Marathon Hamburg 2013

Eliud Kipchoge läuft Streckenrekord beim Marathon Hamburg 2013

Sieger des Marathon Hamburg 2013 ist Eliud Kipchoge aus Kenia, der sein glänzendes Marathondebüt mit einem neuen Streckenrekord von 2:05:30 Stunden krönte.

Marathon Hamburg 2013 - Bilder

Eliud Kipchoge hat mit einem glänzenden Marathon-Debüt sowie einem Streckenrekord den Hamburg-Marathon gewonnen. Der Kenianer lief nach 2:05:30 Stunden mit über zwei Minuten Vorsprung ins Ziel und sorgte für die überragende Leistung des Tages. Der 28-Jährige, der vor zehn Jahren Weltmeister über 5.000 m wurde und über diese Strecke zwei olympische Medaillen gewann (Dritter 2004 und Zweiter 2008), erreichte eine der besten Zeiten eines Debütanten im Marathon. In der Jahresweltbestenliste sortiert sich Eliud Kipchoge auf dem sechsten Rang ein. Schnellere Zeiten gab es 2013 bisher nur in Dubai. Die bisherige Hamburger Kursbestzeit von 2:05:58 Stunden hatte Shami Dawit (Äthiopien) vor einem Jahr mit 2:04:53 Stunden aufgestellt.

Für runnersworld.de war Norbert Wilhelmi beim Marathon in Hamburg vor Ort und hat das Laufgeschehen in Bildern für Sie festgehalten. Seine schönsten Fotos vom Lauf durch die Hansestadt finden Sie in der umfangreichen Bildergalerie weiter oben. Unter diesem Absatz finden Sie die Fotos von RUNNER’S-WORLD-Redakteur Urs Weber, der einen Teil der Strecke mit Kamera mitlief.

Marathon Hamburg 2013 - Weitere Fotos

Eliud Kipchoge aus Kenia siegte nicht nur beim Marathon Hamburg 2013, sondern stellte obendrein auch einen neuen Streckenrekord in 2:05:30 Stunden auf.

Bild: Norbert Wilhelmi

Zweiter wurde in Hamburg der Äthiopier Limenih Getachew mit 2:07:35. Mit ebenfalls größeren Abständen folgten Lawrence Kimaiyo (Kenia/2:10:27) und Belay Asefa (Äthiopien/2:11:53) auf den Rängen drei und vier. Schnellster Deutscher war Jan Oliver Hämmerling (TSG Bergedorf) auf Rang 18 mit 2:27:15.

Deutlich schwächer war erwartungsgemäß das Hamburger Frauenrennen. Hier blieb nur eine Läuferin unter 2:30 Stunden: Diana Lobacevske (Litauen) siegte mit 2:29:17 Stunden vor Maja Neuenschwander (Schweiz/2:30:50) und Priscilla Lorchima (Kenia/2:31:23). Nach einem Sturz bei Kilometer 8 lief Lisa Hahner (run2sky) auf Rang vier in 2:31:49 ins Ziel und verpasste damit die avisierte WM-Qualifikation. Eine starke Steigerung um fast fünf Minuten schaffte Katharina Heinig (Eintracht Frankfurt). Sie wurde Siebente mit 2:34:20, nachdem sie mit einer Bestzeit von 2:39:03 ins Rennen gegangen war.

Rund 12.500 von 15.400 gemeldeten Marathonläufern gingen bei guten Wetterbedingungen in Hamburg an den Start. Alle Wettbewerbe zusammengerechnet hatten rund 21.000 Athleten für die Veranstaltung gemeldet. Mit einer Schweigeminute vor dem Start drückten die Teilnehmer den Opfern des Attentats vom Boston-Marathon ihr Mitgefühl aus. Dort waren am vergangen Montag drei Menschen bei Bombenanschlägen ums Leben gekommen und über 170 verletzt worden.

Im Rennen der Männer führten Tempomacher die Spitzengruppe nach 63:13 Minuten über die Halbmarathonmarke. Knapp zehn Kilometer vor dem Ziel war es dann Eliud Kipchoge, der das Tempo forcierte und sich absetzte. Einen jedoch wurde der Kenianer nicht auf Anhieb los: Limenih Getachew heftete sich an die Fersen des Debütanten. Doch noch vor der 35-km-Marke konnte auch der Äthiopier nicht mehr mithalten. An diesem Punkt hatte Eliud Kipchoge dann bereits einen Vorsprung von 14 Sekunden.

„Es war ein tolles Debüt für mich, und ich denke, dass ich mich in der Zukunft sicherlich noch steigern kann. Ich kann mir vorstellen, im nächsten Jahr nochmals hier zu laufen“, erklärte Eliud Kipchoge, der in Hamburg die sechstbeste Debützeit aller Zeiten erreichte. Schneller waren bei ihrer Marathonpremiere nur Moses Mosop (Kenia/2:03:06 in Boston 2011), Dennis Kimetto (Kenia/2:04:16 in Berlin 2012), Ayele Abshero (Äthiopien/2:04:23 in Dubai 2012), Lelisa Desisa (Äthiopien/2:04:45 in Dubai 2013), und Tilahun Regassa (Äthiopien/2:05:27 in Chicago 2012). Gut möglich, dass Eliud Kipchoge der nächste große kenianische Marathonläufer wird.

Im Rennen der Frauen hatte eine Gruppe mit afrikanischen Athletinnen an der Halbmarathonmarke mit einer Durchgangszeit von 1:13:53 Stunden bereits einen guten Vorsprung. Doch in der zweiten Hälfte kam Diana Lobacevske nach einer Halbmarathonzeit von 1:15:21 immer dichter an die Spitze heran. Bei Kilometer 35 lag sie nur noch wenige Sekunden hinter der Kenianerin Priscilla Lorchima und der noch knapp führenden Äthiopierin Kidist Fiseha, die dann sehr stark einbrach und am Ende mit 2:42:59 Elfte wurde. Kurz darauf war die 32-jährige Diana Lobacevske alleine vorne und lief schließlich mit 2:29:17 zur zweitschnellsten Zeit ihrer Karriere. Ihre persönliche Bestzeit steht bei 2:28:03.

Lisa Hahner

Bild: Norbert Wilhelmi

Trotz Sturz bei Kilometer 8 lief Lisa Hahner ins Ziel des Marathon Hamburg 2013.

Pech hatte Lisa Hahner nach rund acht Kilometern. Sie fiel über den vor ihr laufenden, gestürzten Tempomacher, konnte aber sofort wieder weiterlaufen – wenn auch mit blutigen Knien. Nach 1:15:21 Stunden erreichte Lisa Hahner die Halbmarathonmarke. Zu dieser Zeit lag sie gleichauf mit der späteren Siegerin und damit wäre die Marathon-WM-B-Norm von 2:30:30 Stunden noch erreichbar gewesen. Doch in der zweiten Hälfte wurde Lisa Hahner etwas langsamer. „Ich musste heute von Anfang an sehr konzentriert und fokussiert laufen. In Frankfurt hatte ich das Gefühl, über die Strecke zu fliegen, hier in Hamburg war es richtig harte Arbeit für mich. Ich nehme sehr viel mit aus dem Rennen, nämlich auch dann gut zu laufen, wenn es nicht so einfach rollt“, erklärte Lisa Hahner später auf ihrer Webseite.

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