Leichtathletik-EM Amsterdam 2016

Yasemin Can gewinnt auch 5.000 Meter

Der 19-jährigen Türkin Yasemin Can gelang nach ihrem Sieg über die 10.000 Meter als erst dritte Läuferin der Geschichte auch der Sieg über die halbe Distanz.

Yasemin Can 5.000 Meter Sieg LA-EM Amsterdam 2016

Als dritte Athletin in der Geschichte der Europameisterschaften gelang der aus Kenia stammenden Türkin Yasemin Can ein Doppelsieg über 5.000 und 10.000 Meter

Bild: photorun.net

Yasemin Can gelang bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Amsterdam ein Langstrecken-Doppelsieg: Die aus Kenia stammende Türkin entschied drei Tage nach dem 10.000-m-Finale auch das Rennen über 5.000 Meter für sich. Yasemin Can ist die dritte Frau, der in der Geschichte der Europameisterschaften dieser Langstrecken-Doppelerfolg gelang. Allerdings stehen die 10.000 Meter auch erst seit 1986 auf dem Programm der Frauen-Wettbewerbe. 1998 war es die Irin Sonia O’Sullivan, die die 5.000 und die 10.000 Meter gewann, 2010 triumphierte Elvan Abeylegesse über die beiden Distanzen. Die Türkin wurde in diesem Jahr jedoch wegen Dopings gesperrt, nachdem eine Nach-Kontrolle von der WM 2007 eine Doping-Substanz zu Tage förderte.

Sieg für Can vor Titelverteidigerin Bahta

Die 19-jährige Yasemin Can, die seit Frühjahr 2015 für die Türkei starten darf und früher als Kenianerin unter dem Namen Vivian Jemutai lief, dominierte das 5.000-m-Finale ebenso wie am Mittwoch die Entscheidung über 10.000 Meter. Frühzeitig löste sie sich von ihren Konkurrentinnen und lief einem souveränen Sieg entgegen. Sie gewann schließlich in 15:18,15 Minuten deutlich vor der Titelverteidigerin Meraf Bahta (15:20,54 Minuten), die aus Eritrea stammt und für Schweden startet. Beste „echte“ Europäerin war die Britin Stephanie Twell, die in 15:20,70 Minuten die Bronzemedaille gewann.

Die seit kurzem für Deutschland startberechtigte Fate Tola Geleto (LG Braunschweig), die aus Äthiopien kommt, belegte Rang acht mit 15:43,30 Minuten. Maren Kock (LG Telis Finanz Regensburg) beendete diesen Endlauf vorzeitig, um sich stattdessen auf das 1.500-m-Finale am Sonntag zu konzentrieren.

Im 800-m-Finale der Frauen setzte sich die Ukrainerin Nataliya Pryshchepa nach einem starken Schlussspurt auf der Zielgeraden mit 1:59,70 Minuten vor der Französin Renelle Lamote (2:00,19 Minuten) und der Schwedin Lovisa Lindh (2:00,37 Minuten) durch. Während Fabienne Kohlmann (LG Karlstadt) bereits im Vorlauf hängen geblieben war, verpasste Christina Hering (LG Stadtwerke München) als Fünfte ihres Halbfinales den Endlauf klar.

Homiyu Tesfaye zeigt sich noch nicht in Topform

Nach einer langen Verletzungspause wurde in Amsterdam klar, dass Homiyu Tesfaye (Eintracht Frankfurt) noch nicht wieder in Topform ist. Im 1.500-m-Finale lief er auf Platz zehn in 3:47,93 Minuten. Der Sieg ging an den Norweger Filip Ingebrigtsen, der im Spurt vor dem Spanier David Bustos (3:46,90) und seinem älteren Bruder Henrik (3:47,18 Minuten) gewann. Henrik Ingebrigtsen war 2012 bereits Europameister über die 1.500-m-Distanz. Der zweite deutsche Teilnehmer, Timo Benitz (LG farbtex Nordschwarzwald), war im Vorlauf nach einem Sturz ausgeschieden.