Leichtathletik im Blickpunkt

Zwei Weltrekord-Versuche in Brüssel

Olympiasieger Conseslus Kipruto will in Brüssel den Hindernis-Weltrekord angreifen. Das versucht auch die Äthiopierin Almaz Ayana über 5.000 m.

Olympiasieger Conseslus Kipruto

Olympiasieger Conseslus Kipruto will in Brüssel den Hindernis-Weltrekord angreifen.

Bild: photorun.net

Drei hochkarätige Lauf-Events stehen an den nächsten drei Tagen in Brüssel, Prag und Newcastle auf dem internationalen Veranstaltungskalender. Im September beginnt traditionell die Herbst-Straßenlaufsaison. Doch es könnte ein Bahn-Leichtathletik-Sportfest sein, das an diesem Wochenende die läuferischen Höhepunkte produziert. Denn in Brüssel wird es am Freitag gleich zwei Weltrekordversuche geben.

Brüssel ist einmal mehr die Finalstation der prestigeträchtigen Diamond League-Serie des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF). Eine realistische Weltrekordchance hat am Freitagabend Almaz Ayana über 5.000 m. Die Äthiopierin hatte bei den Olympischen Spielen in Rio sensationell das 10.000-m-Rennen in einer Weltrekordzeit von 29:17,45 Minuten gewonnen. Über 5.000 Meter ging ihr dann nur eine Woche später in Rio die Kraft aus. Am Ende wurde Ayana Dritte. Doch seitdem ist sie nicht mehr an den Start gegangen, so dass sie sich entsprechend erholen konnte, um nun in Brüssel die 5.000-m-Marke anzugreifen. Der Rekord von Tirunesh Dibaba (Äthiopien) steht seit gut acht Jahren bei 14:11,15 Minuten. Ayana hatte die Marke im Juni in Rom mit einer Zeit von 14:12,59 nur knapp verpasst und ist damit aber immerhin schon die zweitschnellste Läuferin aller Zeiten.

Deutlich schwerer erscheint die Jagd auf den Weltrekord über die 3.000-m-Hindernisstrecke. Der erst 21-jährige Olympiasieger Conseslus Kipruto, der sich in dieser Saison auf 8:00,12 Minuten gesteigert hatte, möchte die globale Bestzeit unterbieten. Der bereits zwölf Jahre alte Weltrekord des aus Kenia stammenden Saif Saaeed Shaheen (Qatar) steht bei 7:53,63 Minuten.

Mo Farah läuft Halbmarathon in Newcastle

Die aktuelle 5.000-m-Weltrekordlerin Tirunesh Dibaba konzentriert sich zunehmend auf den Straßenlauf. Sie wird am Sonntag als eine von drei großen Favoritinnen beim Great North Run starten. Die Äthiopierin, die diesen Halbmarathon von Newcastle nach South Shields in Nordostengland bereits vor vier Jahren einmal gewann, trifft unter anderen auf Priscah Jeptoo (Kenia) und Vivian Cheruiyot. Die kenianische 5.000-m-Olympiasiegerin Cheruiyot läuft ihr Debüt über die 21,0975 km.

Im Rennen der Männer ist Mo Farah der klare Favorit. Der britische 5.000- und 10.000-m-Olympiasieger will als erster Läufer den Great North Run zum dritten Mal in Folge gewinnen.

In Prag findet am Samstagabend ein hochkarätiger 10-km-Lauf statt, bei dem die Kenianer favorisiert sind. Titelverteidiger Daniel Chebii trifft dabei auf seine Landsleute Richard Mengich und Daniel Wanjiru sowie den früheren Marathon-Weltrekordler Patrick Makau. Alle drei haben Bestzeiten von unter 28 Minuten über die 10 km. Auf der Startliste steht auch Marathonläufer Falk Cierpinski (SG Spergau). Bei den Frauen sind die Kenianerinnen Violah Jepchumba, Gladys Cherono und Joyciline Jepkosgei die Favoritinnen.

Bei den Deutschen Meisterschaften über 10 km in Hamburg wird Marathon-Olympiateilnehmer Julian Flügel (Asics Team Memmert) am Sonntag sein erstes Rennen nach Rio laufen. Als Favorit ist Mitku Seboka (LAC Quelle Fürth) anzusehen. Sein Debüt über diese Distanz läuft Florian Orth (LG Telis Finanz Regensburg). Bei den Frauen sind Franziska Reng (LG Telis Finanz Regensburg) und Isabell Teegen (SC Rönnau) im Rennen.