Cross de Luxe, Tough Mudder und Co.

Vom Hindernislauf-Fieber gepackt

Weil Judith Zander in ihrer Sportgruppe ständig vom Hindernislauf sprach, meldete ihr Trainer sie kurzerhand heimlich an. Bei einem einzigen Hindernisrennen sollte es jedoch nicht bleiben.

Tough Mudder Hamburg 2014 - Die Bilder
Judith Zander

Mit ihrem Team startete Judith Zander schon bei vielen Hindernisrennen.

Bild: privat

Vor einem Jahr konnte ich mir im Leben nicht vorstellen, überhaupt jemals einen Hindernislauf zu bestreiten. Heute wäre ich am liebsten bei jedem dabei. "Dreck, Matsch und Schlamm? Ohne mich!" – Diese Worte hätte ich wohl vor einem Jahr noch gesagt, und zwar in meinem perfekt farblich aufeinander abgestimmten Sportdress. Ein Jahr später sieht es so aus: „Dreck, Matsch, Schlamm? Wer ist noch mit von der Partie? Kommt schon, das wird lustig!“.

"Lange Vorlaufzeit und kurze Strecke – das sollte zu schaffen sein"

Die Gründe dafür waren der Trainer meiner Outdoor-Sportgruppe und natürlich das gesamte Team. Nach langer Überredungszeit und -kunst des Trainers war es ihm Anfang letzten Jahres gelungen, mich von einem kurzen, acht Kilometer langen Hindernislauf in Markkleeberg zu überzeugen, dem Cross de Luxe. Der Lauf sollte im September stattfinden. Lange Vorlaufzeit und kurze Strecke – das sollte also zu schaffen sein, dachte ich mir.

Die Zeit verging und bis zum Lauf standen noch etliche weitere Hindernisläufe im Kalender, die ich seelenruhig an mir vorbeiziehen ließ – bis zur Bekanntgabe des Tough Mudder-Termins in Berlin/Brandenburg. Unser Trainer wollte dort mit einer großen Gruppe dabei sein, zehn Leute waren schon im Team. Oft redete ich über das Event, war fasziniert von der Gruppendynamik, meldete mich aber nicht an. Bis zu dem einen Tag, an dem es dem Trainer zu bunt wurde und er mich einfach anmeldete. Ich war also das elfte Team-Mitglied. Erst war ich sauer, dann ängstlich und dann aufgeregt. Tough Mudder rückte näher.

Witze erzählend über die Hindernisse bei Tough Mudder

Der Lauf selbst war einfach nur Wahnsinn – die Euphorie übermannte mich. Um die ersten Schlammlöcher lief ich rum, später nahm ich jedes einzelne mit großer Begeisterung mit. Das Eiswasser schmolz nur so dahin, da wir so aufgedreht waren. Es war eine echte Abkühlung. Die engen Röhren, durch die wir kriechen mussten, waren wie vergessen, als ein Team-Mitglied anfing, Witze zu erzählen. Auch das Stromhindernis wurde gemeinsam überrannt. Mit einem starken Team im Rücken kann man eben jede Hürde überwinden.

Ich bereue keine Sekunde, gestartet zu sein. Dafür, dass der Trainer über meinen Kopf hinweg entschied, bin ich ihm sogar dankbar. Bis zum eigentlich ersten geplanten Hindernislauf, dem Cross de Luxe im September, lief ich sogar noch zwei weitere Rennen im Schlamm. Heute kann ich nicht nur den Cross de Luxe und den Tough Mudder zu meinen größten Challenges zählen, sondern auch den UrbanianRun, den CherokeeRun und die Cross Challenge. Und auch beim BraveheartBattle werde ich bald angreifen. Was lernen wir also daraus? Sollte, hätte, könnte – machen! Denn ihr werdet es nicht bereuen.

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