Peter Kamais siegte

Überraschungssieger beim Halbmarathon in New York

Haile Gebrselassie gab beim Halbmarathon in New York auf, während 11.500 Läufer das Ziel in Manhattan erreichten.

Mara Yamauchi gewinnt den New York-Halbmarathon 2010 gr

Mara Yamauchi gewinnt den New York-Halbmarathon.

Peter Kamais und Mara Yamauchi siegten bei der fünften Auflage des New York-Halbmarathons. Während der Kenianer in einer schnellen Zeit von 59:53 Minuten triumphierte, gab Topfavorit Haile Gebrselassie (Äthiopien) das Rennen nach rund 13 Kilometern auf. Die Britin Mara Yamauchi zeigte rund einen Monat vor ihrem Start beim London-Marathon eine überzeugende Leistung und stellte mit 69:25 Minuten einen Kursrekord auf. Bei guten Wetterbedingungen erreichten knapp 11.500 Läufer das Ziel in Manhattan.

Haile Gebrselassie hatte erwartungsgemäß für ein hohes Tempo gesorgt und frühzeitig die Initiative ergriffen. Der äthiopische Marathon-Weltrekordler (2:03:59 Stunden), der zeitweilig auch die Bestzeit im Halbmarathon gehalten hatte (58:55), setzte sich zusammen mit Peter Kamais von der Konkurrenz ab. Doch auf dem teilweise hügeligen Gelände des Central Parks bekam Haile Gebrselassie zunehmend Probleme und stoppte schließlich nach knapp 13 km ab. Der New Yorker Kursrekordler (59:24 Minuten im Jahr 2007) hatte an den vergangenen Tagen an einer Erkältung gelitten und bekam Atemprobleme. Möglicherweise kam auch eine Pollenallergie hinzu. Haile Gebrselassie lief nach kurzer Gehpause noch einmal ein kleines Stück weiter, gab aber dann das Rennen auf.

So war der Weg frei für Peter Kamais, der sich aber schon vorher seiner Sache sicher war: „Nach rund 10 km wusste ich, dass ich gewinnen würde, denn ich habe mich sehr gut gefühlt“, erklärte der Kenianer, der in 59:53 Minuten unter der prestigeträchtigen Stunden-Marke blieb. In einem spannenden Kampf um Platz zwei setzte sich Moses Kigen (Kenia) in 60:38 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung vor Mohammed Trafeh (USA) durch.

Im Frauenrennen sah es lange Zeit nach einem Sieg von Deena Kastor aus. Die US-Amerikanerin hatte sich aus der Spitzengruppe abgesetzt. „Als Deena davonlief, dachte ich mir: Wenn du jetzt unter die ersten drei kommst, ist das in Ordnung“, erzählte Mara Yamauchi später. Gut drei Kilometer vor dem Ziel hatte Deena Kastor noch einen Vorsprung von rund 200 Metern, doch dann konnte die Amerikanerin das Tempo nicht mehr halten. „Als ich sie plötzlich wieder sah, sagte ich mir: Moment mal, dieses Rennen ist doch noch nicht zu Ende“, erklärte Mara Yamauchi. Die in Japan lebende Britin überholte Deena Kastor bald darauf und lief noch einen komfortablen Vorsprung von 18 Sekunden heraus. Mit 69:25 Minuten verbesserte die 36-jährige Siegerin den vier Jahre alten Streckenrekord der Kenianerin Catherine Ndereba (69:43) deutlich. Kastor lief als Zweite exakt genauso schnell wie Ndereba im Jahr 2006. Rang drei belegte knapp hinter Kastor die Mexikanerin Madai Perez mit 69:45. Mara Yamauchi und Deena Kastor werden am 25. April beim London-Marathon erneut aufeinander treffen. Dort startet auch Titelverteidigerin Irina Mikitenko (TV Wattenscheid).

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net