Berglauf-EM

Türkei und Italien triumphieren am Berg

Bei den 7. Berglauf Europameisterschaften siegten Ahmet Asslan und Elisa Desco.

„Es ist phantastisch, wie sich dieses Tal für diese Europameisterschaften einsetzt“, lobte Hansjörg Wirz, der Präsident des Europäischen Leichtathletik-Verbandes (EAA) die Organisatoren der 7. European Mountain Running Championships in Zell am Harmersbach. Und sportlich boten diese Europameisterschaften einiges, vor allem den scheinbar unaufhaltsamen Vormarsch der türkischen Läuferinnen und Läufer.

Berglaufen wird immer populärer.

Bild: photorun.net

Vor zahlreichen Landsleuten durfte sich der alte und neue Europameister Ahmet Asslan in einem Meer von türkischen Fahnen feiern lassen. „Es ist ein großer Tag für die Türkei und für unsere in Deutschland lebenden Landsleute“, jubelte Asslan.

Dieser konnte mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit dem lange führenden Italiener Bernard Dematteis den Titel am Kuhhornkopf im Zeller Stadtteil Unterharmersbach noch entreißen. Neben dem Männersieger Asslan holte die Türkei mit Hasan Pak an der Spitze neben der Einzelwertung auch die Mannschaftswertung bei den Junioren. Bei den Frauen feierte die Italienerin Elisa Desco mit einer starken Vorstellung ihren ersten internationalen Erfolg.

Vor knapp eintausend Zuschauern gab es überaus stimmungsvolle Wettkämpfe, zu denen sich für den ausrichtenden TV Unterharmersbach noch bestes Laufwetter gesellte. In den höchsten Tönen lobten zudem die Läufer aus 25 Nationen den technisch höchst anspruchsvollen, aber überaus fairen Parcours. Zell hat gezeigt, dass man Berglauf-Europameisterschaften nicht nur in den Alpen ausrichten kann. „Entscheidend ist“, so der EAA-Präsident Hansjörg Wirz, „was die Athleten leisten müssen, um Europameister zu werden.“ In wochenlanger Arbeit hat der rührige TV Unterharmersbach im Verbund mit dem Bauhof der Stadt Zell eine meisterschaftswürdige Rundstrecke konstruiert, die bestens angekommen ist. Für 2009 und die Folgejahre sieht EAA-Council-Mitglied und Berglaufbeauftragter Phlippe Lamblin gute Chancen für den Berglauf: „Wir haben Kandidaten aus vier bis fünf Ländern. Das ist eine sehr positive Entwicklung“.

Im Lauf der Männer über 12,85 km und einer Höhendifferenz von +804 m/-714 m stürmte mit dem Italiener Bernard Dematteis ein 22-Jähriger an die Spitze und schien die etablierten Favoriten wie seine Landsleute Marco de Gasperi und Marco Gaiardo, den Titelverteidiger Ahmet Asslan sowie die starken Spanier um Vicente Capitan düpieren zu wollen. Erst in der Schlussrunde setzte sich der Türke an die Spitze und lief bei einer Endzeit von 50:01 Minuten noch einen erstaunlichen Vorsprung von 28 Sekunden heraus. Hinter Dematteis folgte Weltmeister Marco de Gasperi auf Rang drei, der allerdings wegen einer Muskelverletzung nicht ganz fit ins Rennen gegangen war. Dagegen konnte Italien in beeindruckender Manier die Teamwertung zum siebten Mal in Folge gewinnen. Der Trochtelfinger Timo Zeiler lief in der starken Spitzengruppe ein bemerkenswertes Rennen, musste aber den lange Zeit sicheren achten Rang abgeben und lief als Elfter ins Ziel. „Angesichts des Rennverlaufs bin ich sehr zufrieden. Ich habe alles gegeben. Bergauf konnte ich mich gut durchsetzen, aber bergab hatte ich keine Chance gegen einige Spezialisten.“

Bei den Frauen feierte Elisa Desco in Abwesenheit der derzeit weltbesten Bergläuferinnen Anna Pichrtova (Tschechien) und Andrea Mayr (Österreich) über 8,75 km und einer Höhendifferenz von +566 m/-476 m einen eindrucksvollen Sieg. „Das ist mein erster großer Sieg“, freute sich die Lebensgefährtin von Marco de Gasperi im Ziel, die übrigens seit wenigen Monaten vom früheren italienischen Marathonmeister Massimo Magnani trainiert wird. Den sicher geglaubten zweiten Rang musste die anfangs sogar in Führung liegende Sara Tunstall (Großbritannien) an die stark aufkommende Constance Devillers (Frankreich) abgeben.

In den Teamwertungen schlugen sich die Deutschen mit Timo Zeiler, Markus Jenne (26./ USC Freiburg), Josef Beha (30./ FC Unterkirnach) und Marco Sturm (38. /LLG Marathon Regensburg) erwartungsgemäß im Mittelfeld als Sechster. Das Frauen-Team mit Birgit Unterberger (OSC Berlin), die mit Fußproblemen unter Wert als 25. einlief, Natascha Schmitt (30./ LG Eintracht Frankfurt) und Stefanie Buss (34./ ASC Rosellen-Neuss) landete auf Rang neun.

Achtung: Wir haben unseren Beitrag zu den beiden Todesfällen beim Zugspitz Extremberglauf um eine aktuellen Dokumentation zum Ablauf des Rennens erweitert. Den kompletten Artikel finden Sie hier.

Die Meinung unserer User zum Zugspitz Extremberglauf und einige Berichte von Teilnehmern des Rennens lesen Sie im Forum.

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