 2007 keine Wettkämpfe bestritt, lief er in diesem Herbst zwei 10-km-Rennen und meldet sich jetzt im Marathon zurück.

Der erfahrene Italiener Danilo Goffi wird ebenfalls in Mailand an den Start gehen. Der 35-Jährige war 1998 bei der EM in Budapest Zweiter und hat zufällig exakt die gleiche Bestzeit wie Duncan Kibet (2:08:33). Goffi rannte diese Zeit allerdings bereits vor zehn Jahren. Vor drei Jahren siegte er beim Turin-Marathon in 2:11:13. Mit Helder Ornelas wird am Sonntag kommender Woche ein zweiter starker Europäer im Rennen sein. Er gewann den Mailand-Marathon 2005 in 2:09:59.

Bei den Frauen kehrt die Vorjahressiegerin Pamela Chepchumba zurück. Die 29-jährige Kenianerin gewann 2007 in Mailand in der persönlichen Bestzeit von 2:25:36 Stunden. Es ist die zweitschnellste Frauen-Siegzeit in der Geschichte des Rennens. Erst vor rund einem Monat bewies Pamela Chepchumba ihre gute Form, als sie bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Rio den dritten Platz belegte. In Mailand trifft die Kenianerin unter anderen auf Olivera Jevtic (Serbien). Die 31-Jährige ist eine erfahrene Marathonläuferin, deren Bestzeit noch etwas schneller ist als jene von Chepchumba. 2003 gewann Jevtic den Rotterdam-Marathon in 2:25:23. Sie war Olympia-Sechste in Athen 2004 und gewann hinter Ulrike Maisch (Rostock) die Silbermedaille bei den Europameisterschaften 2006. Anna Incerti trägt Italiens Hoffnungen in Mailand. Die 28-Jährige zeigte eine eindrucksvolle Leistung bei den Olympischen Spielen. Trotz der schweren Bedingungen lief sie im Marathon in Peking als 14. mit 2:30:55 Stunden eine persönliche Bestzeit.

Für den Mailand-Marathon sowie ein parallel veranstaltetes Rennen über 4,2195 km (ein Zehntel der klassischen Distanz) werden Anmeldungen weiterhin entgegen genommen. Weitere Informationen gibt es auch auf der Internetseite des Laufes (www.milanocitymarathon.it).

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net