LA-WM in Moskau

Weltmeisterschafts-Premiere für Kenia

Zum ersten Mal gewann eine Kenianerin WM-Gold über die 3.000-m-Hindernisstrecke. Milcah Chemos siegte in 9:11,65 min. Antje Möldner-Schmidt erkämpfte Platz acht.

Antje Möldner-Schmidt

Antje Möldner-Schmidt in Moskau.

Bild: photorun.net

Kenia ist das Land der Hindernisläufer. Doch während die Männer den WM-Titel quasi im Abonnement haben, gilt das für die Frauen nicht: Erst jetzt in Moskau gewann zum ersten Mal eine Kenianerin WM-Gold über die 3.000-m-Hindernisstrecke, die für die Frauen seit 2005 zum Programm der Leichtathletik-Weltmeisterschaften gehört. Milcah Chemos, die bei den vergangenen beiden Titelkämpfen jeweils Bronze gewonnen hatte, triumphierte in der Jahresweltbestzeit von 9:11,65 Minuten vor ihrer Landsfrau Lidya Chepkurui (9:12,55) und der Äthiopierin Sofia Assefa (9:12,84).

Sehr gute Platzierungen erreichten einmal mehr bei globalen Titelkämpfen die beiden deutschen Läuferinnen Antje Möldner-Schmidt (LC Cottbus) und Gesa Felicitas Krause (Eintracht Frankfurt). Während sich die Kenianerinnen und Äthiopierinnen von Beginn an absetzten, liefen die beiden Deutschen in einer Gruppe ein Stück hinter den Führenden. Am Ende wurde Antje Möldner-Schmidt Achte in 9:34,06 Minuten und Gesa Felicitas Krause folgte auf Rang neun mit einer persönlichen Saisonbestzeit von 9:37,11. Beide haben damit wie schon vor einem Jahr bei Olympia in London – damals war Möldner-Schmidt Siebente und Krause Achte – für die mit Abstand beste Leistung der deutschen Läufer bei der WM gesorgt. Daran wird sich sicherlich nichts mehr ändern. Hoffnung macht die Leistung des deutschen Hindernis-Duos vor allem mit Blick auf die Europameisterschaften im kommenden Jahr in Zürich. Denn im WM-Endlauf war nur eine Europäerin vor den beiden im Ziel: Valentyna Zhudina (Ukraine) wurde Siebente in 9:33,73.

„Ich wollte mich eigentlich an die Afrikanerinnen ranhängen, aber ich bin schon an den ersten Wassergraben nicht richtig herangelaufen. Da war dann schnell ein Rückstand da“, erklärte Antje Möldner-Schmidt und fügte hinzu: „Ich bin dann mein Rennen und mein Tempo gelaufen.“ Sehr zufrieden mit ihrer Platzierung war auch Gesa Felicitas Krause: „Es wäre vermessen gewesen, heute das hohe Tempo der Afrikanerinnen mitzugehen. Das kann ich noch nicht – aber irgendwann möchte ich gerne mal ganz vorne mitlaufen.“

Vorneweg liefen in Moskau über die Hindernisse die neue Weltmeisterin Milcah Chemos und die Zweite, Lidya Chepkurui (links). Ein Stück zurück folgt Gesa Felicitas Krause.

Bild: photorun.net

An der Spitze des Feldes entwickelte sich von Beginn an ein Länderkampf. Drei Äthiopierinnen und drei Kenianerinnen liefen in der ersten Gruppe, die den ersten Kilometer in fast weltrekordverdächtigen 3:01,72 Minuten passierte. Auf dem zweiten Kilometer setzte sich dann schon Milcah Chemos an die Spitze. Die Kenianerin gab Platz eins nicht mehr ab und sicherte sich mit einer starken Schlussrunde den Titel. „Ich hatte erwartet, dass auf der letzten Runde keine mehr mithalten kann. Seit ich 2009 mit dem Hindernislaufen begann, wusste ich, dass ich eines Tages Weltmeisterin werden würde. Es ist ein tolles Gefühl“, erklärte die 27-jährige Milcah Chemos, die vor einem Jahr bei Olympia noch Vierte war.

800 m der Männer: Erster WM-Titel für Äthiopien durch Mohammed Aman

Zum ersten Mal gab es für Äthiopien eine Weltmeisterschafts-Medaille über 800 m. Und es war auf Anhieb die Goldmedaille: Mohammed Aman heißt der neue Weltmeister über die Distanz, die seit einigen Jahren von David Rudisha (Kenia) dominiert wird. Doch der Weltrekordler, Olympiasieger und Titelverteidiger fehlte in Moskau, da er nach einer Verletzung noch nicht wieder rechtzeitig fit war. So war der Weg frei für einen neuen Weltmeister. Mohammed Aman nutzte die Gunst der Stunde, wobei er sich erst auf den letzten 50 Metern an Nick Symmonds vorbeischob und dann in 1:43,31 Minuten gewann. Der US-Amerikaner wurde Zweiter mit 1:43,55 vor Ayanleh Souleiman (Dschibuti/1:43,76). „Diese erste 800-Meter-Goldmedaille ist eine große Geschichte für mich und für mein Land. Es war nicht leicht. Denn ein Finale mit einer Endzeit von 1:43 Minuten ist ein sehr hartes Rennen“, erklärte der erst 19-jährige Weltmeister.

5.000-m-Vorläufe der Männer: Arne Gabius scheidet aus

Die Serie der in den Vorläufen ausscheidenden deutschen Läufer hat sich auch am Dienstag in Moskau fortgesetzt. Über 5.000 m der Männer verpasste Arne Gabius (LAV Stadtwerke Tübingen) das Finale klar. Anfangs führte Arne Gabius zeitweilig das Feld an und sorgte mit dafür, dass es kein Bummelrennen gab. Doch nach 3.000 Metern waren immer noch 13 Läufer in der Spitzengruppe, die um die ersten fünf Plätze und damit die direkte Finalqualifikation kämpften. Fünf weitere Zeitschnellste aus beiden Vorläufen erreichten ebenfalls den Endlauf. Doch es reichte trotzdem nicht für Arne Gabius, der durch einen Sturz des Kenianers John Kipkoech behindert wurde und dadurch den Rhythmus verlor. Schließlich kam er nach 13:34,26 Minuten nur als Zwölfter ins Ziel. Für die Qualifikation hätte er schneller als 13:27,89 laufen müssen.

Ohne Probleme erreichte der 10.000-m-Weltmeister Mo Farah das Finale. Der Brite trifft dort am Freitag unter anderen auf jeweils drei Läufer aus Kenia, Äthiopien sowie den USA.

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