Olympia spezial

Zweimal Gold für Kenia binnen 20 Minuten

Binnen 20 Minuten gewannen die Kenianer im Olympiastadion zweimal Gold sowie zwei weitere Medaillen.

Es war der große Tag für die Kenianer: Binnen 20 Minuten gewannen sie am Montagabend im Olympiastadion von Peking zweimal Gold sowie zwei weitere Medaillen. 90.000 Zuschauer feierten die Athleten in der Arena. Die Chinesen erwiesen sich einmal mehr als ausgesprochen faires Publikum, nachdem sie am Vormittag die denkbar größte Enttäuschung erlebt hatten: Das verletzungsbedingte Aus von Hürdensprinter Liu Xiang hatte die ganze Nation geschockt.

Zum siebenten Mal in Folge gewannen die Kenianer die Goldmedaille im 3000-m-Hindernislauf. Dabei setzte sich mit Brimin Kipruto der Silbermedaillengewinner der Spiele von Athen 2004 durch. Der 23-Jährige kam nach 8:10,34 Minuten ins Ziel, nachdem er eingangs der letzten Runde noch ein paar Meter hinter der sechsköpfigen Spitzengruppe gelaufen war. Doch auf den letzten 400 Metern war der Kenianer nicht zu stoppen. "Ich denke, in Kenia werden sie heute diesen Sieg feiern", sagte Brimin Kiprop, der vor dem überraschend starken Mahiedine Mekhissi Benabbad im Ziel war. Der 23-jährige war die Überraschung des Rennens und lief mit 8:10,49 Minuten eine persönliche Bestzeit im olympischen Finale. "Ich hatte keine Ahnung, wer dieser Franzose ist", sagte Brimin Kipruto später.

Rang drei belegte Kenias Richard Mateelong in 8:11,01 Minuten während der Titelverteidiger Ezekiel Kemboi (Kenia) im Schlussspurt noch auf Rang sieben in 8:16,38 Minuten zurückgefallen war. "Ich habe versucht, während des Rennens ruhig zu bleiben und dem Führenden hinterher zu laufen - das hat heute gut funktioniert", erklärte Mahiedine Mekhissi Benabbad und fügte nach seiner starken Olympiapremiere hinzu: "Ich bin stolz darauf, für Frankreich, diese Medaille gewonnen zu haben - ich kann es noch gar nicht richtig glauben."

Über 800 m schrieb Pamela Jelimo kurz nach dem Hindernisfinale der Männer ein Stück kenianische Sportgeschichte: Nie zuvor hatte eine Kenianerin in der olympischen Geschichte eine Medaille über diese Strecke gewonnen. Nun gab es sogar gleich zwei, denn hinter der Olympiasiegerin Pamela Jelimo wurde die Weltmeisterin von Osaka, Janeth Jepkosgei, Zweite. Die erst 18-jährige Jelimo verbesserte einmal mehr ihre Bestzeit und gewann das Finale in 1:54,87 Minuten - damit steigerte sie auch ihren eigenen Juniorinnen-Weltrekord sowie die Afrika-Bestzeit. Janeth Jepkosgei, die in der ersten Runde Führungsarbeit geleistet hatte bevor ihre Landsfrau die Spitze übernahm, lief 1:56,07. Die Marokkanerin Hasna Benhassi lief in 1:56,73 Minuten zur Bronzemedaille.

"Ich bin froh über meinen zweiten Platz - Silber ist für mich wie eine Goldmedaille", erklärte Janeth Jepkosgei und fügte hinzu: "Pamela ist die bessere Läuferin, wir sind gut befreundet."

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net