Weltrekord in Boston

Weltrekordlerin Tirunesh Dibaba: Inspiriert von ihrer Kusine Derartu Tulu

Tirunesh Dibaba ist erst 21 Jahre alt und sorgte doch schon mehrmals für ein Novum in der Leichtathletik. Die kleine, zierliche Läuferin aus Äthiopien, die 1,60 m misst und 47 Kilogramm leicht ist, brach am Sonnabend beim Hallen-Meeting in Boston ihren eigenen 5.000-m-Weltrekord. Als erste Frau blieb sie dabei in der Halle über diese Strecke unter 14:30 Minuten. Nach 14:27,42 war Tirunesh Dibaba im Ziel und hatte damit auch ihre Freiluft-Bestzeit um rund drei Sekunden unterboten.

Tirunesh Dibaba ist erst 21 Jahre alt und sorgte doch schon mehrmals für ein Novum in der Leichtathletik. Die kleine, zierliche Läuferin aus Äthiopien, die 1,60 m misst und 47 Kilogramm leicht ist, brach am Sonnabend beim Hallen-Meeting in Boston ihren eigenen 5.000-m-Weltrekord. Als erste Frau blieb sie dabei in der Halle über diese Strecke unter 14:30 Minuten. Nach 14:27,42 war Tirunesh Dibaba im Ziel und hatte damit auch ihre Freiluft-Bestzeit um rund drei Sekunden unterboten.

Im Sommer 2003 war Tirunesh Dibaba zur jüngsten Goldmedaillengewinnerin der Geschichte der Leichtathletik-Weltmeisterschaften geworden. Genau 18 Jahre und 90 Tage alt war die Läuferin, als sie in Paris 2003 völlig überraschend die 5.000 m gewann.

In der Folge schaffte Tirunesh Dibaba immer neue, gemessen an ihrem Alter spektakuläre Leistungen. Bei den Olympischen Spielen in Athen gewann sie im 5.000-m-Finale Bronze und wurde damit zur jüngsten olympischen Medaillengewinnerin ihres Landes aller Zeiten. Vor zwei Jahren, im Januar 2005, war sie in Boston den bisherigen 5.000-m-Hallen-Weltrekord von 14:32,93 gelaufen.

Im Frühjahr 2005 feierte sie dann bei den Cross-Weltmeisterschaften einen Doppelsieg gefeiert. Tirunesh Dibaba gewann sowohl die Mittel- als auch die Langstrecke. In Helsinki setzte sie im Sommer die Erfolgsstory fort: Nie zuvor hatte eine Frau in der WM-Geschichte sowohl die 5.000 m als auch die 10.000 m gewonnen. Tirunesh Dibaba schaffte es. Die damals 20-Jährige war jeweils im Spurt nicht zu schlagen. Über 10.000 m rannte sie dabei die letzte der 25 Runden in 58,8 Sekunden – ein Tempo, das schnell genug ist, um den 5.000-m-Weltrekord der Männer um gut 20 Sekunden zu verbessern! Im 5.000m-Finale war sie auf den letzten 400 m noch zwei Zehntelsekunden schneller.

2006 wurde sie wiederum Cross-Weltmeisterin über die 8-km-Distanz. In einem Sommer ohne globale Meisterschaften konzentrierte sich Tirunesh Dibaba vollkommen auf die Golden League der IAAF. Mit fünf von sechs möglichen Siegen war sie am Jackpot der Golden League beteiligt.

Tirunesh Dibaba hat bestimmt auch das Potenzial, den 5.000-m-Weltrekord zu verbessern, den ihre Landsfrau Meseret Defar im Juni 2006 auf 14:24,53 Minuten gesteigert hatte. „Ich habe mich bisher mit dem Weltrekord noch nicht so richtig befasst“, sagt Tirunesh Dibaba, deren drei Jahre ältere Schwester Ejegayehu Olympia-Zweite über 10.000 m in Athen war, im vergangenen Sommer und fügt hinzu: „Aber es müsste möglich sein, den zu brechen.“

Inspiriert zum Laufen wurden die beiden Schwestern unter anderen durch ihre Kusine: Sie heißt Derartu Tulu und ist die 10.000-m-Olympiasiegerin von 1992 und 2000. Tulu läuft in der Zwischenzeit hauptsächlich Marathon und hat bereits die Rennen in London und Tokio gewonnen. Auch Tirunesh Dibaba, die einst mit ihrer Schwester als 14-Jährige nach Addis Abeba zog, sich dann einem Polizeisportklub anschloss und fortan professionell trainierte, will eines Tages Marathon laufen. „Erst möchte ich alles auf der Bahn gewinnen, was möglich ist. Danach kommt der Marathon. Ich möchte Äthiopiens erfolgreichste Olympionikin werden“, sagt Tirunesh Dibaba. Wer weiß, vielleicht ist sie auf dem Weg zur größten Läuferin aller Zeiten.

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