Big 25 Berlin 2014

Viertschnellste jemals gelaufene 25-km-Zeit

Cheroben läuft die viertschnellste jemals gelaufene 25-km-Zeit in Berlin, Rono siegt, Neuenschwander bricht Schweizer Rekord.

Big 25 Berlin 2014

Abraham Cheroben konnte in Berlin trotz der frischen Temperaturen eine sehr gute Zeit laufen.

Bild: photorun.net

Schneller Rennverlauf dank Rückenwind

Abraham Cheroben sorgte mit der viertschnellsten je gelaufenen 25-km-Zeit für den Höhepunkt bei den BIG 25 Berlin. Der 21-jährige Kenianer gewann das Rennen in 1:11:47 Stunden. Damit stellte er ebenso wie die schnellste Frau, Janet Rono (Kenia), eine Jahresweltbestzeit auf. Cheroben war deutlich vor seinem Landsmann Kenneth Kipkemoi (1:12:32) und dem Äthiopier Tebalu Zawude (1:13:09) im Ziel im Berliner Olympiastadion. Das Rennen der Frauen entschied Janet Rono mit großem Vorsprung in 1:24:37 für sich. Auf Rang zwei folgte Valentine Kibet (Kenia) mit 1:26:18 während die Schweizerin Maja Neuenschwander auf Platz drei in 1:27:01 einen Landesrekord über die 25-km-Distanz aufstellte.

Bei der 34. Auflage der BIG 25 Berlin gingen bei kühlem Wetter mit Temperaturen zwischen 8 und 11 Grad Celsius insgesamt 11.050 Läufer an den Start. Deutsche Topläufer waren nicht darunter. Vor dem Start gab es auf dem Olympischen Platz zu Ehren des verstorbenen früheren Präsidenten des Berliner Landessportbundes (LSB) und des Deutschen Sportbundes (DSB), Manfred von Richthofen, eine Schweigeminute.

Das Rennen begann bei zunächst leichtem Rückenwind enorm schnell. Die 10-km-Marke erreichte die Spitzengruppe nach 28:20 Minuten. Damit lagen die Läufer sogar auf Kurs für den Weltrekord, den der Kenianer Dennis Kimetto vor zwei Jahren in Berlin mit 1:11:18 Stunden aufgestellt hatte. In der Folge fielen zunächst zwei Favoriten etwas zurück: Der zweifache Marathon-Weltmeister Abel Kirui (Kenia) konnte das Tempo ab Kilometer 12 nicht mehr halten und wurde schließlich Sechster in 1:14:22. Titelverteidiger Richard Sigei (Kenia), der am Ende Platz vier mit 1:13:11 belegte, verlor bei Kilometer 16 den Kontakt zur Spitze. Wenig später löste sich dann Cheroben von seinen beiden verbliebenen Konkurrenten, Kipkemoi und Zawude.

Herbstliche Temperaturen beim Big 25 Berlin 2014

Auf dem leicht ansteigenden Schlussstück und bei Gegenwind konnte Cheroben das Tempo nicht mehr ganz halten. Aber mit 1:11:47 erzielte der Kenianer trotzdem eine absolute Weltklassezeit. „Es war kalt, aber ich fühlte mich gut. Ich denke, ohne den Gegenwind im Schlussteil hätte ich noch etwas schneller laufen können“, sagte Abraham Cheroben, der erst im vergangenen Jahr erstmals in Europa bei Straßenrennen an den Start ging. Ende März hatte er beim Berliner Halbmarathon in hochklassigen 59:14 Minuten Rang zwei belegt und dabei nur einen Schritt hinter dem Sieger das Ziel erreicht. „Ich war enttäuscht, dass ich damals nicht gewonnen habe, aber dafür hat es heute geklappt“, sagte Cheroben, während Abel Kirui erklärte: „Es war mein erstes 25-km-Rennen, und ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Es ist ein toller Lauf mit dem Ziel im Stadion – das hat mir sehr gefallen. Ich würde gerne noch einmal hier an den Start gehen.“

Im Rennen der Frauen übernahm die als Favoritin an den Start gegangene Janet Rono von Beginn an die Initiative. Die 25-jährige Kenianerin hatte bereits an der 10-km-Marke, die sie nach schnellen 32:36 passierte, über eine halbe Minute Vorsprung vor ihren Landsfrauen Valentine Kibet und Rodah Tanui. „Ich bin am Anfang ein bisschen zu schnell losgelaufen. Um nicht einzubrechen, habe ich dann das Tempo etwas herausgenommen“, sagte Janet Rono, die trotzdem ihren Vorsprung noch ausbaute und am Ende deutlich gewann. „Es war ein schönes Rennen, und ich habe mich gut gefühlt. Mein nächstes Ziel ist es nun, einen Marathon im September oder Oktober zu laufen. Hier möchte ich mich auf 2:24 Stunden verbessern“, sagte Janet Rono, die in Kenia hauptsächlich mit Männern trainiert. Darunter ist auch der 25-km-Weltrekordler Dennis Kimetto.

Noch auf Rang drei nach vorne lief auf der zweiten Streckenhälfte Maja Neuenschwander. Die 34-Jährige verwies nicht nur die Kenianerin Rodah Tanui (1:28:38) auf Platz vier sondern brach auch den 25 Jahre alten Schweizer Rekord über die 25-km-Distanz. Neuenschwander war nach 2:27:01 im Ziel, die alte Bestmarke hatte Martine Oppliger 1989 mit 1:27:11 aufgestellt.