Prager Halbmarathon

Weltrekordrennen beim Prag-Halbmarathon?

Zersenay Tadese will am Sonnabend beim Prag-Halbmarathon seinen eigenen Weltrekord brechen. Er trifft auf starke Konkurrenz.

Tadese

Tadese mit seinem stärksten Kontrahenten Philemon Limo.

Bild: Hervis Half Marathon Prague

Zersenay Tadese will am Sonnabend beim Prag-Halbmarathon seinen eigenen Weltrekord brechen. Der 31-jährige Läufer aus Eritrea hatte die aktuelle Bestmarke von 58:23 Minuten vor drei Jahren in Lissabon aufgestellt. Doch Tadese erwartet in der tschechischen Hauptstadt starke Konkurrenz: Unter anderem wird Philemon Limo am Start sein. Der Kenianer zeigte sich optimistisch, dass er den fünffachen Halbmarathon-Weltmeister schlagen kann. Die Veranstalter des Rennens haben eine Weltrekord-Prämie in Höhe von 100.000 Euro ausgelobt. 12.500 Läufer werden am Sonnabend in Prag am Start sein.

„Wir hatten diese Weltrekordprämie bereits im vergangenen Jahr ausgeschrieben, aber damals hielt niemand für möglich, dass in Prag ein Weltrekord gelaufen werden könnte. Nachdem wir dann mit 58:47 Minuten eine Jahresweltbestzeit erreichten, hat sich diese Ansicht geändert. Jetzt glaubt man uns, dass in Prag sogar ein Weltrekord möglich ist“, erklärte die für die Topathleten zuständige Jana Moberly.

„Ich bin gut vorbereitet auf dieses Rennen“, sagte Zersenay Tadese am Donnerstagnachmittag während einer Pressekonferenz. Der Weltrekordler hatte sich zunächst in Madrid, wo er einen zweiten Wohnsitz hat, auf den Halbmarathon vorbereitet. In den vergangenen fünf Wochen war er dann in seiner Heimatstadt Asmara. Dort trainierte Tadese in Höhen von rund 2300 Metern. „Ich werde versuchen, den Weltrekord zu brechen. Aber das Wetter wird eine entscheidende Rolle spielen“, sagte Tadese. Derzeitige Vorhersagen prophezeien Temperaturen von rund fünf Grad Celsius, was etwas zu kalt sein könnte für eine Rekordjagd.

Einer der stärksten Konkurrenten von Zersenay Tadese wird Philemon Limo sein. Der Kenianer kennt die Prager Straßen gut, denn er startete schon mehrfach in der Metropole. Vor zwei Jahren stellte er mit 59:30 Minuten einen Kursrekord auf. „Es inspiriert mich, gegen den Weltrekordler zu rennen. Ich habe keine Angst vor ihm. Ich habe gut trainiert und bin optimistisch, dass ich ihn schlagen kann. In Prag ist alles möglich“, sagte der 27-jährige Kenianer.

Drei weitere Athleten mit Bestzeiten von unter einer Stunde gehen am Sonnabend ins Rennen: Die Kenianer Pius Maiyo (59:25) und Daniel Chebii (59:49) sowie Yonas Kifle (59:30/Eritrea). Eine gute Rolle spielen könnte auch Teklemariam Medhin, ein Trainingspartner von Tadese. Der Läufer aus Eritrea zeigte vor kurzem gute Form, als er Dritter bei der Cross-WM wurde.

Bei den Frauen zählt Gladys Cherono zu den Favoritinnen. Die Kenianerin hatte beim Prag-Halbmarathon vor einem Jahr den dritten Platz belegt und sich dabei auf 68:18 Minuten verbessert. „Ich will schneller rennen als im vergangenen Jahr, aber es darf nicht zu kalt werden“, sagte Gladys Cherono, deren Ziel im Sommer die WM-Teilnahme über 10.000 m ist. Die Kenianerin ist die zweitschnellste Läuferin im Prager Elitefeld hinter Worknesh Degefa. Die Äthiopierin hat eine persönliche Bestzeit von 67:49 Minuten, die sie im vergangenen Monat als Dritte des Rom-Ostia-Rennens aufgestellt hatte. Eine weitere Läuferin geht mit einer Bestzeit von unter 69 Minuten an den Start: Isabella Ochichi wird in Prag ein Comeback starten. Die 33-jährige Kenianerin ist die 5.000-m-Olympia-Zweite von 2004. Ihre Halbmarathon-Bestzeit von 68:38 Minuten ist bereits zwölf Jahre alt, und seit 2006 ist sie bei keinem internationalen Rennen mehr an den Start gegangen. „Sie ist eine sehr professionelle Athletin. Und es ist daher ein ernsthaftes Comeback“, erklärte ihr Manager, Zane Branson. „Sie hat in Ngong in der Gruppe von Marathon-Weltrekordler Patrick Makau trainiert.“