Leser-Reporter

Wörthersee-Trail 2012 mit Start in Klagenfurt

Leser-Reporter Wolfram Brunnmeier berichtet von seinen Erlebnissen beim Wörthersee-Trail 2012 auf der Strecke von Klagenfurt an den Wörthersee.

Wörthersee-Trail 2012 - Die Bilder
Leserreporter Brunnmeier Wörthersee-Trail

Bereits zum 95. Mal wurde von Klagenfurt an den Wörthersee gelaufen.

Bild: Wolfram Brunnmeier

Eigentlich wollte ich diesen Traillauf erst in 2013 machen, aber mein Laufkumpel Bernie überredete mich beim Karwendellauf, doch schon in diesem Jahr teilzunehmen. Natürlich habe ich erst mal laut aufgestöhnt, denn knapp 1.000 Kilometer von Mülheim hin und knapp 1.000 Kilometer zurück an einem Wochenende ist nicht ohne. Da die Langzeitwetterprognose zu diesem Laufevent grandioses Wetter vorher sagte, meldete ich mich an. Die Anfahrt vom Ruhrgebiet bis nach Klagenfurt ist easy, denn sie verläuft komplett nur über Autobahnen. Start und Ziel des Wörthersee Ultratrails ist direkt neben dem Strandbad in Klagenfurt errichtet. Hier treffe ich meinen Laufkumpel Bernie und dessen Lauffreund Jan.

Heute gab es zur Pastaparty nur die obligatorischen Nudeln. In 2011 waren noch Kaiserschmarrn und Bratwurst mit Kartoffelsalat im Programm. Nach dem Briefing ging es ins Hotel in der Nähe zum Entspannen. Neben dem 57-km-Trail, gibt es auch noch einen 30- und einen 15-km-Lauf im Angebot. Pünktlich um 8.00 Uhr am Samstag, den 22. September 2012, stehe ich am Start und schon geht es los. Mit unzählbar vielen anderen Laufverrückten laufe ich durch den Europapark mit all den Fahnen von sämtlichen EU-Mitgliedsstaaten. Nach wenigen hundert Metern geht es unter der Autobahn A 10 hindurch und in den Wald hinein. Die ersten Kilometer im Wald lassen auch gleich mein Trailerherz höher schlagen. Alles ist sofort von Anfang an dabei. Es geht auf engen Waldpfaden durchs Gestrüpp, über erste Naturtreppen und entlang herrlichen Teichen mit am Wegesrand grünbemooste Felsen.

Auf dem Wörtherseetrail erlebt der Läufer wirklich alle Arten von Trailuntergründen.

Bild: Wolfram Brunnmeier

Nach dem ersten Anstieg geht es an einem Weinberg vorbei mit phantastischem Blick auf den unter uns liegenden Wörthersee. Bernie und ich sind noch beisammen, Jan hingegen ist uns längst enteilt. Der erste Matschabschnitt lässt auch nicht lange auf sich warten. Der überschwemmte Forstweg wird aber verschmäht und alle Trailer drücken sich oberhalb dieses Abschnittes auf einem schmalen Pfad und am Zaun des Weinberges entlang.

Die erste Versorgungsstation erreichen wir Läufer bei Kilometer 7 am Schloss und Pferdegestüt Drasing. Nach der Versorgungsstation geht es dann ein langes Stück auf asphaltierten Wegen abwärts. Der Aufstieg zum Pirker Koger führt aber wieder durch den Wald und es geht über urige Wurzelpfade mitunter steil bergan. Kaum ist man oben, geht es auch schon wieder bergab durch herrlichen Wald mit steilen Wurzelpassagen zur Versorgungsstation Pirkhof. Hier gibt es neben der Verpflegung auch musikalische Unterhaltung aus der Quetsche. Hinter der Station geht es wieder in den Wald und bergan über Wurzeltrails der übelsten Sorte. Kurz vor dem Forstsee bei Kilometer 22 geht es einige hundert Meter durch einen mit Wasser und Schlamm gefüllten Hohlweg steil bergab. Hier musste man durch, da es keine Ausweichmöglichkeit gab. Wasserdichte Trailschuhe waren hier von Vorteil, aber wer hat die schon! Am Forstsee hat man dann einen schönen Ausblick auf den See und die Karawanken, die die Grenze zu Slowenien bilden.

Beim Abstieg durch die Römerschlucht hinunter nach Velden komme ich mir vor wie in einem Märchenwald. Entlang eines Wildbaches geht es über Stock und Stein. Dabei ist stellenweise Hüpfen und Springen angesagt. Hier bekommt das Auge einiges geboten. Mein Laufkumpel Bernie ist mir schon seit einiger Zeit enteilt, ihm sollte ich erst im Ziel wieder begegnen. An der Seepromenade von Velden ist Halbzeit. Von hier sind die 30-Kilometer-Läufer gestartet. Keine 200 Meter später geht es an dem aus vielen Filmen bekannten Schloss am Wörthersee vorbei. Hier hatte der Schlagersänger Roy Black seinen Karrierehöhepunkt.

Leserreporter Brunnmeier Wörthersee-Trail

Bild: Wolfram Brunnmeier

An der Seepromenade von Velden ist Halbzeit des Wörtherseelaufs.

Einige Kilometer geht es direkt am See entlang und durch Velden hindurch. Am Ortsausgang führt uns ein Ordner wieder in den Wald hinein und es geht auf trailigen Pfaden sofort wieder bergan. Entlang eines Baches muss auch ein kurzes Stück über feuchte Felsplatten gelaufen werden. Bei der folgenden Bachquerung holt sich so mancher Trailer nasse Füße. Immer wieder wechseln sich Wurzelpfade und breite Forstwege miteinander ab. Ständig geht es bergauf und bergab. Plötzlich ist er da, der Aufstieg zum höchsten Punkt der Wörthersee-Umrundung. Knapp 300 Höhenmeter auf circa 3 Kilometern geht es mal mehr und mal weniger steil auf einem breiten Forstweg in langen Serpentinen zum Pyramidenkogel bergan. Aufwärtslaufen geht schon lange nicht mehr, hier wird stramm und schnell gewandert. Oben an der Versorgungsstation ist „Ramba Zamba“. Neben der Station steht ein Bierzelt, und der DJ heizt den vielen Zuschauern und den Läufern mächtig ein. Die Versorgungsstation lasse ich außer Acht, denn hier gönne ich mir eine längere Pause und zische mir ein kühles Blondes.

Ab dem Pyramidenkogel geht es sofort wieder über Singletrails und Wurzelpfade abwärts. Auf diesem Teilstück hinunter nach Reifnitz bei Kilometer 46 laufe ich viel und lange alleine. An der Versorgungsstation in Reifnitz gönne ich mir zwei Becher warmes alkoholfreies Erdinger, da es mittlerweile über 20 Grad warm geworden ist. Da die Läufer an dieser Station auf Seehöhe angelangt sind, kann es eigentlich hinter dieser Pause nur bergauf gehen. So ist es auch! Erst auf einer asphaltierten Fahrstraße, dann wieder im Wald über Wurzelwege und auf kaum sichtbaren Singletrails.

Bei den Spintikteichen steht mitten im Wald die allerletzte Versorgungsstation. Die anschließende Umrundung dieses Teiches hat alles im Programm. Besonders der Wurzelpfad am Ende fordert höchste Konzentration. Hier sollte der Blick den Boden nicht verlassen, da sonst die Gefahr besteht über eine der unzähligen dicken und dünnen Wurzeln zu stolpern und somit den Boden zu küssen. Aber nichts anderes will ja der Trailer. Der weitere Streckenabschnitt hinunter nach Maiernigg, einem Vorort von Klagenfurt ist weniger spektakulär. Entlang des Wörthersee-Kanals führen die Schlusskilometer zurück ins Ziel an der Strandpromenade. Hier steht meine Frau Marita und empfängt mich mit tollem Applaus.

Fazit: 8:23:36 Stunden habe ich für diese 57 Kilometer rund um den Wörthersee benötigt. Die erste Streckenhälfte ist die spektakulärere. Der zweite Streckenabschnitt ist wesentlich leichter zu bewältigen. Alles in allem ist es ein phantastisches Event an einem der schönsten Seen Österreichs.


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