Leser-Reporter

Zugspitz-Supertrail 2015: Alpines Regenrennen

Unsere Leser Lars Bubenheim und Jörg Lorenz waren beim verregneten Zugspitz-Supertrail dabei. Heiko Rammenstein hat Spannendes von den Beiden zu berichten.

Zugspitz Supertrail1

Unsere beiden Leser-Reporter Lars Bubenheim und Jörg Lorenz kurz vor dem Zieleinlauf.

Bild: privat

Fast ein halbes Jahr Vorbereitung lagen hinter Jörg und Lars, den beiden Trailrunnern aus unserer Marathonabteilung. Schon im Januar begannen sie mit dem gezielten Training für ihr sportliches Highlight des Jahres, den Zugspitz-Supertrail.

Bereits im Jahr 2013 hatten sie an dem alpinen Event teilgenommen, damals allerdings beim Basetrail (35,6 km, 1.843 Höhenmeter im Anstieg). Der Supertrail stellte mit 60,1 km und 2.920 Höhenmetern im Anstieg eine weitaus größere Herausforderung dar. Dementsprechend gestalteten sie ihr Training mit einem Mehraufwand an Kilometerleistungen und absolvierten, mangels Hochgebirge als Trainingsterrain, unzählige lange Einheiten im heimischen Bergland. Dabei erkundeten sie beispielsweise den Hohen Dörnberg und den Habichtswaldsteig. Auch streuten sie Wettkämpfe mit teilweise sehr anspruchsvollen Höhenprofilen in das Programm ein. So bewältigten sie einige Rennen im April: Gemeinsam den Bilsteinmarathon sowie drei Wochen später Jörg den Hermannslauf und zeitgleich Lars den Hamburg-Marathon. Die letzten fünf Wochen waren mit jeweils bis zu 80 Kilometern im profilierten Gelände besonders intensiv. In der drittletzten Woche unternahmen sie eine ausgedehnte Wanderung über 35 km von Zierenberg nach Rengershausen.

Erst verletzungsfrei...und dann?

Von größeren Blessuren oder gar Verletzungen blieben sie verschont. Hie und da ein Zipperlein, nichts Dramatisches. Allenfalls Erkältungskrankheiten setzten sie kurzzeitig außer Gefecht, aber die lagen schon einige Zeit zurück. Im Großen und Ganzen verlief ihre Vorbereitung also planmäßig und geräuschlos. Doch dann, ausgerechnet nach dem Sonntagslauf in der letzten Woche vor dem Rennen, schien zumindest für Lars das Projekt Zugspitze gefährdet zu sein, denn eine muskuläre Verhärtung im Oberschenkel zwang ihn fortan zu einer mehrtägigen Laufpause. Unter der Woche versuchte sich Lars an einem letzten kleinen Trainingslauf und sah seine Hoffnungen auf ein unbeschwertes Rennen schon dahinschwinden. Notfalls würde er Jörg an der Zugspitze ein Stück des Weges begleiten und an einer Zwischenstation aussteigen. Eine deprimierende Vorstellung, die ihn noch am Vortag des Rennens, als die beiden sich schon in ihrem Quartier im oberbayerischen Mittenwald befanden, vor Nervosität etwas aus der Bahn warf. Überhaupt war die letzte Woche von steigender Anspannung bis hin zur Frustration geprägt, denn auch Jörg blieb von urplötzlich auftretenden Wehwechen – in Form von Zahnschmerzen – nicht verschont, die ihn aber nicht an der Teilnahme am Supertrail hindern würden.

Risikofaktor Wetter

Ein entscheidender Faktor bei einem Rennen im Hochgebirge ist stets das Wetter. Allseits gefürchtet sind die raschen Wetterumschwünge. Tage zuvor herrschte noch sonniges Wetter in der Region. Je näher das Eregnis heranrückte, desto düsterer wurden die Wettervorhersagen für den Wettkampftag: Man würde sich auf zeitweise Niederschläge und kühle Temperaturen einstellen müssen. Diese Prognose war nicht dazu geeignet, die Stimmung der beiden Alpinisten aufzuhellen. Letztlich war das Wetter aber noch schlechter als vorhergesagt. Als sie um 5 Uhr in ihrer Pension aufstanden und einen Blick aus dem Fenster warfen, regnete es bereits. Ein unverzichtbares Utensil des Bergrennens würde für jeden Teilnehmer die Regenjacke sein.

„Willkommen in Tirol!“

Nach dem Frühstück fuhren sie mit einem Shuttlebus zum Startort im österreichischen Leutasch-Weidach (Bundesland Tirol), der in 1.100 Metern Höhe lag. Die Fahrt nahm eine Dreiviertelstunde in Anspruch. Als sie auf dem Startgelände eintrafen und sich mit den anderen Teilnehmern des Supertrails auf ihren Start vorbereiteten, waren sie beeindruckt von der herzlichen, gastfreundschaftlichen Atmosphäre. Die Teilnehmer aller Nationen wurden fahneschwenkend begrüßt.

Das Laufequipment

Vor dem Start wurde kontrolliert, ob die laut Reglement vorgeschriebene Ausrüstung mitgeführt wurde. Dazu gehörten Trailrunning-Schuhe mit Profilsohle, ein Rucksack, warme Kleidung, Handschuhe und Mütze, Stirnlampe, die schon erwähnte Regenbekleidung, Faltbecher und Wasserbehälter mit mindestens 1,5 Litern, Erste-Hilfe-Set und Rettungsdecke, das Trailbook mit der Streckenkarte und ein Mobiltelefon mit eingespeicherter Nummer der medizinischen Betreuung. Außerdem wurden GPS-Gerät, Teleskopstöcke, Fettcreme gegen Wundscheuern, Blasenpflaster, eigene persönliche Verpflegung und – Sonnencreme (völlig unnötig an einem Dauerregentag, wie ihn unsere Berghelden erwischt hatten!) empfohlen.

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