Leserreporter Andreas Hauser

Viele neue Eindrücke entlang der Strecke

Der Kolkata-Run über 10 Kilometer ist für unseren Leserreporter von vielen neuen Eindrücken geprägt.

Kolkata-Run – Die Bilder
Der Zielbereich beim Kolkata-Run

Andreas Hauser beim Zieleinlauf in Kalkutta.

Bild: Anita Rutschmann

Die Verpflegungsstellen waren dagegen nicht stümperhaft und man wurde gut versorgt. Wenn die Stadt ihre Menschen nur genauso gut versorgen würde. Es gibt in Kalkutta alleine 3.000 Slums, fast an jeder Straßenkreuzung einen. Es gab auch 2-mal kleine Tetrapacks mit Elektrolytgetränken für uns Läufer. Die meisten Läufer, ich eingeschlossen, nahmen kleine Schlucke davon und warfen es dann an den Straßenrand. Nach so einem Wegwerfen kam hinter einer Straßenkurve ein Slumgebiet, in dem viele Menschen gerade wach wurden und sehr verwundert aus den Papp- / Wellblechhütten herausschauten. Viele Kinder standen schon am Straßenrand und machten die Läufer aus, die doch noch etwas in der Hand mit sich führten. Wenn ich das gewusst hätte.

Drei Kilometer später gab es erneut einen Gefühlswechsel in einer Cheering-Zone. Im Abstand von ca. 100 Metern standen und motivierten uns lauthals jeweils zwei Zuschauer. Diese Euphorie kam fast an meine Marathons in Berlin und New York heran.

Auch die Ausschreibung der Toiletten entlang der Strecke, die man auf dem Bändchen fand, sah dann doch ein bisschen anders aus. Es gab an den Punkten nur jeweils ein Häuschen für Frauen und ein Pissoir für Männer. Aber nicht jammern, es gab wenigstens Toiletten, die sonst recht rar sind, wenn man auf den Straßen der Stadt der Freude unterwegs ist, wie Kalkutta auch genannt wird.

Die 10 Kilometer durch die Straßen von Kalkutta waren von vielen Eindrücken geprägt. Zeit spielte keine Rolle und Ibrahim war längst im Ziel als ich eintraf. Überraschenderweise konnten wir uns später beide in den Siegerlisten wiederfinden. Obwohl insgesamt über 8.000 Läufer an den drei Läufen über 5, 10 und 25 Kilometer teilnahmen, kam Ibrahim bei den M40 mit 40:41 Minuten auf den 3. Platz des Siegerpodests und ich durfte mich als 5. bei den M45 freuen. Mit einer Zeit von 48:34 Minuten zwar sieben Minuten langsamer als meine Bestzeit, aber wie gesagt: die Zeit war reine Nebensache.
Nach den kühlen Temperaturen am Morgen war es nach dem Lauf mit 25 Grad schon wieder ordentlich warm. Im Start- und Zielbereich hielten wir dann noch viel Smalltalk mit so manchem indischen Läufer. Als Ausländer ist man schon aufgefallen und ich glaube, es gab auch nur uns drei – inklusive Anita.

Nach dem Lauf hatte ich dann doch das Gefühl etwas für die Gesundheit gemacht zu haben. Vielleicht oder wahrscheinlich war das aber nur Einbildung. Einen Tag später stand dann für Anita und mich der Rückflug nach Deutschland an. Mit vielen Eindrücken, auch vom Kolkata-Run, saßen wir im Flieger. Ibrahim ging am Montag wieder zur Freiwilligenarbeit, wie immer mit Maske.

Was ich beim Laufen nun auf alle Fälle mehr genießen werde, ist die reine frische Luft hier und dafür bin ich sehr dankbar!

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Ein Lauf der vielen Eindrücke in Indien