Runtalya-Marathon in Antalya

Türkischer Marathonspaß statt Karneval

Während Deutschland Karneval gefeiert wird, liefen einige hundert deutsche Läufer beim Runtalya-Marathon 10 km, den ganzen oder den halben Marathon.

Runtalya-Marathon Antalya 2014 - Die Bilder
Runtalya 2014

Auch ohne Karneval gute Laune hatte die Starter beim Runtalya-Marathon in Antlyia.

Bild: Christian Reimann

Insgesamt starteten bei diesen Lauftagen im türkischen Frühling rund 7.200 Teilnehmer aus 35 Nationen. Sie fanden mit 18 Grad Lufttemperatur, wenig Wind und bedecktem Himmel optimale Laufbedingungen vor. Da störten es auch nicht, dass einige Wolken den Blick auf die teilweise schneebedeckten Berge des Taurusgebirges verdeckten und ein paar Regentröpfchen die Läufer nach etwa drei Stunden abkühlten.

Unsere ausführliche Fotogalerie mit den Fotos unseres Fotografen Christian Reimann finden Sie über diesem Artikel.

Vor dem Kulturpark von Antalya an der Glaspyramide wird gestartet. Die breite Einfallstraße in die City von Antalya sorgt dafür, dass alle Läufer problemlos ins Rennen kommen, obwohl keinerlei Einteilung in Startblöcke nach Leistung erfolgt. Die Halbmarathonläufer, das zahlenmäßig größte Feld, und die Marathonläufer starten gemeinsam, eine Viertelstunde später folgen die 10-km-Läufer.

Die Strecke ist asphaltiert und verfügt über geringe Höhenunterschiede. Der Kurs führt durch die City der Großstadt am Mittelmeer. Als Touristenhochburg ist sie bekannt, aber die Einwohnerzahl von 2,1 Millionen zeigt, dass die Stadt darüber
hinaus eine extrem schnell wachsende Metropole ist. Aus Antalya heraus geht es über die komplett für Autos gesperrte Küstenstraße bis zum neuen Stadtteil Lara Beach mit seinen Hotels und von dort aus wieder zurück.

Antalya liegt zum großen Teil oberhalb einer Steilküste. Das merkten die Marathonläufer vor allem auf dem Rückweg zum Kulturpark, wo laut den Einschätzung einiger Teilnehmer „leichte“ oder „happige“ Anstiege den inzwischen müden Läuferbeinen doch spürbar zu schaffen machten. Der Blick auf das Mittelmeer mit seinen an diesem Tag doch beeindruckend hohen Wellen von der Küstenstraße entschädigte dafür. Da wurde den Teilnehmern bewusst, dass sie sich nicht in einer karnevalsfreien Zone irgendwo in Deutschland liefen, sondern an der Türkischen Riviera.

Den Gesamtsieg beim nach dem Istanbul-Marathon zweitgrößten Marathon des Landes sicherte sich der türkische Läufer Mustafa Shaban in 2:26:34 Stunden. Den einzigen deutschen Sieg erreichte Juliane Heinze aus Thüringen in 39:23 Minuten. Mit 1.990 Finishern waren 2014 die 10 Kilometer die begehrteste Distanz der Sonntagsrennen. 1.543 liefen nach 21,1 Kilometern ins Ziel, aber nur 374 beendeten den Marathonlauf erfolgreich.

Veranstaltet wird der Lauf in den Frühling mit dem Mittelmeer-Feeling von Öger-Tours, dem führenden Veranstalter für Türkei-Reisen im deutschsprachigen Raum. Nachdem Öger verkauft wurde und eine Marke des Reisekonzerns Thomas Cook wurde, war nicht sicher, wohin die Reise dieses Marathons führen würde. Für die Läufer hat sich dadurch so gut wie nichts geändert: Die günstigen Pauschalreisen von Öger bieten einen finanziell attraktiven Mix von Kurzurlaub und Laufwettkampf.

Organisatorisch werden die Rennen absolut professionell durchgeführt. Beeindruckend die Versorgung der Läufer alle 2,5 Kilometer. So viel Wasser, wie hier angeboten wird, kann kein Läufer trinken. Da muss man einfach die ein oder andere Station mit den immer freundlichen und kundigen Helfern auslassen. Einzig der Zuschauerzuspruch lässt nach wie vor zu wünschen übrig. Auf dem ganz überwiegenden Teil der Strecke bleiben die Läufer unter sich. Wenn diejenigen, die sich für den Halbmarathon entschieden hatten, wenden, wird es mächtig ruhig für die Marathonläufer. Erst kurz vor dem Ziel im Kulturpark brandet wieder Applaus am Streckenrand auf, denn hier stehen die Läufer der kürzeren Distanzen und feuern an.

Sportliche High-Heels müssen erst noch erfunden werden. Deshalb behelfen sich diese Teilnehmerinnen beim High-Heels-Run mit Klebeband.

Bild: Christian Reimann

Bereits am Samstag gab es die ersten Läufe im Rahmen der Runtalya Veranstaltung: Einen Volkslauf über gut drei Kilometer. Das besondere hieran: die Teilnahme war kostenlos und jeder, der mitläuft erhielt ein T-Shirt. Diese Chance auf ein Gratis-T-Shirt und Laufspaß ließen sich über 2.000 nicht entgehen.

Neben dem Bambini Lauf bildete ein High-Heels-Lauf den unbestrittenen Höhepunkt des Samstags. Bei der dritten Auflage dieses ganz speziellen Rennens rannten die teilnehmenden Frauen eine Strecke von 100 Metern mit Schuhen, deren Mindestabsatzhöhe sieben Zentimeter betragen musste. Damit die hohen Stöckelschuhe nicht wackelten, hatten nahezu alle Teilnehmerinnen diese mit Klebeband an den Füßen festgebunden. Erstaunlicherweise wurde beeindruckender Sport gezeigt. Es siegte Dara-Schell Graf in 17:06 Sekunden knapp mit zwei Hundertstel vor der Türkin Cisem Melek, die nach 17:08 über den Zielstrich sprintete.


Ergebnisse der Männer:
Marathon:

1. Mustafa Shaban 2:26:34
2. Murat Kurtak 2:37:00
3. Muharrem Yilmaz 2:37:45

Halbmarathon:
1. Setme-Alenu Regasa 1:07:18
2. Üzeyir Söylemez 1:09:20
3. Benedikt Hoffmann 1:10:25

10 km:
1. Aykut Tasdenir 31:34
2. Yasin Ceylan 31:58
3. Levent Ates 32:19

Ergebnisse der Frauen:
Marathon:

1. Svetlana Sepeleva 2:36:52
2. Marina Zhalydina 3:01:21
3. Ümran Denir 2:22:13

Halbmarathon:
1. Olesya Nurgalieva 1:17:08
2. Elena Nurgalieva 1:17:25
3. Tina Teisala 1:26:28

10 km:
1. Juliane Heinze 39:23
2. Yeliz Ayildiz 41:08
3. Ratosveca Stoyanova 41:29