Keine Zwischenfälle

Zugspitzlauf 2009: Strecke wegen schlechtem Wetter verlegt

Wegen schlechtem Wetter wurde der Zugspitzlauf kurzfristig auf die Grubigalm verlegt. 480 Läufer nahmen teil.

Zugspitz-Extremberglauf 2009

Kurz nach dem Start liegt das Feld beim Zugspitz-Extremberglauf 2009 noch dicht beieinander.

Bild: Hansmann PR

480 Läufer waren beim Zugspitz Extremberglauf am Samstag, 19. Juli 2009, am Start. Aufgrund schlechter Wetterverhältnisse am Vortag wurde der Lauf kurzfristig auf die Grubigalm oberhalb von Lermoos in Tirol verlegt. Der Zugspitz Extremberglauf gilt als einer der landschaftlich spektakulärsten und zugleich anspruchsvollsten Bergläufe in den Alpen. Im letzten Jahr war er in die öffentliche Kritik gerückt, als zwei Teilnehmer wegen Unterkühlung starben.

Trotz vorhergesagten schlechten Wetters waren damals viele Läufer in kurzen Hosen und Trikots gestartet. Der Veranstalter Peter Krinninger hat eine Woche vor der diesjährigen Veranstaltung einen Strafbefehl wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in neun Fällen bekommen, gegen den er Einspruch eingelegt hat. Die Verhandlung ist für den November angesetzt.

Für den diesjährigen Lauf wurden ähnlich schlechte Wetterprognosen gemeldet wie 2008. Aufgrund von 60 Zentimeter Neuschnee waren die Gipfelwege am Morgen des Lauftages auf den Zugspitzgipfel in 2.962 Metern Höhe unpassierbar. Peter Krinninger entschied sich deshalb kurzfristig für die Ausweichstrecke auf die 1.714 Meter hoch gelegene Grubigalm am Grubigstein oberhalb von Lermoos.

Statt der vorgesehenen 17,9 Kilometer und 2.235 Höhenmeter bei der Original-Route auf die Zugspitze galt es bei der Alternativroute nur 13,3 Kilometer und 762 Höhenmeter zu überwinden. Auf der Grubigalm, dem neuen Ziel, waren es am Morgen plus fünf Grad. Der Gipfel der Zugspitze dagegen lag in den Wolken. Oben wehte starker Wind bei minus fünf Grad.

Von links: Michael Barz (2.), Sieger Uli Dammenmüller und Martin Schedler (3.)

Trotz der verkürzten Strecke mit weniger alpinem Charakter zeigten die meisten Teilnehmer Verständnis für die Entscheidung des Veranstalters. „Sicherheit geht natürlich vor. Dann komme ich eben nächstes Jahr wieder und laufe auf die Zugspitze“, lautete der Tenor der meisten Läufer. Obwohl die Ausweichstrecke kein Ersatz für die Originaltour auf die Zugspitze war, freuten sich die Teilnehmer, dass der Lauf nicht komplett abgesagt und eine Alternativroute angeboten wurde.

Manche waren aber doch enttäuscht oder hätten sich gewünscht, eher informiert worden zu sein. Denn für einen normalen Berglauf ohne hochalpine Herausforderungen wären Cracks vielleicht gar nicht angereist. Nur etwa ein Drittel der Höhenmeter des Laufs auf die Zugspitze mussten überwunden werden, die Strecke verlief hauptsächlich auf Asphalt, nur zum Schluss auf Schotter. Einige Läufer verzichteten nach Veranstalterangaben sogar auf den Start. Extrem war daher nur das Medieninteresse – über 100 Journalisten waren angereist, normalerweise interessiert sich kaum jemand für einen gewöhnlichen Berglauf.

Die Siegerinnnen beim Zugspitz-Extremberglauf 2009
Von links: Isabella Bernhard (3.), Siegerin Madeleine Lorenz und Magdalena Schiffer (2.)

Nach einer Gedenkminute für die beiden Verunglückten im vergangenen Jahr fiel der Startschuss für 480 Läufer. Die landschaftlich reizvolle Strecke führte von Ehrwald durch den weiten Talkessel der Tiroler Zugspitz Arena nach Lermoos. Anschließend ging es bergauf zur 1.714 Meter hoch gelegenen Grubigalm am Grubigstein. Auf der Route wurden die Läufer mit imposanten Ausblicken auf das Wettersteinmassiv und die Zugspitze belohnt.

Mit einer Zeit von 56:21,9 Minuten gelangte Uli Dammenmüller als erster ins Ziel auf der Grubigalm. Als Sieger der Zugspitzlaufs sieht es sich jedoch nicht, schließlich sei die Strecke viel einfacher gewesen. Mit der ersten Frau Madeleine Lorenz ist er sich einig, dass die Streckenänderung eine vernünftige Entscheidung war.


Die Sieger beim Zugspitzlauf 2009

Männer

1. Uli Dammenmüller, 56:21,9 Minuten
2. Michael Barz, 57:27,1 Minuten
3. Martin Schedler, 57:30,2 Minuten
394 Klassierte

Frauen

1. Madeleine Lorenz, 1:12:31,4 Stunden
2. Magdalena Schiffer, 1:13:47,2 Stunden
3. Isabella Bernhard, 1:14:38,2 Stunden
43 Klassierte

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