Great Manchester Run

Vom Winde verweht

Haile Gebrselassie siegte wie erwartet beim Great Manchester Run. Sein Weltrekordversuch scheiterte aber am Wind.

Haile Gebrselassie war zum dritten Mal die Nummer eins in Manchester.

Haile Gebrselassie war zum dritten Mal die Nummer eins in Manchester.

Bild: photorun.net

Haile Gebrselassie hat zum dritten Mal den Bupa Great Manchester Run gewonnen. Der Äthiopier setzte sich über die 10-km-Distanz in 28:02 Minuten durch. Zum dritten Mal verpasste der Superstar allerdings den avisierten Weltrekord über diese Strecke. Der Wind machte eine Rekordjagd unmöglich. Auch bei den Frauen ging der Sieg an Äthiopien: Worknesh Kidane lief hochklassige 31:19 Minuten.

„Ich wollte eigentlich viel schneller laufen, aber die Bedingungen ließen das nicht zu. Das Problem war der Wind“, erklärte Haile Gebrselassie, der schon vor dem Rennen befürchtet hatte, dass das Wetter seine Rekordpläne in Manchester einmal mehr stoppen könnte. Der Weltrekord des Kenianers Micah Kogo steht bei 27:01 Minuten. Während des Laufes hielt sich der Marathon-Weltrekordler stets in der Spitzengruppe und im letzten Teil war nur noch ein Konkurrent verblieben: Der aus Marokko stammende Ayad Lamdassem hatte jedoch im Finish keine Chance gegen Haile Gebrselassie. Der jetzt für Spanien startende Läufer wurde Zweiter in 28:09 Minuten. Mit deutlicherem Rückstand folgte der achtmalige Cross-Europameister Sergiy Lebid (Ukraine) auf Rang drei in 28:29.

„Es war wichtig für mich zu gewinnen und ich spüre, dass in der Zukunft noch etwas geht“, erklärte Haile Gebrselassie, der das Rennen in Manchester bereits in den Jahren 2005 und 2009 gewonnen hatte. „Ich werde mich jetzt mit meinem Manager unterhalten und dann entscheiden, wo ich im Herbst Marathon laufe.“ Zur Auswahl stehen die Läufe in Berlin, Chicago und New York. Viel spricht allerdings einmal mehr für die deutsche Hauptstadt, denn schon im vergangenen Jahr hatte Haile Gebrselassie angekündigt am liebsten auch 2010 beim Berlin-Marathon starten zu wollen.

Das vergleichsweise höherklassige Ergebnis erzielte in Manchester allerdings die Frauen-Siegerin: Worknesh Kidane gewann das Rennen in 31:19 Minuten und reiht sich damit in der aktuellen Jahresweltbestenliste auf Rang sieben ein. Die 28-jährige Äthiopierin lief in England ihr erstes ernsthaftes Rennen über 10 km auf der Straße. Worknesh Kidane, eine frühere Crosslauf-Weltmeisterin und WM-Zweite über 10.000 m, löste sich in der zweiten Hälfte des Laufes mit einem schnellen Kilometerabschnitt von 2:59 Minuten entscheidend von ihren Konkurrentinnen. Die Portugiesinnen Jessica Augusto (31:51) und Ines Monteiro (32:02) belegten die Plätze zwei und drei. Vierte wurde Aniko Kalovics (Ungarn/32:20). Im zweiten Rennen nach der Geburt ihres Sohnes lief es dagegen nicht für Jo Pavey. Die Britin wurde abgeschlagene Fünfte mit 32:42 Minuten. „Ich bin frustriert und enttäuscht – das war ein ganz schlechter Lauf“, sagte Jo Pavey, die sich nun über 10.000 m für die Europameisterschaften qualifizieren möchte.

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