Doping-Vorwürfe

US-Erfolgscoach Alberto Salazar belastet

Der Erfolgscoach Alberto Salazar soll laut BBC Methoden, die in das Doping reichen, angewandt haben. Die Laufstars Farah und Rupp bestreiten, jemals verbotene Substanzen genommen zu haben.

Galen Rupp, Alberto Salazar und Mo Farah in London 2012

Galen Rupp, Alberto Salazar und Mo Farah (von links) nach dem olympischen 10.000-m-Finale von London 2012.

Bild: photorun.net

Der US-amerikanische Erfolgscoach und frühere Weltklasse-Marathonläufer Alberto Salazar ist nach Berichten der BBC und des US-Online-Mediums ProPublica ins Zwielicht gerückt. Aussagen von früheren Mitarbeitern seines Nike Oregon-Projektes, in dem er einige der besten Langstreckenläufer der Welt betreut, als auch von ehemaligen Oregon-Athleten, belasten Salazar. Der Trainer soll demnach mit Methoden arbeiten, die in den Bereich Doping fallen. Während US-Laufstar Galen Rupp, der bei Olympia 2012 Zweiter über 10.000 m war, in diesem Zusammenhang genannt wird, heißt es bei der BBC, es gebe keine Hinweise darauf, dass der Doppel-Olympiasieger Mo Farah unerlaubte Mittel genutzt habe. Der Brite Farah hatte ein Jahr nach dem zweifachen Olympia-Gold auch bei den Weltmeisterschaften 2013 sowohl die 5.000 als auch die 10.000 m gewonnen. Vor allen die Erfolge von Farah und Rupp machen die Trainingsgruppe von Salazar zu einer der besten der Welt im Laufbereich.

Vorwürfe kommen aus Salazars Umfeld

Es war immer wieder die Rede davon, dass Alberto Salazar mit seinen Methoden bis an die Grenzen geht. Doch nun behaupten einige aus seinem ehemaligen Umfeld, dass der frühere New York- und Boston-Marathon-Sieger die Rote Linie überschritten hat. Allerdings wurde bisher trotz intensiver Dopingproben noch keiner der Salazar-Athleten positiv getestet. Der 56-jährige Salazar bestreitet die Vorwürfe ebenso wie Galen Rupp, der bereits als Jugendlicher unter dem Coach trainierte.

„Ich habe nie irgendwelche verbotenen Substanzen genommen und Alberto hat mir nie vorgeschlagen, solche zu nehmen“, sagte Mo Farah, der seit Anfang 2011 bei Salazar trainiert, gegenüber der BBC. Er verteidigte den Trainer: „Was meine Erfahrung angeht, haben sich Alberto und das Oregon-Projekt immer streng an die Regeln gehalten.“

Der britische Sender und ProPublica, die in dieser Sache gemeinsam recherchierten, berufen sich hauptsächlich auf Aussagen des ehemaligen Assistenztrainers von Alberto Salazar, Steve Magness, sowie Kara und Adam Goucher, die beide mehrere Jahre in Oregon trainierten. Kara Goucher war Dritte bei den Weltmeisterschaften 2007 in Osaka über 10.000 m.

Einsatz von Medikamenten medizinisch gerechtfertigt

Zum einen geht es angeblich darum, dass Athleten Medikamente gegen Asthma- oder Schilddrüsen-Erkrankungen nehmen sollten. Diese sind im Hochleistungssport nur legitim, sofern eine entsprechende Erkrankung vorliegt, die wiederum bescheinigt werden muss. Laut BBC und ProPublica hatten oder haben Salazar-Athleten angeblich derartige Atteste. Es bleibt gegebenenfalls abzuwarten, ob diese medizinisch gerechtfertigt sind. Außerdem, so heißt es, werde der Salazar-Gruppe vorgeworfen, dass Dopingmittel getestet wurden, um den Grenzbereich zu ermitteln. Dadurch könnten Athleten Mittel in geringen Dosen erhalten haben, um bei einem Dopingtest nicht aufzufallen.

Wie die BBC und ProPublica berichten, haben Kara Goucher sowie weitere ehemalige Oregon-Team-Mitglieder die US-amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA eingeschaltet.