Halbmarathon-WM

Zersenay Tadese gewinnt die Halbmarathon-WM in Karvana

Bei der Halbmarathon-WM im bulgarischen Karvana sicherte sich Zersenay Tadese zum 5. Mal den Titel. Sabrina Mockenhaupt lief auf Rang elf vor.

Zersenay Tadese wurde zum fünften Mal Halbmarathon-Weltmeister.

Zersenay Tadese wurde zum fünften Mal Halbmarathon-Weltmeister.

Bild: photorun.net

Zersenay Tadese hat seine Rekordserie ausgebaut: Zum fünften Mal wurde der Läufer aus Eritrea am Sonnabend Halbmarathon-Weltmeister. Bei sehr warmem und schwülem Wetter siegte Zersenay Tadese im bulgarischen Kavarna überlegen in 60:19 Minuten vor Deressa Chimsa. Der Äthiopier war nach 60:51 im Ziel, lief bei den schwierigen Bedingungen eine persönliche Bestzeit und hatte damit eine perfekte Generalprobe für den BMW Frankfurt-Marathon am 28. Oktober. Die Bronzemedaille sicherte sich John Mwangangi (Kenia) mit 61:01. Bester nicht-afrikanischer Läufer war Giovani dos Santos (Brasilien) auf Rang 14 mit 62:32.

Bei den Frauen gab es einen äthiopischen Doppelsieg. In einer Spurtentscheidung setzte sich dabei überraschend Meseret Hailu in 68:55 Minuten mit nur einer Sekunde Vorsprung vor ihrer Landsfrau Feyse Tadese durch. Dritte wurde Pasalia Kipkoech (Kenia) mit 69:04. Als beste nicht-afrikanische Läuferin überraschte Gemma Steel (Großbritannien) auf Platz sieben mit 71:09. Einen guten elften Rang belegte Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg), die nach 72:04 im Ziel war. Abgesehen von Hallen-Weltmeisterschaften war dies die beste Platzierung für Sabrina Mockenhaupt bei einer globalen Meisterschaft. Höher zu bewerten ist allerdings ihr 13. Platz im olympischen 10.000-m-Finale von 2008.

Insgesamt waren diese Halbmarathon-Weltmeisterschaften nicht gut besetzt. Fast alle Topstars fehlten, was in erster Linie mit den Starts bei den großen Herbst-Marathonrennen zu tun hat.

Im Rennen der Männer hatte sich Zersenay Tadese bald nach der 5-km-Marke von der Konkurrenz abgesetzt und vergrößerte seinen Vorsprung in der Folge ständig. Nach 10 km (28:05) lag er sieben Sekunden vor dem Kenianer Philemon Limo und weitere vier Sekunden vor Pius Kirop (Kenia). Bereits eine gute halbe Minute lief er nach 15 km (42:16) vor dem dann zweitplatzierten Kirop. Bei Temperaturen von am Ende fast 30 Grad Celsius war Zersenay Tadese nicht zu stoppen. Nachdem er vor zwei Jahren bei diesen Titelkämpfen Zweiter war, holte sich „Mr. Halbmarathon“ jetzt das Gold zurück. Zwischen 2006 und 2009, als diese Meisterschaften noch jährlich stattfanden, hatte Zersenay Tadese den Titel viermal in Folge gewonnen.

Spannender als der Kampf um den Titel war das Rennen um die Silber- und Bronzemedaillen. Deressa Chimsa hatte nach 15 km noch 16 Sekunden Rückstand auf Rang zwei, doch den holte er auf dem folgenden 5-km-Abschnitt auf. Im Ziel lag er mit 60:51 zwar deutlich hinter Tadese (60:19), jedoch klar vor John Mwangangi (61:01), der auf dem letzten Kilometer Pius Kirop (61:11) noch auf Rang vier verwies. Stephen Kibet (Kenia/61:40) wurde Fünfter vor dem Mitfavoriten Eliud Kipchoge (Kenia/61:52).

Bei den Frauen hatten sich zwei Kenianerinnen und zwei Äthiopierinnen abgesetzt. Die 15-km-Marke erreichten Pasalia Kipkoech, Lydia Cheromei (beide Kenia) und Feyse Tadese sowie Meseret Hailu (beide Äthiopien) nach 48:51 Minuten. Auch bei 20 km war das Quartett noch zusammen. Erst dann setzten sich die beiden Äthiopierinnen ab. Im Sprint war Hailu etwas stärker als Tadese. Die 22-Jährige wurde überraschend Weltmeisterin mit einer persönlichen Bestzeit von 68:55 Minuten. Es war ihr erstes Halbmarathonrennen unter 70 Minuten. Hinter Tadese (68:56) und Kipkoech (69:04) belegten Cheromei (69:13), Emebt Etea (Äthiopien/70:01) und Pauline Kahenya (Kenia/70:22) die nächsten Plätze. Während die stark eingeschätzte Shalane Flanagan (USA/74:41) nicht über Rang 25 hinauskam, musste die türkische Mitfavoritin Elvan Abeylegesse kurzfristig aufgrund einer leichten Verletzung passen.

Sabrina Mockenhaupt lag nach den ersten 5 km auf Rang 15 und arbeitete sich dann bis zur 10-km-Marke (33:29) auf Platz elf nach vorne. Diesen Rang hielt sie bis ins Ziel. „Bei Sonne und Wind Platz elf bei der Halbmarathon-WM und drittbeste Europäerin. Mein Gefühl war gut, aber ab 7 km musste ich mein Rennen ganz alleine gestalten“, erklärte Sabrina Mockenhaupt via Facebook. „Der Weg in Richtung New York-Marathon stimmt. Die Reise hat sich gelohnt, obwohl das heute absolut kein Laufwetter war.“

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