WM aktuell

Vivian Cheruiyot gewinnt 5.000 m und schafft das Double

Vivian Cheruiyot siegt knapp eine Woche nach ihrem 10.000-Gold auch über 5.000 m gewann damit als erste kenianische Läuferin beide Langstrecken bei einer globalen Meisterschaft.

Vivian Cheruiyot

Vivian Cheruiyot feiert in Daegu ihre Goldmedaillen.

Bild: photorun.net

Vivian Cheruiyot hat als erste kenianische Läuferin beide Langstrecken bei einer globalen Meisterschaft gewonnen und damit Sportgeschichte für ihr Land geschrieben. Die 27-Jährige triumphierte am Freitag über 5.000 m in 14:55,36 Minuten vor ihrer Landsfrau Sylvia Kibet (14:56,21) und der Äthiopierin Meseret Defar (14:56,94). Sechs Tage zuvor hatte Vivian Cheruiyot auch das 10.000-m-Rennen für sich entschieden.

Nur eine Läuferin hatte es zuvor geschafft, bei einer WM beide Strecken zu gewinnen: Tirunesh Dibaba (Äthiopien) siegte 2005 in Helsinki doppelt. Ihr gelang diese Ausnahmeleistung zudem auch bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. „Es ist wundervoll zu sehen, dass Kenias Fahne nach vielen Entscheidungen hier ganz oben hängt. Ich denke, in den nächsten zwei Tagen kommen noch ein paar Medaillen dazu“, sagte Vivian Cheruiyot.

Im 5.000-m-Finale entwickelte sich ein taktisches, eher langsames Rennen, in dem sehr lange Zeit keine der Favoritinnen die Initiative ergreifen wollte. Zunächst führte die japanische Außenseiterin Hitomi Niiya, die das Feld nach 3:02,1 Minuten durch die 1.000-m-Marke führte. Dann übernahm die Russin Yelena Zadorozhnaya die Spitze und erreichte den 2-km-Punkt in 6:07,01. Doch auch sie hatte mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Hinter ihr formierten sich dann Mitte des Rennens die Favoritinnen: Vivian Cheruiyot, die als Titelverteidigerin an den Start gegangen war, ihre Landsfrau Linet Masai und Meseret Defar, die 2004 über die 5.000 m Olympiasiegerin war.

Es war dann die Topfavoritin Vivian Cheruiyot, die die Spitze übernahm und Kilometer drei in 9:10,97 Minuten passiert hatte. Allerdings forcierte die Kenianerin zunächst nicht, denn sie wusste, dass sie sich auf ihren Endspurt verlassen kann. Im Alleingang davonzurennen wäre sechs Tage nach dem 10.000-m-Rennen sowie noch einem 5.000-m-Vorlauf dazwischen sicherlich zu riskant gewesen. Neben ihr lief Linet Masai und da auch die dahinter rennende Meseret Defar nicht das Tempo erhöhte, wurde es erst in der letzten Runde schnell und spannend.

Immer vorne laufend zog Vivian Cheruiyot eingangs der letzten Runde das Tempo deutlich an, so dass sich die Spitzengruppe auseinander zog. 250 Meter vor dem Ziel gab es einen Dreikampf um die Goldmedaille: Cheruiyot führte vor Meseret Defar und Sylvia Kibet. An dieser Reihenfolge änderte sich zunächst nichts, doch eingangs der Zielgeraden wurde klar, dass Vivian Cheruiyot nicht zu schlagen sein wird. Ihr Vorsprung vergrößerte sich nun entscheidend. Spannend wurde es aber noch im Kampf um Platz zwei, in dem Kibet auf den letzten Metern noch an Defar vorbeizog und Silber gewann. Mit Sentayehu Ejigu (Äthiopien/14:59,99), Mercy Cherono (Kenia/15:00,23) und Linet Masai (15:01,01) folgten drei weitere Afrikanerinnen auf den nächsten Rängen. Siebente wurde dann Lauren Fleshman (USA) in 15:09,25.

Befragt nach den Gründen für den großen kenianischen Erfolg bei dieser WM, antwortete Vivian Cheruiyot: „Ein Grund ist, dass wir Kenianerinnen Teamwork machen während des Rennens. Aber wir haben uns auch auf der letzten und vorletzten Runde verbessert. Dafür haben wir extra trainiert und daher sind wir jetzt erfolgreich.“ In früheren Jahren war es in der Tat oft so, dass die Äthiopierinnen in den letzten zwei Runden eines Langstreckenlaufes entscheidend spurtstärker waren als die Kenianerinnen. Deutsche Läuferinnen waren über 5.000 m bei der WM in Daegu nicht am Start.

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