London das nächste Ziel für New York-Siegerin Prokopcuka

Die Lettin Jelena Prokopcuka hat beim New York-Marathon ihren Titel verteidigt. Sie lief 2:25:05 Stunden, ihre Bestzeit steht bei 2:22:56. Damit hatte sie 2005 den Osaka-Marathon gewonnen. Bei den Europameisterschaften in Göteborg hatte sie über 10.000 m den 12. Platz belegt.

Wie lief das Rennen für Sie?

Jelena Prokopcuka: „Das Rennen war irgendwie komisch. Ich hatte von Anfang bis Ende ein merkwürdiges Gefühl. Die Tempomacherin ist ein so hohes Tempo gegangen, dass ich es nicht mitgehen wollte, die anderen waren so weit hinter mir, dass ich nicht wusste, ob ich vielleicht trotzdem zu schnell bin. Ich habe darauf gewartet, dass die anderen die Lücke zu mir schließen würden, aber es passierte einfach nichts. Nur Tatiana Hladyr unterstützte mich ein wenig. Ich wusste, dass ich ein starkes Finish habe und war mir sicher, sie schlagen zu können, wenn Hladyr am Ende noch dabei sein würde.“

Wie werten Sie diesen zweiten Erfolg in New York für sich?

Jelena Prokopcuka: „Der Sieg tut gut. Mein erster Sieg hier in New York im letzten Jahr hat mein Leben grundlegend verändert –plötzlich war ich international bekannt. Jetzt weiß ich nicht, was dieser Sieg für Änderungen in meinem Leben nach sich ziehen wird.“

Wo haben Sie trainiert?

Jelena Prokopcuka: „Ich war zweimal, im Frühjahr und vor den Europameisterschaften, im Trainingslager in St. Moritz. Am Anfang des Jahres hatte ich drei Monate in Portugal trainiert. Ich war sehr gut vorbereitet, besser als im letzten Jahr. Ich habe viel an meiner Schnelligkeit gearbeitet, was mir im Marathon sehr hilft. Deswegen bin ich eigentlich sehr selbstbewusst in dieses Rennen gegangen. Ich wusste, dass ich es schaffen kann.“

Ist es nicht schwierig, neben dem Marathon auch auf der Bahn Langstrecken zu laufen?

Jelena Prokopcuka: „Es ist schwierig, aber definitiv ein Vorteil. Man wird schneller, und die Bahnläufe bilden ein gutes Fundament für den Marathon. Ich habe in diesem Jahr vier Landesrekorde auf der Bahn gebrochen und jetzt in New York den Marathon gewonnen – das sagt doch alles.“

Was planen Sie als nächstes?

elena Prokopcuka: „Jetzt mache ich erstmal einen Monat nichts. Danach fange ich an, mich auf den London-Marathon im April 2007 vorzubereiten. Dort würde ich gerne eine schnelle Zeit laufen. Am Ende des Jahres 2007 will ich natürlich meinen Titel in New York verteidigen, und vielleicht klappt es ja auch mit dem World Marathon Majors-Sieg, auch wenn das nicht oberste Priorität hat.“