Red Bull 400 Titisee-Neustadt 2017

Über 1.000 erstürmen Hochfirstschanze

Bei der Red-Bull-400-Weltmeisterschaft musste sich der Skibergsteiger Anton Palzer im Finallauf auf die Hochfirstschanze hinauf nur Vorjahressieger Ahmet Arslan knapp geschlagen geben.

Red Bull 400 Titisee-Neustadt 2017 - Die Bilder
Red Bull 400 Titisee-Neustadt 2017 Ahmet Arslan, Anton Palzer

Ein spannendes Kopf-an-Kopf-Duell lieferten sich Ahmet Arslan (links) und Anton Palzer.

Bild: Red Bull Content Pool

Bereits 13 Red-Bull-400-Rennen konnte Ahmet Arslan aus der Türkei für sich entscheiden, den wichtigsten Sieg holte er sich am Samstag, den 15. Juli in Titisee-Neustadt im Herzen des Schwarzwalds. In einem packenden Finale setzte sich der Vorjahressieger bei der Red-Bull-400-Weltmeisterschaft durch: er bezwang die 140 Höhenmeter auf nur 400 Metern Streckenlänge mit 3:31,1 Minuten in einem neu aufgestellten Streckenrekord und kürt sich zum Red Bull 400 Weltmeister 2017.

In der Bildergalerie ober- und unterhalb dieses Artikels finden Sie einige Impressionen vom spektakulären Red Bull 400 in Titisee-Neustadt 2017.

Nur wenige Sekunden hinter Arslan sicherte sich Skibergsteiger Anton Palzer die Silbermedaille. Und es gab harte Konkurrenz: über 1.000 Teilnehmer aus 40 Nationen von fünf Kontinenten traten am die 400 härtesten Meter der Welt an. Als schnellste Frau erreichte Yukari Tanaka aus Japan nach 4:54,2 Minuten das Ziel. Beeindruckende Zeiten gab es auch bei den Staffelläufen. Die Gewinnerstaffel überquerte die Ziellinie nach 2:04,9 Minuten und stellte damit einen neuen Staffelrekord auf. Bei bis zu 35 Grad Steigung gingen alle Teilnehmer ans äußerste Limit. Darunter auch Stars aus Musik und Sport, wie Andreas Bourani und Ultrarunner Florian Neuschwander, die sich dieser für sie ungewöhnlichen Herausforderung stellten. Bourani bestätigte nach dem Rennen: „Red Bull 400 hat den Ruf als der härteste 400-Meter-Lauf der Welt definitiv verdient“.

21 Vorläufe suchen die besten Schanzen-Kletterer

Um 13:00 Uhr fiel der Startschuss für den ersten von insgesamt 21 Vorläufen der Red-Bull-400-Weltmeisterschaft. Wo sonst die besten Skispringer der Welt an Deutschlands größter Naturschanze hinabfliegen, traten über 1.000 Teilnehmer die Gegenrichtung an. Vor der beeindruckenden Kulisse des Hochschwarzwaldes erklommen die Läufer die Hochfirstschanze in Titisee-Neustadt und lieferten sich kompromisslose Kämpfe an der bis zu 35 Grad steilen Schanze. Nach harten Runden und einem Kopf-an-Kopf Finallauf, stand der glückliche Gewinner fest. Für den Vorjahressieger Ahmet Arslan aus der Türkei -war der 14. Red-Bull-400-Sieg ein ganz Besonderer. „Die Schanze in Titisee-Neustadt ist besonders hart – unglaublich, dass ich das knappe Finale noch für mich entscheiden konnte“.

Skibergsteiger Anton Palzer nur knapp geschlagen

Für eine Überraschung sorgte der amtierende Vize-Weltmeister im Skibergsteigen Anton „Toni“ Palzer. Er kam nach 3:32,9 Minuten als glücklicher Zweiter im Ziel an. „Im ersten Vorlauf hatte ich noch keine Vorstellung, was auf den nächsten 400 Metern auf mich zukommt und bin einfach losgelaufen. Im Halbfinale musste ich dann doch einige Körner lassen, diese Kraft hat mir dann auf den letzten Metern gefehlt. Ich bin trotzdem happy, mit dem zweiten Platz habe ich nicht gerechnet, vielleicht greife ich ja nächstes Jahr nochmal an. Red Bull 400 ist ein super Event mit einer großartigen Stimmung.“ Die Bestzeit bei der Full-Distance-Wertung der Frauen erreichte Yukari Tanaka aus Japan mit 4:54,2 Minuten: „Nach meinem Sieg in Japan war ich sehr motiviert, auch bei der Weltmeisterschaft ganz oben zu stehen. Diesen Traum konnte ich mir heute erfüllen, ich bin überwältigt“.

Auch Florian Neuschwander und Andreas Bourani waren am Start

Auf der Suche nach der ultimativen Herausforderung traten die Teilnehmer, vom Hobbyläufer bis zum Profiathleten, das Rennen an. Darunter auch der Musiker Andreas Bourani, der derzeit an seinem neuen Album arbeitet. Mit einem fordernden Sportprogramm schafft er einen Gegenpol zur Musik. „Das tägliche Training ist Herausforderung und Inspiration zugleich. Ich war heute mit meinen zwei Trainingskollegen am Start. Jetzt nach dem Rennen kann ich bestätigen, dass Red Bull 400 den Ruf als der härteste 400-Meter-Lauf der Welt definitiv verdient hat.“, so Andreas Bourani. Auch Florian Neuschwander wagte sich an die härtesten 400 Meter der Welt. Für den Ultrarunner stellt die kurze Distanz eine besondere Challenge dar. „Eigentlich fühle ich mich auf der Langstrecke daheim, die kurze Distanz und die vielen Höhenmeter sind aber eine spannende Herausforderung für mich. Bis in die Finalläufe zu kommen war ein harter Kampf. Mit meinem 15. Platz bin ich mehr als zufrieden, nächstes Jahr komme ich noch vorbereiteter“.

Neben der Einzelwertung traten auch Staffeln in den Disziplinen Männer, Mixed und Firefighters an. Eine mehr als beeindruckende Leistung lieferten dabei die vier Läufer des Teams „Ask Slavia Praha“. In nur 2:04,9 Minuten sprinteten sie förmlich die Strecke hinauf und bewiesen dabei Ausdauer, Disziplin und vor allem Teamgeist. Die schnellste Feuerwehr-Staffel waren Feuerwehrmänner aus Rutzenmoos, Österreich - sie benötigten 2:15,4 Minuten.

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