Düsseldorf-Marathon 2014

Laufspektakel bei strömendem Regen

US-Amerikanerin Annie Bersagel überrascht, Gilbert Yegon siegt im Düsseldorfer Regen, André Pollmächer rutscht an Bestzeit vorbei.

Düsseldorf-Marathon 2014 - Die Fotos
Düsseldorf-Marathon 2014

Trotz des strömenden Regens lief die internationale Elite respektable Zeiten.

Bild: Norbert Wilhelmi

US-amerikanischer Frauensieg beim Düsseldorf-Marathon

Sechs Tage nach dem Sensationssieg von Meb Keflezighi beim Boston-Marathon gab es auch in Düsseldorf einen überraschenden US-amerikanischen Triumph: Annie Bersagel gewann den Düsseldorf-Marathon 2014 in einer persönlichen Bestzeit von 2:28:59 Stunden, nachdem sie drei Kilometer vor dem Ziel die lange Zeit deutlich führende Selomie Getnet überholt hatte. Die Äthiopierin wurde im Dauerregen Zweite in 2:30:29 vor der Kenianerin Emily Ngetich, die nach 2:30:50 im Ziel war.

Bei den Männern triumphierte Gilbert Yegon in 2:08:07 Stunden. Der Kenianer verpasste bei schwierigen Bedingungen den Streckenrekord um 19 Sekunden. Zweiter wurde Endeshaw Negesse mit 2:08:32 vor seinem äthiopischen Landsmann Fikadu Teferi, der bei seinem Marathondebüt 2:09:34 erreichte.

André Pollmächer (Rhein-Marathon Düsseldorf) kam im Dauerregen als Elfter in 2:13:59 Stunden ins Ziel und verpasste damit seine Bestzeit von 2:13:05. Nina Stöcker (Eintracht Frankfurt) stieg nach der Halbmarathonmarke aus. Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, hatten für den Düsseldorf-Marathon 2014 rund 16.000 Teilnehmer gemeldet.

Für runnersworld.de war unser Fotograf Norbert Wilhelmi vor Ort und hat die schönsten Momente des Düsseldorf-Marathon 2014 mit seiner Kamera festgehalten. Seine besten Bilder zeigen wir in der umfangreichen Fotogalerie weiter oben.

Der Rennablauf des Düsseldorf-Marathon 2014

Das Rennen der Männer hatte lange Zeit hohes Tempo. Eine 16-köpfige Führungsgruppe passierte die Halbmarathonmarke nach 63:31 Minuten und lag damit gut auf Kurs für den Streckenrekord, den Dereje Debele mit 2:07:48 im vergangenen Jahr aufgestellt hatte. Der äthiopische Titelverteidiger war zu diesem Zeitpunkt noch in der Führungsgruppe, doch bei kühlem Wetter und Dauerregen bekam in der zweiten Hälfte nicht nur Debele Probleme. Zunächst war es sein hoch eingeschätzter Landsmann Shami Abdulhadi Dawud, der zurückfiel, dann konnte unter anderen auch Debele nicht mehr mithalten.

Nachdem der Tempomacher Ronald Korir die Spitzengruppe in 1:46:04 Stunden zur 35-km-Marke geführt hatte und damit immer noch im Bereich des Streckenrekordes lag, stieg der Kenianer aus. Fünf Läufer waren jetzt noch im Rennen. Neben Yegon, Negesse und Teferi rannten Shengo Kebede (Äthiopien) und Moses Masai (Kenia). Kurz darauf begann sich die Gruppe auseinander zu ziehen, und schließlich konnte Yegon auch seinen stärksten Konkurrenten Negesse, der mit einer Bestzeit von 2:04:52 der schnellste Läufer auf der Startliste war, hinter sich lassen. „Ich hatte gesehen, dass Negesse nicht mehr ganz so stark wirkte“, erklärte Gilbert Yegon, der 2009 seinen ersten Marathon in Amsterdam auf Anhieb in hochklassigen 2:06:18 gewonnen hatte. Seitdem jedoch kam der 25-Jährige nicht wieder an einen derartigen Erfolg heran. Nun triumphierte Yegon in Düsseldorf. „Ich wollte gewinnen, und mein Ziel war eine Zeit von 2:06 Stunden – aber das ging bei diesem Wetter nicht“, sagte der Kenianer, der vor Negesse (2:08:32), Teferi (2:09:34), Kebede (2:10:14) und Masai (2:10:36) im Ziel war.

André Pollmächer mit Problemen im Regen

Nicht die erhoffte Bestzeit erreichte André Pollmächer, der in Berlin im vergangenen Jahr 2:13:05 gelaufen war. An der Halbmarathonmarke lag der 31-Jährige, geführt von Tempomachern, noch gut im Rennen für eine 2:12er-Zeit. Diesen Punkt passierte er in 66:11 Minuten. Doch auf der zweiten Hälfte konnte er das Tempo nicht mehr halten und wurde schließlich in 2:13:59 Elfter. „Ich bin von Anfang gerutscht auf dem nassen Straßenpflaster“, sagte André Pollmächer, der daher schwere Beine bekam. „Auf der zweiten Hälfte fühlte ich mich dann nicht mehr locker genug. Mehr ging einfach nicht.“

Im Rennen der Frauen übernahm Selomie Getnet von Beginn an die Führung und baute diese zunächst immer weiter aus. Die Halbmarathonmarke erreichte die Äthiopierin nach 1:13:25 deutlich vor Winfrida Kwamboka (Kenia). Annie Bersagel passierte diesen Punkt gemeinsam mit Emily Ngetich mit 1:37 Minuten Rückstand. Doch Getnet hatte sich übernommen und verlor an Tempo. Gleiches galt für Kwamboka, die noch deutlicher zurückfiel. Vor der 30-km-Marke hatte Bersagel, die mit einer Bestzeit von 2:30:53 ins Rennen gegangen war, die Kenianerin überholt. Doch an die Möglichkeit zu gewinnen, dachte die 31-Jährige zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht. „Erst nach ungefähr 38 Kilometern sah ich das Führungsfahrzeug und merkte, dass ich sehr schnell aufholte“, erzählte Annie Bersagel, die dann an Selomie Getnet vorbeilief – ohne dass die Äthiopierin reagieren konnte – und als erste US-Amerikanerin den Düsseldorf-Marathon 2014 gewann.

Starkes Männerfeld

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