Leichtathletik-EM

Überraschungen am Schlusstag in Barcelona

Beim französischen Doppelsieg im Hindernislauf der EM blieb Favorit Bob Tahri nur der zweite Platz.

Über einen Doppelsieg freuten sich die Franzosen im Hindernislauf. Bob Tahri gewann die Silbermedaille.

Über einen Doppelsieg freuten sich die Franzosen im Hindernislauf. Bob Tahri gewann die Silbermedaille.

Bild: photorun.net

Drei Rennen, drei Überraschungen – die letzten drei Laufentscheidungen gingen am Schlusstag der Leichtathletik-Europameisterschaften von Barcelona nicht zugunsten der Favoriten aus. Die aus Äthiopien stammende Türkin Elvan Abeylegesse wollte es zunächst Mo Farah nachmachen und ebenso wie der Brite beide Langstrecken gewinnen.

Doch daraus wurde im Olympiastadion über 5.000 m nichts. Ausgerechnet jene Landsfrau, die 1999 zusammen mit ihr aus Äthiopien in die Türkei gekommen war, machte ihr einen Strich durch die Rechnung: Alemitu Bekele ist die neue 5.000-m-Europameisterin. Die 32-Jährige gewann in 14:52,20 vor Elvan Abeylegesse (14:54,44) und der Portugiesin Sara Moreira (14:54,71).

In der Schlussphase des Rennens hatte Alemitu Bekele, die im vergangenen Jahr bei der Hallen-EM bereits die 3.000 m gewonnen hatte, das Tempo an der Spitze bestimmt. Elvan Abeylegesse konnte dem langen Endspurt der späteren Siegerin nichts entgegen setzen, obwohl sie eigentlich eine um über 20 Sekunden schnellere 5.000-m-Bestzeit hat. So lief Alemitu Bekele, die bei Olympia 2008 fünf Plätze hinter ihrer Landsfrau Rang sieben belegt hatte, zum größten Erfolg ihrer Karriere und stellte sogar noch einen Meisterschaftsrekord auf. „Dies ist ein Geschenk für die Türkei“, erklärte Alemitu Bekele.

Ausgangs der Zielgeraden fiel die Entscheidung im Kampf um die Silbermedaille zugunsten von Elvan Abeylegesse, die Sara Moreira noch überholte. Doch die Portugiesin war trotzdem zufrieden: „Ich habe eine Medaille gewonnen und meine persönliche Bestzeit um vier Sekunden gesteigert. Ich hätte vielleicht auch noch Silber gewinnen können, aber wenn du das beste Rennen deiner Karriere läufst, musst du sehr zufrieden sein.“

Das Rennen ihrer Karriere schlechthin lief im 1.500-m-Finale die Spanierin Nuria Fernandez. Eigentlich war die Russin Anna Alminova die große Favoritin. Sie führte auch lange Zeit, doch in der Zielkurve kam der spanische Angriff. Zunächst sah es so aus, als ob die vermeintlich stärkste Spanierin, Natalia Rodriguez, zum Sieg laufen könnte, doch dann kam plötzlich die 33-jährige Fernandez und stürmte noch ganz nach vorne. Sie gewann schließlich in 4:00,20 Minuten vor der Französin Hind Dehiba (4:01,17) und Rodriguez (4:01,30).

Alminova ist als Jahresweltbeste ins Rennen gegangen, musste sich aber in diesem Finale mit Platz sechs zufrieden geben. „Ich kann es nicht glauben. 15 Jahre lang habe ich für solch einen Triumph gekämpft und jetzt bin ich Europameisterin vor heimischem Publikum geworden – ein Traum ist wahr geworden“, sagte Nuria Fernandez, die nie zuvor eine Medaille bei einer großen Meisterschaft gewonnen hatte.

Einen unerwarteten Sieger produzierte auch das 3.000-m-Hindernisfinale der Männer. Unmittelbar nach dem Start waren die beiden Franzosen Bob Tahri und Mahiedine Mekhissi davongezogen. Größer und größer wurde ihr Vorsprung, doch Tahri, der in dieser Saison bisher die besseren Leistungen erbracht hatte, konnte sich am Ende nicht durchsetzen. Mekhissi, der vor zwei Jahren sensationell olympisches Silber gewonnen hatte, triumphiert in der Meisterschaftsrekordzeit von 8:07,87 Minuten vor seinem Landsmann (8:09,28). Dritter wurde der Spanier José Luis Blanco in 8:19,15. Ein gutes Rennen lief Steffen Uliczka (SG TSV Kronshagen/Kieler TB), der sich in seinem ersten großen Finale nicht versteckte und Rang sieben erreichte. Mit 8:25,39 Minuten stellte er dabei sogar eine persönliche Bestzeit auf.

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