Leser-Reporter Martin Kreitzberg

Von Bonn nach New York

Leser-Reporter Martin Kreitzberg berichtet von seinen Erfahrungen beim Bonn-Marathon am 6. April 2014, und wie er dort eine Bekanntschaft für seine New-York-Marathonreise machte.

Martin Kreitzberg beim Bonn-Marathon 2014 - Fotos

Bonn-Marathon: First Step to New York

Der erste Schritt ist getan. Bonn ist Vergangenheit. Ich bin nun einen Schritt näher an meinem ultimativen Ziel: dem New York Marathon im November. Dazwischen liegen insgesamt sieben Marathons, einer davon war der Bonn-Marathon 2014. Die Zeit mit 4:29 Stunden ist nicht weltbewegend, aber das macht nichts. Am Sonntag um 8.23 Uhr ging es mit der Bahn nach Bonn. Das schöne Wetter war ideal. Am Vortag noch in Holland um den Wagen auf zumachen, freute ich mich auf Bonn. Startnummer abholen, umziehen und zum Startplatz gehen – alles ging glatt. Naja, nicht alles. Es gab in meiner Größe kein T-Shirt mehr. Nun meinen einige von Euch wahrscheinlich, dass die Größe Z für Zelt eh schnell weg ist, aber auch in L war kein Shirt mehr da. Der freundliche Mann hinter dem Desk meinte, dass sich die Post da wohl verrechnet hat (kannte wohl nicht die Anmeldezahlen) und fügte schnell hinzu, dass mein Shirt vom Bonn-Marathon nachgeschickt werde. Das sollte ich später nochmal hören.

Martin Kreitzberg startete beim Bonn-Marathon 2014.

Bild: Martin Kreitzberg

Am Start des Bonn-Marathons war nicht viel los. Von den 12.000 Läufern waren nur 1.400 Marathonis angemeldet, der Rest waren Staffeln und Halbmarathonis. Und dann kein Shirt! Circa 15 Minuten nach Start ging ich erst über die Startlinie – in Berlin bei ca. 40.000 Marathonis dauert es 14 Minuten, um über die Startlinie zu kommen. Der Grund, warum es beim Bonn-Marathon so lange dauerte, lag wohl daran, dass da eine Person auf der Bühne stand, die sich gerne reden hörte und alle mit seinen unsäglichen Anfeuerungen auf den Geist ging. Aber auch das habe ich durchgestanden – Gott sei Dank.

Zuerst ging es beim Bonn-Marathon über die Kennedybrücke auf die andere Rheinseite. Wenige Menschen am Straßenrand. Naja, der gemeine Bonner hat ja schon Berühmteres gesehen. Dann ging es vier Kilometer geradeaus, bis zur ersten Wende und dann wieder zurück, wieder über die Kennedybrücke zurück nach Bonn-City. Dann schön am Rhein entlang, am Langen Eugen vorbei – das war wirklich ein schöner Streckenabschnitt – einer der wenigen Abschnitte. Aber dann begann für mich die Einöde schlechthin. Es ging zweieinhalb Kilometer die Rheinaue hoch – Wendepunkt – und dann wieder zweieinhalb Kilometer zurück. Wer mich kennt, weiß, dass ich eine solche Streckenführung hasse. Inspirationslos. Bonn hat doch mehr zu bieten als sowas. Am Posttower und dem Palais Schaumburg vorbei ging es jetzt langsam wieder in Richtung City. Ziel. Nicht für mich, aber für die vielen Halbmarathonis. An der Hofgartenwiese vorbei, endlich mal ein paar mehr Zuschauer, durch die City und dann mein Graus, wieder über die Kennedybrücke und so weiter.

Bonn-Marathon: die Bierstation.

Bild: Martin Kreitzberg

Bier beim Marathon? Das kann man ja nicht mit ansehen.

Frühstücks-Verabredung für New York

Zwischen Kilometer 27 und 32 gab es Bier. Ich war schon leicht verärgert und brauchte einen Stuhl zum Ausruhen – den fand ich auch. Das Bier war zwar für Düsseldorfer kein Bier, aber es tat seinen Dienst. Aber nun kommt der Gag schlechthin – als ich mit ein paar Leuten ins Gespräch kam, stellte sich heraus, dass einer von den Männern – Andreas – auch dieses Jahr beim New-York-Marathon läuft, ebenfalls mit InterAir fliegt und tatsächlich im selben Hotel, im Marriot, übernachtet. Was für ein Zufall! Wir verabredeten uns zum Frühstück, bei den legendären Spinatsmoothies. Was das ist? Das Highlight des Laufs. Die restlichen 10 Kilometer lief ich fluchend weiter und hatte da noch einen verbalen Zusammenstoß mit einem Ossi, weil ich laut schreiend diese Streckenführung mit den Militäraufmärschen in Ostberlin in Zusammenhang brachte. Ich lief schnell weiter, weil ich diesem Gesellen doch nicht im Zielbereich begegnen wollte.

Schließlich laufe ich ins Ziel des Bonn-Marathons und erwarte wie bei jedem Lauf nette Damen, die den verschwitzten Läufern die Belohnung umhängen - also Medaillen - und was erlebe ich: Es sind keine Medaillen mehr da. ES GIBT KEINE MEDAILLEN. Mangelwirtschaft bei der Streckenführung, den T-Shirts und jetzt keine Medaillen. Das gibt es doch nicht. Was soll’s, die Medaille werde mir zugeschickt.