Leserreporterin Julia Häsler

Weltweit größter Halbmarathon in Göteborg

Leserreporterin Julia Häsler lief den Göteborg Varvet-Halbmarathon mit, den weltweit größte Halbmarathon. Für sie war es ein einmaliges Lauferlebnis.

Leserreporter Julia Häsler in Göteborg

Julia Häsler vor dem Start.

Bild: Thorsten Häsler

Veranstaltung: Göteborgs Varvet
Distanz: 21.0975 km
Zeit: 1:52:14 Stunde


Freitag sehr früh angereist, starteten wir sofort zur Expo, um meine Startunterlagen abzuholen. Schon zu diesem Zeitpunkt konnte man erahnen, welches Ausmaß die Veranstaltung haben würde. Unzählige Ordner und Parkplatzzuweiser, scheinbar alle verfügbaren Dixieklos Götheborgs und ein halbes Eisstadion voller Umschläge mit Startunterlagen. Logistisch und organisatorisch eine Höchstleistung, aber dazu später ...

Halbmarathon in einer anderen Dimension

Der Tag des Laufs begann mit einem ausgiebigen Frühstück und mentalem vorbereiten. Um 11 Uhr kamen wir dann am Veranstaltungsgelände an und somit komme ich nun zum für mich wirklich beeindruckendsten. Man konnte nah am Start- und Zielbereich parken, unzählige Helfer gaben Infos, beantworteten Fragen, wussten genau, was sie zu welchem Zeitpunkt zu tun hatten. Um 13 Uhr fiel der Startschuss und ab diesem Zeitpunkt gingen 25 Gruppen an den Start. Um 16 Uhr starteten somit die letzten Läufer, unter jenen war auch ich.

Während der gesamten Zeit gab es einen “Warm-up-Bereich” mit netten Mädels, die ein Aufwärmprogramm boten, die Stimmung schwächte nicht ab und auch das Publikum wurde nicht weniger. Wir verbrachten eine Weile am Start und saugten die Eindrücke auf und setzten uns dann auf die Tribüne am Ziel, um die ersten Läufer gebührend feiern. Ein verrücktes Gefühl, unzählige Menschen im Ziel zu empfangen, gleichzeitig aber zu wissen, dass man selber erst in wenigen Stunden auf die Strecke geht.

Die Finisher-Medaille behält Julia als Erinnerungsstück an einen tollen Lauf.

Bild: Thorsten Häsler

Startschuss für Julias Gruppe beim Göteborg Varvet-Halbmarathon

Nun, schließlich kam auch meine Zeit und der Startschuss für Gruppe 25 fiel. Ich fand ein gutes, moderates Tempo und fühlte mich trotz einiger Höhenmeter und viel, viel Sonne gut. Bis km 15 lief ich sehr sehr konstant. Und dann der Einbruch! Ich weiß nicht, was es war oder was ich hätte anders machen können. Die ersten 15 km waren wirklich großartig und von einem Moment auf den anderen verlor ich an Tempo, die Beine wurden schwer und ich musste beißen, um nicht total abzufallen. Hinzu kam noch, dass die Strecke ab dort enger wurde und man teilweise geknubbelt lief. Nun, aber ich sagte mir immer wieder “Halte durch, reiß dich zusammen, es ist nicht mehr weit!”. Und so lief ich, zwar etwas langsamer, was mich etwa 2:30 Minuten gekostet hat, aber ich lief. Und lief ins Ziel und war nun diejenige, die von den Tribünen aus gefeiert wurde. Trotz des Einbruchs lief ich meine neue persönliche Bestzeit auf der Halbmarathon-Distanz und freue mich über die vielen, tollen Eindrücke und darüber einen solch besonderen Lauf gefinisht zu haben, Teil des Großen und Ganzen hier gewesen zu sein. Ich mag Endorphine.

Leserreporter Julia Häsler in Göteborg

Bild: Thorsten Häsler

Julia auf dem Weg zum Ziel.

Julias Fazit vom Göteborg Varvet-Halbmarathon

Was ich hier erleben durfte, beeindruckt mich! Ich bin absolut fasziniert von dieser Organisation, von dieser “Selbstverständlichkeit”, wie hier alles läuft, von den vielen, vielen Helfern und stets netten Menschen. Inzwischen hab ich nun schon einige Laufveranstaltungen kennenlernen dürfen, aber jede einzelne kann sich von dieser hier noch eine Scheibe abschneiden. Jede Sorge, dass es voll, eng oder gar gefährlich sein könnte, bei dieser Vielzahl von Menschen, war unberechtigt. Hut ab, Götheborg, was Ihr hier jedes Jahr auf die Beine stellt. 2021 wird es erstmalig, zum Jubiläum, einen Marathon geben und sollte ich mich irgendwann fähig dazu fühlen, einen solchen zu schaffen, kehre ich vielleicht nochmal hierher zurück. An den Ort, der mich bis heute wirklich ein bisschen sprachlos gemacht hat.