Crosslauf-Europameisterschaften 2015

Überraschungssieg für Juniorin Konstanze Klosterhalfen

Bei den Crosslauf-Titelkämpfen im französischen Hyères waren die deutschen Nachwuchsläufer sehr erfolgreich. Konstanze Klosterhalfen wurde völlig überraschend Junioren-Europameisterin.

Sifan Hassan ist die neue Crosslauf-Europameisterin.

Sifan Hassan ist die neue Crosslauf-Europameisterin.

Bild: photorun.net

Der Türke Ali Kaya und die Holländerin Sifan Hassan sind die neuen Crosslauf-Europameister. Europäische Wurzeln haben die beiden Sieger jedoch nicht: Während Kaya aus Kenia stammt, kommt Hassan ursprünglich aus Äthiopien. Bei den Titelkämpfen in Hyères an der französischen Mittelmeerküste waren die deutschen Nachwuchsläufer sehr erfolgreich. Für den Höhepunkt sorgte dabei Konstanze Klosterhalfen, die völlig überraschend Junioren-Europameisterin wurde.

Im vergangenen Jahr noch knapp geschlagener Zweiter, lief der 21-jährige Ali Kaya am Sonntag im Rennen über 10,117 km zum Sieg. Schon in der Anfangsphase hatte sich ein Zweikampf zwischen Kaya und dem aus Äthiopien stammenden Spanier Alemayehu Bezabeh entwickelt, der den Cross-EM-Titel vor zwei Jahren gewonnen hatte. Doch in der letzten Runde setzte sich Kaya souverän durch und gewann in 29:20 Minuten vor Bezabeh (29:31). Drei weitere Spanier folgten auf den nächsten Plätzen. Bronze gewann Adel Mechaal in 29:51. Titelverteidiger Polat Kemboi Arikan (Türkei) gab das Rennen auf, nachdem er zeitweilig auf Rang drei gelegen hatte. Nach der krankheitsbedingten Absage von Richard Ringer kam der einzige deutsche Läufer, Florian Orth (LG Telis Finanz Regensburg), auf Rang 19 nach 30:38 ins Ziel. Damit lag er im Bereich der Erwartungen.

Im Rennen der Frauen über 8,087 km hatte sich die aus Äthiopien stammende Holländerin Sifan Hassan bereits frühzeitig von ihren Konkurrentinnen abgesetzt. Die 22-Jährige, die seit zwei Jahren für die Niederlande startberechtigt ist und im Sommer bei den Weltmeisterschaften die Bronzemedaille über 1.500 m gewonnen hatte, lag nach der Hälfte der Distanz sieben Sekunden vor einer siebenköpfigen Verfolgergruppe. Kurzzeitig konnten die Britinnen Stephanie Twell und Kate Avery den Abstand um ein paar Sekunden reduzieren, doch sie kamen nicht an Sifan Hassan heran, die schließlich in 25:47 Minuten vor Kate Avery (25:55) gewann. Dritte wurde die Norwegerin Karoline Grovdal (25:57), Rang vier ging an die zweimalige Cross-Europameisterin Fionnuala McCormack (Irland/26:00). Titelverteidigerin Gemma Steel (Großbritannien) wurde Achte mit 26:25.

Keine Verbesserung im Vergleich zum vergangenen Jahr gelang Simret Restle-Apel (PSV GW Kassel), die nicht über Rang 30 in 27:11 Minuten hinauskam. 2014 hatte sie bei diesen Titelkämpfen noch den 17. Platz belegt. Die zweite deutsche Läuferin, Fabienne Amrhein (MTG Mannheim), kam als 51. in 27:55 ins Ziel.

Konstanze Klosterhalfen vor Alina Reh

Die Titelkämpfe hatten für das Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) perfekt begonnen. Im ersten Rennen des Tages sorgte Konstanze Klosterhalfen für eine große Überraschung. Die 18-Jährige gewann den Wettbewerb der Juniorinnen über 4,157 km in 13:12 Minuten. Im Endspurt konnte Konstanze Klosterhalfen ihre Grundschnelligkeit einsetzen - im Sommer hatte sie bei den Junioren-Europameisterschaften über 1.500 m bereits die Bronzemedaille gewonnen - und die Britin Harriet Knowles-Jones (13:16) auf Platz zwei verweisen. Die vermeintlich stärkere deutsche Läuferin in diesem Rennen, Alina Reh (TSV Erbach), überzeugte ebenfalls und gewann die Bronzemedaille in 13:20 Minuten. Das deutsche Team sicherte sich zudem den Mannschafts-Titel.

„Ich bin überglücklich, denn dieser Sieg kam so unerwartet. Ich war nicht die Favoritin. Es ist eine große Überraschung - ich hatte auf eine Platzierung unter den ersten Zehn gehofft“, erklärte Konstanze Klosterhalfen. „Es war ein perfektes Rennen für mich. Ich folgte den anderen und konnte auf den letzten 200 Metern meine Schnelligkeit einsetzen.“

Noch eine weitere deutsche Medaille gab es in den Nachwuchsrennen. In der Alterklasse der unter 23-Jährigen gewann Amanal Petros (TSVE Bielefeld) über 8,087 km die Bronzemedaille in 23:39 Minuten knapp vor dem zeitgleichen Briten Mark Scott. Hier siegte Jonathan Davies (Großbritannien/23:32) vor dem Spanier Carlos Moya (23:35). In diesem Wettbewerb hatten vor einem Jahr die russischen Läufer dominiert, die in Hyères aufgrund der Sperre gegen ihren Verband in der Folge des Dopingskandals nicht startberechtigt waren.

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