Deutscher Cross-Cup:

Zurück in die Zukunft?

Nach fünfjähriger Pause wird in Neukirchen (NRW) am kommenden Wochenende der Deutsche Cross-Cup neu gestartet.

Deutscher Cross Cup

Susanne Hahn ist international zurzeit die stärkste deutsche Crossläuferin.

Drei Rennen bilden die Cup-Wertung für den Deutschen Cross-Cup, verteilen sich allerdings nicht über eine Saison sondern über das Kalenderjahr.

Das beharrliche Bemühen der sich sorgenden Laufexperten hatte letztlich Erfolg. Mit einem verbesserten und attraktiveren Angebot in den Wintermonaten soll der hiesigen Laufszene eine Plattform gegeben werden, um sich in leistungsstarken Wettbewerben messen zu können. „Eine begrüßenswerte Initiative“, sagt Langstrecken-Bundestrainer Detlef Uhlemann, der sich auf die alte/neue Herausforderung Deutschen Cross-Cup (DCC) freut.

Ende der neunziger Jahre hießen die Herausforderungen im Deutschen Cross-Cup Berlin, Darmstadt, Köln, Neuss, Walldorf/ Baden, Waiblingen, Hockenheimring oder Herxheim. Bis auf den Darmstadt-Cross ist an den früheren Schauplätzen Funkstille eingetreten. Die Gründe dafür sind eher hausgemacht, liegen eher im Desinteresse vor Ort. Eines ist allerdings allen gemein: Es fehlt(e) am Geld. Der beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) für den Crosslauf verantwortliche Beauftragte Wilfried Raatz (Darmstadt) backt bei der Neuauflage deshalb finanziell „kleine Brötchen“, schließlich soll das zarte Pflänzchen Deutscher Cross-Cup mit Geduld und Weitblick aufgepäppelt werden – mit nur kleinem Budget, sprich Prämien für die Spitzenplätze.

Mit dem Darmstadt-Cross ist dabei die Premium-Veranstaltung als Finalort im Crosskonzept gesetzt. Schließlich ist das Rennen auf der idealen Lichtwiese unweit des Hochschulstadions seit zwei Jahrzehnten bereits das Mekka des deutschen Crosslaufes. Unter der Federführung des DLV-Crossberaters Wilfried Raatz haben die Darmstädter Organisatoren eine Topveranstaltung mit partiellem internationalen Flair auf die Beine gestellt, dabei 2005 die Deutschen Crossmeisterschaften und mehrfach die Deutschen Studentenmeisterschaften übernommen und mit EM-Qualifikationsläufen das Maß im deutschen Crosslauf dargestellt. Beim Darmstadt-Cross werden am 23. November 2008 nicht alleine die Cross-Cup-Sieger geehrt, sondern wiederum die Startplätze für die Cross-Europameisterschaften in Ostende am 7. Dezember vergeben.

Mit dem Energie-Cross Neukirchen der SG Neukirchen-Hülcherath in Grevenbroich hat sich dank der Initiative von Adam Rosenbaum ein Crosslauf entwickelt, der im wettkampfarmen Februar einen beachtlichen Stellenwert erlangt hat. Am 2. Februar wird auf dem Sportzentrum der SG bereits die 15. Auflage gestartet. „Wir rechnen mit 600 bis 700 Startern“, sagt Adi Rosenbaum, übrigens einstmals Trainer von Detlef Uhlemann. „Es ist unheimlich schwer, für eine Crosslauf-Veranstaltung Sponsoren zu finden. Doch wir arbeiten daran...“.

Die Rennen in Neukirchen sind immer stark besetzt

Die dritte Cross-Cup-Veranstaltung in Pforzheim (9. November) wird vom TV Huchenfeld organisiert, ein Verein, der mit der Ausrichtung bislang noch ohne Erfahrung ist. Doch mit Stephan Hohl stellt der Pforzheimer Stadtteilverein immerhin den aktuellen Deutschen Crossmeister. Auf einer komplett einsehbaren Wiese am Stadtrand wollen die Huchenfelder einen Cross der kurzen Wege organisieren und rechnen vor allem mit einem großen Andrang aus dem leistungsstarken süddeutschen Raum.

Gewertet werden dabei neben den Aktiven (Männer, Frauen) und den Senioren vor allem stark differenziert die Nachwuchsklassen. Neben den Prämien und Sachleistungen bei den einzelnen Veranstaltungen in Neukirchen, Pforzheim und Darmstadt stehen attraktive Preise auch für die Gesamtwertung im Deutschen Cross-Cup parat. „Jeder Veranstalter muss natürlich hier in die Tasche greifen“, umreißt der DLV-Crossbeauftragte Wilfried Raatz das Konzept, „mittelfristig muss es allerdings das Ziel sein, diese Ausgaben durch Sponsorenmittel abzudecken.“

Für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) ist der Deutsche Cross-Cup ein wesentliches Element zur Förderung des Laufnachwuchses, weshalb man in der Darmstädter Leichtathletik-Zentrale dieses Projekt nachhaltig unterstützen möchte und vor allem ideelle Unterstützung zugesagt hat. Mit einem finanziellen Zuschuss wird sich German Road Races (GRR), die Interessensgemeinschaft der deutschen Läufe, beim Deutschen Cross-Cup engagieren. „Für uns ist das Crosslaufen so etwas wie die Grundausbildung des Laufens, da hier Ausdauer, Kraftausdauer, Technik sowie Willensschulung gefordert werden“, unterstreicht der Berliner GRR-Sprecher Horst Milde die Bedeutung des Crosslauf.

Auch wenn die unter 23-jährigen DLV-Junioren mit einem siegreichen Vergleich gegen die Schweiz in Lausanne viel versprechend in die Saison 2008 gestartet sind, ist weiterhin offen, ob der DLV bei der Cross-WM in Edinburgh (30. März) vertreten ist. „Susanne Hahn ist zwar faktisch qualifiziert, doch entscheidend ist, für welchen Frühjahrsmarathon sie sich entscheiden wird und ob sich dann noch die Cross-WM einpassen lässt. Entsprechend unserer Nominierungskriterien ist ein Start der Junioren nicht vorgesehen. Wir werden uns nach Neukirchen entscheiden, ob wir wie für Mombasa eine Ausnahme machen werden“, umreißt Uhlemann die internationalen Planungen in Sachen Cross.

Text: race-news-service.com/wr
Foto: photorun.net, Veranstalter