Genzebe Dibaba und Ayanleh Souleiman

Zwei Mittelstrecken-Weltrekorde in Stockholm

Beim Hallen-Leichtathletik-Meeting in Stockholm pulverisierte Genzebe Dibaba die Meilen-Bestzeit in 4:13,31 Minuten. Ayanleh Souleiman stellte mit 2:14,20 einen 1.000-m-Rekord auf.

Genzebe Dibaba lief Meilen-Weltrekord in Stockholm.

Bild: photorun.net

Gleich zwei Mittelstrecken-Weltrekorde fielen beim Hallen-Leichtathletik-Meeting in Stockholm. Dabei setzte Genzebe Dibaba ihre Weltrekordserie fort. Die Äthiopierin pulverisierte die Meilen-Bestzeit mit einem Ergebnis von 4:13,31 Minuten. Es ist bereits der sechste Weltrekord für die gerade erst 25-Jährige. Zuvor hatte Ayanleh Souleiman (Dschibuti) mit 2:14,20 eine 1.000-m-Bestzeit aufgestellt.

Über die in der Halle eher selten gelaufene Meilen-Distanz brach Genzebe Dibaba am Mittwochabend einen Uralt-Rekord: Vor 26 Jahren war die Rumänin Doina Melinte eine Zeit von 4:17,14 gelaufen. Dennoch, die Verbesserung um fast vier Sekunden ist außergewöhnlich. Auch im Freien war nur eine Läuferin über die Meile jemals schneller: Die Russin Swetlana Masterkowa lief 1996 in Zürich 4:12,56. Der Vorsprung von Genzebe Dibaba, deren ältere Schwester Tirunesh die dreimalige Langstrecken-Olympiasiegerin ist, war entsprechend groß. In dem auf die Äthiopierin zugeschnittenen Rennen folgten ihre Landsfrauen Gudaf Tsegay (4:24,98) und Axumawit Embaye (4:27,75) auf den Rängen zwei und drei mit mehr als zehn Sekunden Rückstand. Die 1.500-m-Durchgangszeit von Dibaba, die diese Marke nach 3:56,27 passierte, ist die schnellste über diese Strecke in der Welt in diesem Jahr.

Genzebe Dibabas Weltrekordserie begann vor zwei Jahren mit einem 1.500-m-Hallen-Weltrekord in Karlsruhe (3:55,17). Anschließend lief sie noch zwei weitere Bestmarken in der Halle: zunächst über 3.000 m in Stockholm mit 8:16,60 Minuten, dann im Zwei-Meilen-Rennen von Birmingham mit 9:00,48. Einen Hallen-Weltrekord brach Genzebe Dibaba auch vor einem Jahr in Stockholm. Damals lief sie die 5.000 m in 14:18,86. Ihr erster und bisher einziger Freiluft-Weltrekord war eine Sensation: Im vergangenen Jahr brach die zweimalige Hallen-Weltmeisterin in Monte Carlo die 1.500-m-Bestzeit der unter Dopingverdacht stehenden Chinesin Yunxia Qu, die 1993 eine Zeit von 3:50,46 erreicht hatte, mit 3:50,07 Minuten. Einige Wochen später wurde Genzebe Dibaba Weltmeisterin über 1.500 m, jetzt begann sie ihre Hallensaison mit einem weiteren Weltrekord.

Zuvor hatte Ayanleh Souleiman in Stockholm den 1.000-m-Weltrekord gebrochen. Der 23-jährige Läufer aus Dschibuti wurde bis zur 600-m-Marke vom holländischen Tempomacher Bram Som geführt. Danach lief er alleine an der Spitze und war schließlich mit 2:14,20 Minuten rund eine Dreiviertel Sekunde schneller als der aus Kenia stammende Däne Wilson Kipketer, der im Jahr 2000 eine Zeit von 2:14,96 erreicht hatte. Zweiter wurde in Stockholm mit deutlichem Abstand Thijmen Kupers (Holland) in 2:17,02 vor Elijah Manangoi (Kenia/2:17,09). Souleiman ist der amtierende Hallen-Weltmeister über 1.500 m und zählt zu den Favoriten, wenn diese Titelkämpfe im nächsten Monat in Portland (USA) stattfinden.

Eine Jahresweltbestzeit lief bei dem hochklassigen Meeting in Stockholm der Marokkaner Abdelaati Iguider. Er gewann das 3.000-m-Rennen in 7:39,04 knapp vor Yomif Kejelcha (7:39,11) und Yenew Alamirew (beide Äthiopien/7:42,46).

Am vergangenen Sonntag hatte Meseret Defar (Äthiopien) in Boston die 3.000-m-Jahresweltbestzeit auf 8:30,05 Minuten geschraubt.