5. French Riviera Marathon

11.165 beim Marathon des Alpes-Maritimes Nice-Cannes 2012

Beim 5. French Riviera Marathon von Nizza nach Cannes sorgten 11.165 Starter aus 58 Nationen für einen neuen Teilnehmerrekord und genossen dabei die herrliche Mittelmeer-Kulisse.

Marathon des Alpes-Maritimes Nice-Cannes
Marathon des Alpes-Maritimes Nice-Cannes 2012

Fast durchgehend über die Küstenstraße am Mittelmeer entlang führt der Marathon des Alpes-Maritimes Nice-Cannes.

Bild: Focalive

Am 4. November fand die 5. Auflage des Marathon des Alpes-Maritimes von Nizza nach Cannes statt. Insgesamt 11.165 Teilnehmer pilgerten am frühen Morgen zur „Promenade des Anglais“ in Nizza, um von dort aus 42,195 Kilometer lang das mediterrane Flair entlang des Küstenstreifens nach Cannes aufzusaugen. Entgegen der Vorhersage der Meteorologen regnete es zum Start nicht. Bei stark bedecktem Himmel und fast Windstille herrschten optimale Laufbedingungen bis rund vier Stunden nach dem Start leichter Nieselregen einsetzte.

Von Beginn an entbrannte an der Spitze des Männerfeldes ein harter Kampf um Platz eins. Erst ab Kilometer 28 nahm der Kenianer Eliud Magut das Zepter in die Hand und führte sodann das Feld an. Ihm dicht auf den Fersen waren seine Landsmänner William Biama und Katui Kipkemoi, die Magut aber letztlich nicht mehr gefährlich werden konnten. So lief der Kenianer zum Sieg und erreichte das Ziel in persönlicher Bestzeit von 2:10:31 Stunden. Den Kursrekord verpasste er dabei um fast zwei Minuten. Platz zwei sicherte sich William Biama in 2:10:36 Stunden, gefolgt von Katui Kipkemoi in 2:13:13 Stunden.

Mehr als 11.000 starteten beim Marathon des Alpes-Maritimes Nice-Cannes 2012. Nur 199 kamen aus Deutschland.

Bild: Focalive

Bei den Frauen siegte die Äthiopierin Aregu Lechiba nach 2:31:56 Stunden in einem zunächst sehr offenen Frauenrennen. Recht bald nach dem Start ergriff Emily Rotich aus Kenia die Initiative und setzte sich an die Spitze, wurde dann aber von der späteren Siegerin gestellt und rettete den zweiten Platz in einer Zeit von 2:32:55 Stunden ins Ziel. Ebenfalls den Sprung aufs Podium schaffte Ayantu Dakebo aus Äthiopien nach 2:35:44 Stunden.

Der Marathon von Nizza nach Cannes war ein hochprofessionell organisiertes Laufevent mitten durch die pittoreske Urlaubslandschaft der Französischen Riviera. Bis auf zwei kleine Abstecher verläuft die Strecke durchgehend auf der Küstenstraße. Der Blick auf das Mittelmeer war also ein ständiger Begleiter der Marathonläufer. Dabei zeigt der Marathon zwei sehr unterschiedliche Hälften. Die erste Hälfte ist absolut eben, ich hatte stets das angenehme Gefühl ganz leicht bergab zu laufen. Bald nach dem Passieren des Picasso-Museums in romanischen Küstenörtchen Antibes bei km 22,5 folgen drei Kilometer, die mit Sicherheit zu den beeindruckendsten Marathonkilometern auf diesem Planeten zählen: Der Blick nach links fällt zunächst auf das felsige Ufer, dann auf die blau-grauen Wogen des Mittelmeers und verliert sich schließlich in den schneebedeckten Hügelketten der Seealpen, die mich schon beim Anflug auf Nizza so beeindruckt hatten.  

Doch nach dieser absoluten Laufgenuss-Passage ändert sich der Charakter abrupt. Ausgerechnet dann, wenn die Läuferbeine müde werden, führt die Küstenstraße durch hügeliges Terrain mit zwei, drei ruppigen Anstiegen. Der Kurs bietet weiterhin romantische Ausblicke, mediterranes Feeling bis zum Abwinken, nur muss das alles jetzt mit spürbaren Steigungen und Gefällen bezahlt werden. Dass auch diese zweite Hälfte schnell zu laufen ist, zeigt die Siegerzeit von 2:10:31 Stunden. Bis kurz vor der Zielpassage bleibt es bei einem ständigen - meist leichten - Auf und Ab. Wenn das Läuferfeld dann bei km 40 Cannes erreicht, stehen die Zuschauer plötzlich dicht an dicht. Wer hier noch aufnahmefähig ist, kann das Bad in der Menge vollauf genießen. Über den breiten Uferboulevard dieses durch das Filmfestival im Mai weltweit bekannten Touristenörtchens geht es weiter ins Ziel, das direkt vor dem legendären Hotel Carlton aufgebaut ist.

Nach jetzt fünf Auflagen ist der Lauf etabliert, die Organisation eingespielt. Die Laufstrecke entlang der Côte d’Azur ist ein absoluter Hochgenuss. Unter deutschen Läufern ist das Marathonrennen noch eher als Geheimtipp einzuordnen. Doch das wird nicht länger so bleiben. Und auch bei den gut 11.000 Teilnehmern wird der zweitgrößte französische Marathon nicht stehen bleiben. Weitere Teilnehmerrekorde sind da vorprogrammiert.