Unruhen in Kenia

Weltmeister Kibet rettet sich bei zweitem Angriff in Kenia

Luke Kibet, der Marathon-Weltmeister von Osaka 2007, wurde zum zweiten Mal in Kenia angegriffen.

Luke Kibet

Da war die Welt für Luke Kibet noch in Ordnung: Der Kenianer gewann 2007 den Wien-Marathon und wurde später Weltmeister.

Im Gegensatz zu der ersten Attacke Ende Dezember hatte der 24-Jährige dieses Mal Glück im Unglück, denn er blieb - wie die Internetseite des internationalen Leichtathletik-Verbandes (iaaf.org) berichtet - unverletzt. Die Unruhen in Kenia in der Folge der umstrittenen Präsidentschaftswahl von Mwai Kibaki haben mindestens 1.000 Menschenleben gekostet. Und sie haben auch vor den Topläufern nicht Halt gemacht. Bis heute können viele Athleten zudem nur eingeschränkt trainieren.

Luke Kibet, der im vergangenen Jahr auch den Wien-Marathon gewonnen hatte, war gemeinsam mit vier anderen Athleten im Auto von Eldoret nach Nairobi unterwegs, als eine bewusst dort positionierte Schafherde sie zum Anhalten zwang. Sechs Männer drohten das Auto samt Insassen in Brand zu stecken. Kibet zog daraufhin eine Pistole, die er sich inzwischen zugelegt hatte. Dadurch konnten die Läufer im Auto davonfahren und Nairobi schließlich unverletzt erreichen. Dort trainiert Luke Kibet, der bei den kenianischen Gefängnisanstalten angestellt ist, nun in einem Trainingscamp. Er will versuchen, sich für die Cross-WM Ende März zu qualifizieren. Das Hauptziel im Frühling ist jedoch der London-Marathon am 13. April.

In einem Interview hatte Luke Kibet vor wenigen Tagen erklärt, wie er am Tag der Bekanntgabe der Wahlergebnisse in Eldoret verletzt wurde. Gemeinsam mit einem Freund wollte er einem verletzten Mann helfen, der von Randalierern angegriffen worden war. Doch nachdem er die Feuerwehr gerufen hatte, traf ihn ein Stein am Kopf und er verlor das Bewusstsein. „Als ich aufwachte, war ich im Krankenhaus. Die Wunde wurde genäht.“ Erst seit drei Wochen kann Luke Kibet wieder trainieren.

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