London-Marathon

„Im Marathon muss man Respekt vor der Distanz haben“

Mit einem Sieg in London könnte Irina Mikitenko ihren Vorsprung in der World-Marathon-Majors-Serie ausbauen.

Irina Mikitenko

Irina Mikitenko

Bild: photorun.net

Spüren Sie, dass Ihre Konkurrentinnen Respekt vor Ihnen haben?

Irina Mikitenko: Ja, das habe ich schon letztes Jahr in London gemerkt. Denn keine wollte die Führung übernehmen. Das sehe ich allerdings nicht als Vorteil. Einfacher wäre es, wenn ich wie noch vor zwei Jahren in London aus dem Hintergrund angreifen könnte. Aber ich muss auf mich schauen, nicht auf die anderen. In einem Marathon muss man vor allem Respekt vor der Distanz haben.

Wer sind Ihre schärfsten Konkurrentinnen?

Irina Mikitenko: Rechnen muss ich auf jeden Fall mit der Russin Liliya Shobukova. Schwer einzuschätzen sind die jüngeren äthiopischen Läuferinnen. Vor kurzem hat zum Beispiel die 22-jährige Atsede Bayisa den Paris-Marathon mit einer Jahresweltbestzeit von 2:22:04 Stunden gewonnen. Bei den Chinesinnen weiß man auch nie genau, in welcher Form sie sind. Hier ist die Weltmeisterin Bai Xue am Start. Bei Meisterschaften sind sie oft toll, sonst aber eher nicht. Allerdings hat 2007 die Chinesin Chunxiu Zhou in London gewonnen. Fast keine meiner Konkurrentinnen ist in letzter Zeit irgendwo ein Rennen gelaufen, daher tappe ich im Dunkeln. Es sind viele Läuferinnen am Start, die mehr Marathonrennen gelaufen sind als ich und daher auch über viel Erfahrung verfügen.

Die Sieger der World Marathon Majors (WMM) waren in den vergangenen zwei Jahren auch jene, die in London gewonnen haben. Glauben Sie, dass am Sonntag eine Vorentscheidung fallen kann und schauen Sie auf den Punktestand?

Irina Mikitenko: Man kann sicher nicht gleich davon ausgehen, dass die London-Sieger auch die WMM-Sieger sein werden. Im Herbst kann bei drei Rennen noch viel passieren. Ich kenne natürlich meinen Punktestand und den Vorsprung von fünf Zählern. Aber ansonsten kümmere ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht um die WMM-Wertung. Es geht jetzt nur um London. Wenn ich dort gut laufe, kommen die Punkte automatisch.

Bleibt es dabei, dass Sie im Sommer bei den Europameisterschaften in Barcelona über 10.000 m laufen wollen?

Irina Mikitenko: Ja, den 10.000-m-Start bei der EM haben wir schon sehr langfristig geplant. Daran wird sich nichts ändern.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net

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Irina Mikitenko im Interview