Sabrina Mockenhaupt

"Beim Laufen höre ich lieber Vogelgezwitscher statt Musik"

Sabrina Mockenhaupt

Mockenhaupt hört beim Laufen lieber Vogelgezwitscher statt Musik.

Bild: Norbert Wilhelmi

Nehmen Sie sich auch Zeit für allgemeine Athletik?
Ja, jeden Tag. Da ich mit dem Rücken Probleme und einen Gleitwirbel habe, komme ich um solche Sachen nicht herum. Die Knochen wollen auch nicht mehr so wie früher, wenn man auf die 30 zugeht.Ich mache vor jedem Lauf ein Stabilitäts­programm und Fuß­gymnastik. Nach dem Laufen wird dann vernünftig gedehnt.

Was sind aus Ihrer Sicht die typischen Fehler von Freizeitläufern?
Dass sie oft zu ehrgeizig sind und auch im müden Zustand trainieren. Ich habe auch erst jetzt gelernt, dass ein spontan eingeleg­ter Ruhetag nach einem harten Training gut sein kann. Manchmal ist weniger eben mehr.

Bleibt Ihnen Zeit, einfach mal so zum Spaß zu laufen, mit Musik auf dem iPod?
Ich würde nie mit einem iPod laufen, das nervt mich. Ich höre lieber Vogelgezwitscher. Außerdem freue ich mich, wenn ­meine Uhr nach einem Kilometer piepst. Das macht mich glücklich. Ich bin ein totaler Kontrollfreak – Herzfrequenz, Distanz, Zeit und so weiter. Wenn zum Beispiel mein GPS-Empfänger während einer Einheit ausfällt, weil ich die Batterie vorher nicht aufgeladen habe, werde ich total motzig und habe gar keinen Bock mehr.

Sie sind bekannt dafür, auch mal ver­rückte Sachen zu machen – wie das ­„Hase gegen Igel“-Rennen in Buxtehude, wo Sie über zehn Kilometer gegen zehn Zehnerstaffeln antreten. Sollte es nicht viel mehr Rennen dieser Art geben?
Ja, ich bin sehr gespannt, wie das ankommt, und hoffe, das Event hat den Erfolg, den es verdient. Aber Läufer sind ein schwieriges Volk. Die wollen ihr Startgeld bezahlen, ­ihre Urkunde bekommen und wissen, wie schnell sie gelaufen sind. Das ist ein Pilotprojekt, auf das ich mich sehr freue. Wenn das gut wird, werde ich das öfter machen.

Haben Sie den Eindruck, viel von Ihrem Leben dem Laufen zu opfern?
Ja. Ich habe zwar viele Freunde gewonnen, aber auch viele verloren – gerade unter denen, die ich für meine besten Freunde hielt. Ich habe eben wenig Zeit für echte Freundschaft. Abends bin ich oft leer und müde, habe keine Lust mehr zu ­reden, zu feiern, mich schön zu machen. Meine Mutter kennt das aus eigener Erfahrung, die ist eine echte Seelsorgerin für mich geworden.

Geht Ihrem Freund Ihre Lauferei nicht auf die Nerven?
Nein. Erstens arbeitet der auch viel, und zweitens macht es dem auch riesig Spaß, mich bei Rennen zu begleiten, auch wenn er dabei immer im Hintergrund ist. Er ist mit seiner Ruhe ein guter Gegenpol für mich. Ich schätze auch, dass er einer ist, der nicht auch noch seine Meinung zum Laufen sagt. Ich habe schon genug Leute, die mir gute Tipps geben wollen.

Was machen Sie, wenn Sie mal nicht mehr ambitioniert laufen können?
Der Eventbereich würde mir Spaß machen – zum Beispiel mal einen Marathon oder ­eine Laufreise organisieren.

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